München: Museen
München ist unerschöpflich. Das gilt auch für Museen und Ausstellungen. Wer sich für Kunst, Geschichte, Naturwissenschaft und/oder Technik interessiert, findet in München ein erstklassiges, breites und vielfältiges Angebot vor. Auch die Residenz und die großen Schlösser können besichtigt werden. Neben weltweit bedeutenden Museen haben sich zahlreiche kleinere Einrichtungen in München etabliert, die Kunstausstellungen kuratieren oder spezielle Themen abdecken.
Ein paar Museen sind kostenlos zugängig, andere bieten an bestimmten Tagen freien oder reduzierten Eintritt an, und eine Reihe großer Museen kann sonntags für einen Euro besucht werden.
Weil dieses Album als Überblick gedacht ist, sind hier nur kurze Beiträge zu den Museen zusammengestellt. Mehr über ein bestimmtes Museum finden Sie im entsprechenden Stadtbezirk-Album, und über einen Großteil der Museen gibt es eigene Alben mit Fotos von Exponaten, ausführlichen Beschreibungen und Links zu den offiziellen Websites der Betreiber (mit Angaben über Öffnungszeiten und Eintrittspreise). Folgen Sie einfach den angegebenen Links.
Alben über Kultureinrichtungen, die zwar privates Fotografieren, aber nicht die Veröffentlichung der Bilder erlauben, sind privat und nur mit Anmeldung zugänglich.
Museum Mineralogia München
Das Museum Mineralogia München (früher: Museum Reich der Kristalle) an der Theresienstraße 41 im Kunstareal ist der öffentlich zugängliche Teil der Mineralogische Staatssammlung in München, die zu den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns gehört. Glanzstücke der 100.000 Exponate umfassenden Ausstellung sind der König-Ludwig-Diamant, der Rubellit-Kristall, der Takowaya-Smaragd und die Hauptmasse des Meteoriten von Mauerkirchen.
Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch im Museum Mineralogia München
Geologisches und Paläontologisches Museum
Die Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie geht auf die Naturaliensammlung der 1759 von Kurfürst Max III. Joseph gegründeten Bayerischen Akademie der Wissenschaften zurück. Das Paläontologische und das Geologische Museum – die beiden Museen der Staatssammlung – befinden sich seit 1950 in benachbarten Gebäuden im Kunstareal bzw. in der Maxvorstadt.
Geologisches Museum
Das Geologische Museum München in der Luisenstraße 37 ist ein öffentlich zugänglicher Teil der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie. Die Bildhauerin Ulla Scholl* (1919 – 2011) schuf 1954 den Ammoniten-Brunnen im Innenhof.
*) Mehr zu Ulla Scholl im Album über Brunnen


Album über das Geologische und Paläontologische Museum (privat)
Paläontologisches Museum
Der Architekt Leonhard Romeis* (1854 – 1904) baute 1899 bis 1902 die Königlich-Bayerische Kunstgewerbeschule, das heutige Paläontologische Museum in der Richard-Wagner-Straße 10 im Stil der Deutschen Renaissance.
*) Mehr zu Leonhard Romeis im Album über Architekten





Album über das Geologische und Paläontologische Museum (privat)
Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
Teile der »Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst« waren von 1970 bis 2013 in der Münchner Residenz ausgestellt. Andere Exponate konnten von 2000 bis 2009 auf Schloss Seefeld am Ammersee besichtigt werden. Nach Plänen des Kölner Architekten Peter Böhm (*1954) entstand ein 2011 fertiggestellter Neubau im Kunstareal für die »Hochschule für Fernsehen und Film München« und das »Staatliche Museum Ägyptischer Kunst« (Gabelsbergerstraße 35).
Alle Räume des 2013 eröffneten Museums Ägyptischer Kunst befinden sich im Untergrund. Zum Eingang in einer 17 Meter hohen – wie ein Pylon aussehenden – Betonwand geht man eine breite Treppe hinunter, und im Inneren führt eine Rampe noch weiter in die Tiefe. Dementsprechend steigt man am Ende wieder empor. Die Präsentation der ebenso vielseitigen wie umfangreichen Sammlung ägyptischer Kunst ist vorbildlich.
Geflügelte bärtige Genien mit verschiedenen Attributen (Fotos: September 2025)
Album über das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst
Archäologische Staatssammlung
Der Physiologe und Anthropologe Johannes Ranke (1836 – 1916), ein Neffe des Historikers Leopold von Ranke, schenkte dem Staat Bayern 1885 seine Kollektion prähistorischer Objekte. Das gilt als Gründung der Prähistorischen Staatssammlung in München und Vorläufer der heutigen Archäologischen Staatssammlung.
1976 bezog die Einrichtung, die Museum und Sammlung zugleich ist, den von den Architekten Helmut von Werz (1912 – 1990), Johann-Christoph Ottow (1922 – 2012), Erhard Bachmann (*1939) und Michel Marx (*1939) entworfenen Neubau in der Lerchenfeldstraße 2. Dabei handelt es sich um ein mit Cortenstahl verkleidetes Bauwerk aus Stahlbeton. 2016 bis 2024 wurde das Gebäude der Archäologischen Staatssammlung – so die Bezeichnung seit 2000 – nach einem Konzept von Nieto Sobejano Arquitectos saniert. Ausgestellt sind Kunst- und Alltagsobjekte, Grabbeigaben und Schatzfunde.
Die in einer Waffenkammer in Künzing (Landkreis Deggendorf) gefundene Militärausrüstung aus der Römischen Kaiserzeit wird auf Mitte des 3. Jahrhunderts datiert.


Album über die Archäologische Staatssammlung (privat)
Glyptothek
Kronprinz Ludwig I. (1786 – 1868), der 1804 mit einer Sammlung antiker Skulpturen begonnen hatte, ließ 1816 bis 1830 nach Entwürfen von Karl von Fischer* und Plänen von Leo von Klenze* die Glyptothek am → Königsplatz errichten. Die dreizehn Säle sind um einen Innenhof herum angeordnet. Bei den Entwürfen für die Giebelgruppe hatte sich Leo von Klenze auch mit dem Philosophen Friedrich von Schelling beraten und am Ende die Göttin Minerva Erganea als Beschützerin der plastischen Künstler als Motiv gewählt. Johann Martin von Wagner zeichnete die Vorlage, und Nepomuk Haller führte die Giebelfiguren aus.
Während der Beseitigung von Kriegsschäden modernisierte der Architekt Josef Wiedemann* (1910 – 2001) die Räume, reduzierte die Detaillierung und öffnete die Lunette-Fenster zum im Niveau angehobenen Innenhof bis zum Boden. 1972 konnte die Glyptothek wiedereröffnet werden. Eine Generalsanierung der Glyptothek erfolgte 2018 bis 2021.
Bei den Exponaten der Glyptothek im Kunstareal handelt es sich um Skulpturen, Reliefs und Mosaike aus archaischer (700 – 490 v. Chr.) bis spätrömischer Zeit (bis 550 n. Chr.).
*) Mehr zu Karl von Fischer, Leo von Klenze und Josef Wiedemann im Album über Architekten



Leo von Klenze hatte den Römersaal (heute: Saal der römischen Bildnisse) als prächtigsten der Glyptothek gestaltet. Bis zur Renovierung konnten die Exponate nur frontal betrachtet werden. Seither sind sie so aufgestellt, dass die Besucherinnen und Besucher um sie herum gehen können.
Die Figur der in edler, aber derangierter Kleidung betrunken am Boden hockenden alten Frau geht auf ein griechisches Original aus dem späten 3. oder frühen 2. Jahrhundert v. Chr. zurück, von dem nur zwei Marmorkopien erhalten blieben, eine aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. in den Kapitolinischen Museen in Rom, die andere aus dem frühen 1. Jahrhundert n. Chr. in der Münchner Glyptothek. Leo von Klenze wollte die 1803 von Kurfürst Karl Theodor nach München geholte, den Verfall darstellende Statue nicht aufstellen; das wagte erst Adolf Furtwängler 1895. Sie zählt heute zu den wertvollsten Exponaten der Glyptothek.
Der Barberinische Faun gilt als bedeutendstes Exponat der Glyptothek. Die in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts vor Christus in Griechenland geschaffene Marmorfigur des trunken auf einem Felsen schlafenden Satyrs wurde im 17. Jahrhundert vor der Engelsburg in Rom entdeckt und von Papst Urban VIII. aus der Familie Barberini in Besitz genommen. 1813 erwarb Ludwig I. die Statue.
Album über die Glyptothek
Staatliche Antikensammlungen
1838 bis 1848 ließ König Ludwig I. (1786 – 1868) den Architekten Georg Friedrich Ziebland* (1800 – 1873) am klassizistischen Königsplatz ein von korinthischen Tempeln inspiriertes Ausstellungsgebäude errichten – mit einer Bavaria im Zentrum des Giebelfeldes. In dem Bauwerk befand sich 1869 bis 1872 das königliche Antiquarium, und 1897 wurde es der Münchener Secession übertragen. Nach dem Ersten Weltkrieg zog die Neue Staatsgalerie dort ein. Das im Zweiten Weltkrieg vor allem im Inneren schwer beschädigte Gebäude wurde entkernt wieder aufgebaut und 1967 neu eröffnet, nun als »Staatliche Antikensammlungen«.
*) Mehr zu Georg Friedrich Ziebland im Album über Architekten


Antike Kunstwerke und Gebrauchsgegenstände von Griechen, Etruskern und Römern, von der kykladischen Kultur der Ägäis im 3. Jahrtausend vor Christus bis in die Spätantike im 5. Jahrhundert n. Chr. sind in den Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz ausgestellt.




Album über die Antikensammlungen
Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München
Heinrich Brunn, Professor für Klassische Archäologie an der Universität München, richtete 1869 das »Museum von Gypsabgüssen klassischer Bildwerke« ein. Nach Brunns Tod am 23. Juli 1894 folgte ihm Adolf Furtwängler am Lehrstuhl und als Museums-Direktor. Im Zweiten Weltkrieg wurden 2383 von 2398 Abgüssen zerstört.
In den Fünfzigerjahren richtete sich das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke im ehemaligen NSDAP-Verwaltungsbau nahe des Königsplatzes ein, und dort ist die Sammlung seit 1991 dauerhaft zugänglich (Katharina-von-Bora-Straße 10).
Zu sehen sind rund 2000 Abgüsse von Skulpturen und Reliefs der griechischen und römischen Antike vom 7. Jahrhundert v. Chr. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. Ergänzt wird die Sammlung durch rund 200 Dauerleihgaben des Metropolitan Museum of Art in New York.




Album über das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke
Museum Fünf Kontinente
Das Museum Fünf Kontinente geht auf die 1862 angelegte Königlich Ethnographische Sammlung zurück, die als erstes ethnologisches Museum in Deutschland gilt. Die Gründung angeregt hatte der Würzburger Arzt und Naturforscher Philipp von Siebold 1835 in einem Brief an König Ludwig I. von Bayern. Die Ausstellung, deren Grundstock Sammlungen des Hauses Wittelsbach bildeten, entstand zunächst im Galerie-Gebäude in den → Hofgartenarkaden (heute: Deutsches Theatermuseum).
1925/26 wurde die Ausstellung in das heutige Gebäude an der Maximilianstraße verlegt, das Eduard Riedel 1859 bis 1865 im Auftrag König Maximilians II. für das Bayerische Nationalmuseum errichtet hatte, das jedoch 1900 in die Prinzregentenstraße umgezogen war.
Seit 2014 nennt sich die Einrichtung nicht mehr Museum für Völkerkunde, sondern Museum Fünf Kontinente. Die Sammlung umfasst neben einer Fachbibliothek Kunstwerke, Alltags- und Ritualgegenstände außereuropäischer Kulturen. In einem Seitenflügel finden auch Sonderausstellungen statt, zum Beispiel »He Toi Ora. Beseelte Kunst der Māori« (2025/26).







Album über das Museum Fünf Kontinente
Bayerisches Nationalmuseum
König Maximilian II. initiierte nach einer Englandreise im Jahr 1851 die Gründung eines volkskundlichen Museums in München und beauftragte den Archivdirektor Karl Maria Freiherr von Aretin auf Haidenburg (1796 – 1886) mit der Planung. 1867 wurde das »Bayerische Nationalmuseum« in der Maximilianstraße eröffnet. (Dort befindet sich inzwischen das Museum Fünf Kontinente.)
Weil das ursprüngliche Gebäude für die wachsenden Sammlungen bald nicht mehr ausreichte, wurde 1894 bis 1900 nach Plänen des Architekten Gabriel von Seidl* ein Neubau in der Prinzregentenstraße 3 errichtet. Der Stil ist eine Mischung aus deutscher Renaissance, Neu-Barock und -Rokoko.
*) Mehr zu Gabriel von Seidl im Album über Architekten

Bayerisches Nationalmuseum: Hauptportal (Fotos: Februar / Mai 2023)
Kirchensaal im Bayerischen Nationalmuseum mit Altarretabel von Jan Polack (Fotos: Januar 2025)




Album übers Bayerische Nationalmuseum
Stadtmuseum München
Der Stadtarchivar Ernst von Destouches (1843 – 1916) gründete 1888 das Stadtmuseum München im 1500 von Lukas Rottaler gebauten ehemaligen Zeughaus am Sankt-Jakobs-Platz. Im 20. Jahrhundert wurde das Museum um den Grässeltrakt (1926 – 1928), den Leitentorfertrakt (1930/31) und den Gsaengertrakt (1959 – 1964) erweitert. Außerdem kamen 1977 das einstige Wohn- und Atelierhaus des Münchner Rokoko-Bildhauers Ignaz Günther und der Nachbau des mittelalterlichen Marstalls dazu. In der Dauerausstellung »Typisch München!« thematisierte das größte kommunale Museum Deutschlands die Geschichte Münchens und versuchte, die Eigenheiten der Stadt und ihrer Bewohner zu veranschaulichen.
Von Ende 2023 bis voraussichtlich 2031 bleibt das Stadtmuseum München wegen einer seit 1999 geplanten Generalsanierung geschlossen.
Zum wertvollsten Besitz des Münchner Stadtmuseums gehören die von Erasmus Grasser geschnitzten Moriskentänzer. 1480 wurde er für 16 dieser Figuren bezahlt. Zehn davon standen bis 1928 auf Konsolen unter dem Tonnengewölbe im Saal des 1470 bis 1480 von Jörg von Halsbach nach einem Blitzschlag neu errichteten spätgotischen Tanzhauses (heute: Altes Rathaus). Dann ersetzte man sie durch Kopien, während die Originale in den Werkstätten des Bayerischen Nationalmuseums restauriert und 1931 dem Münchner Stadtmuseum übergeben wurden. Die Bezeichnung Moriskentänzer stammt wohl von maurischen Springtänzen, die auch an europäischen Höfen veranstaltet wurden.



Album übers Stadtmuseum München (privat)
Rathausgalerie
Im Aufsatz des Portals der ehemaligen Kassenhalle des → Neuen Rathauses ist ein Münchner Stadtwappen zu sehen. Der Hund rechts davon begrüßte früher die Menschen, die Geld brachten, sein Gegenüber dagegen knurrte alle an, die Geld hinaustrugen. Die Figuren links und rechts des Portals – ein Mann und eine Frau – sind als Allegorien des Abgaben zahlenden Bürgers und der Stadtkasse zu verstehen.

Bevor die frühere Kassenhalle 1979 zur Rathausgalerie umfunktioniert werden konnte, überwölbte man den 650 Quadratmeter großen, von 20 Granitsäulen und -pfeilern getragenen fünfschiffigen Raum mit einem acht Meter hohen Glasdach. Mit Ausstellungen in der Rathausgalerie würdigte das Kulturreferat vor allem in München lebende Künstlerinnen und Künstler. Ende 2025 zog allerdings die Poststelle des Rathauses in die ehemalige Kassenhalle und wird dort bleiben, bis ihre Räume renoviert sind.


Mehr zur Rathausgalerie im Album übers Neue Rathaus
Spielzeugmuseum
Der Maler und Illustrator, Karikaturist, Schriftsteller und Filmregisseur Ivan Steiger (1939 – 2025) begann in den Achtzigerjahren, Kinderspielzeug zu sammeln. 1983 eröffnete er im Turm des Alten Rathauses ein Spielzeugmuseum. Ivan Steigers zweites Spielzeugmuseum in seiner Heimatstadt Prag wurde nach seinem Tod aufgelöst, aber in München wird die größte private Spielzeugsammlung in Europa bereits seit 2020 von seiner Tochter Helena Steiger geführt.

Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch im Spielzeugmuseum
Valentin-Karlstadt-Musäum
1959 gründete der Münchner Künstler und Kunstmanager Hannes König (1908 – 1989) das »Valentin-Musäum« im Südturm des → Isartors. Das Liesl-Karlstadt-Kabinett kam 2001 dazu, und im Nordturm des Isartors gab es ab 2007 eine Dauerausstellung über bayrische Volkssänger und -sängerinnen: »An jedem Eck a Gaudi«. 2018 wurde das bis dahin privat getragene »Valentin-Karlstadt-Musäum« städtisch. Zu den Sehenswürdigkeiten im »Valentin-Karlstadt-Musäum« gehörte auch das bewirtschaftete »Turmstüberl«.


Im Wehrgang des Isartors veranschaulichten Schautafeln und historische Fotos, wie München in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg Großstadt wurde.

Am 7. Oktober 2024 schloss das Museum für mindestens eineinhalb Jahre, denn es müssen Umbauten durchgeführt werden (Brandschutz, Barrierefreiheit).
Album übers Valentin-Karlstadt-Musäum
Bier- und Oktoberfestmuseum
Das gotische Gebäude in der Sterneckerstraße 2 ist eines der ältesten erhaltenen Bürgerhäuser in München. Der ursprüngliche, aus Holz gebaute Teil geht aufs 14. Jahrhundert zurück (1346) und war zunächst ein Speicher. Um 1595 wurde das etwa 25 Jahre zuvor zum Mietshaus umgebaute Gebäude um zwei auf vier Stockwerke aufgestockt. Dabei entstand auch die Himmelsleiter mit 43 Stufen von Parterre bis in die oberste Etage.
Unter einer Himmelsleiter versteht man eine gerade Treppe über mehrere Stockwerke. Vom Fuß der Treppe schaut man also bis ganz nach oben. Und oft hat das Treppenhaus keine größere Grundfläche als die Treppe selbst. Himmelsleitern baute man vor allem im mittelalterlichen München. Heute gibt es in München noch vier historische Himmelsleitern: in der Burgstraße 5 und 8, am Oberanger 11 (Ignaz-Günther-Haus) und in der Sterneckerstraße 2.

2000 erwarb die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung das 1993 generalsanierte Anwesen und eröffnete dort 2005 das Bier- und Oktoberfestmuseum mit dem Museumsstüberl.
Edith Haberland-Wagner (1899 – 1996) war die Tochter von Max Wagner. Ihm und seinem Bruder Richard gehörte der Augustiner Bräu. Mit ihrem Testament gründete Edith Haberland-Wagner auf Empfehlung des damaligen Geschäftsführers Ferdinand Schmid (1925 – 2013) die nach ihr benannte Stiftung und vermachte ihr das Erbe. Ziel ist der Erhalt der Brauerei. Die Edith-Haberland-Wagner-Stiftung fördert Brauchtum und Denkmalschutz, Kultur und Völkerverständigung. In München erwarb und sanierte die Stiftung eine Reihe Gaststätten, darunter das → Asam-Schlössl. Die Restaurierung des → Alten Peter wurde von der Stiftung ebenso finanziell unterstützt wie die Rekonstruktion der → »Gelben Treppe« in der Residenz.
Babylonisches Braurezept / Ausstellungsraum (Fotos: Dezember 2025)
Mehr zum Bier- und Oktoberfest-Museum in Album übers Angerviertel
Jüdisches Museum München
Das von den Saarbrücker Architekten Wandel, Hoefer und Lorch am Sankt-Jakobs-Platz im Angerviertel der Altstadt gebaute und vom Münchner Kulturreferat getragene Jüdische Museum München wurde am 22. März 2007 eröffnet. Im Untergeschoss befindet sich die Dauerausstellung »Stimmen-Orte-Zeiten«.
Die silberne Tora-Krone fertigte man um 1900 in Frankfurt/M für die Synagoge in Oberlauringen in Unterfranken an. Der geätzte Messing-Teller wurde um 1924 in München hergestellt.
Tora-Krone / Messing-Teller (Fotos: Juni 2024)
In der ersten und zweiten Etage des Jüdischen Museums fand vom 15. Mai 2024 bis 2. März 2025 die Sonderausstellung »Bildgeschichten. Münchner Jüdinnen und Juden im Porträt« statt.


Album über das Jüdische Museum München
Sudetendeutsches Museum
2020 wurde das 1985 eröffnete Sudetendeutschen Haus (Hochstraße 8) in der Au um das vom Architekturbüro pmp gestaltete Sudetendeutsche Museum ergänzt (Hochstraße 10).
Die Dauerausstellung des Sudentendeutschen Museums befasst sich mit der Geschichte der Sudetendeutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien. Politik und Wirtschaft, Industrie und Handwerk, Kunst und Kultur sind die Themen. Darüber hinaus geht es um die Vertreibung der Sudetendeutschen und ihre Integration in die deutsche Gesellschaft.
In der nach dem Künstler und Schriftsteller Alfred Kubin (1877 – 1959) benannten Galerie des Sudentendeutschen Haus werden Sonderausstellungen gezeigt.
Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch im Sudetendeutschen Museum
»Münchner Kaiserburg«
Die Dauerausstellung »Münchner Kaiserburg« im spätgotischen Kellergewölbe des → Alten Hofs informiert über die Stadtgeschichte, den Herrschaftssitz und vor allem Kaiser Ludwig IV. (1282 – 1347), den bedeutendsten Bewohner des Alten Hofs. Als erster Wittelsbacher wurde Ludwig der Bayer 1314 zum römisch-deutschen König gewählt und 1328 in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ausgerufen – gegen den Willen des Papstes.


Das fünfte überlieferte Stadtsiegel von München stammt aus der Zeit von 1323 bis 1356. – Martin Brunner in Nürnberg fertigte 1685 die Silbermedaille an, und zwar zur Vermählung des Kurfürsten Max Emanuel mit Maria Antonia von Habsburg.


Mehr zur Dauerausstellung »Münchner Kaiserburg« im Album übers Graggenauer Viertel
Residenz-Museum
Herzog Ludwig II. der Strenge verlegte seine Hofhaltung 1255 von Landshut nach München, residierte aber noch im → Alten Hof. Herzog Wilhelm IV. ließ in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts anstelle der ab 1385 an der Nordostecke der zweiten Münchner Stadtbefestigung errichteten gotischen Wasserburg (Neuveste) den ältesten Teil der Residenz anlegen. In Vorwegnahme seiner späteren (1623) Erhebung zum Kurfürsten ließ Herzog Maximilian I. die Münchner Residenz in zwei Bauphasen von 1600 bis 1605 und 1612 bis 1616 mit dem Kaiserhof sowie den Prunkzimmern, der Hofkapelle und der Reichen Kapelle zum prachtvollen Fürstensitz erweitern. Über Jahrhunderte hinweg wurde daran weitergebaut, zuerst im Stil der Renaissance, dann des Barock, Rokoko und Klassizismus. Heute handelt es sich bei dem Gebäudekomplex um das größte Innenstadtschloss Deutschlands.
König Ludwig I. erlaubte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Besichtigung seines Wohnpalastes (Königsbau) während seiner Abwesenheit. Und Luitpold von Bayern, der 1886 die Regentschaft übernahm, machte ungenutzte Bereiche der Münchner Residenz öffentlich zugänglich. 1897 erschien der erste Residenz-Führer. Nach der Abschaffung der Monarchie in Bayern gingen die Schlösser in den Besitz des Freistaats über, und der machte 1920 aus der Münchner Residenz ein öffentlich zugängliches Museum. Bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg galt es als größtes Raumkunst-Museum der Welt.
Im Zweiten Weltkrieg wurden nahezu alle Dächer zerstört. Die Architekten Tino Walz (1913 – 2008) und Rudolf Esterer (1879 – 1965) von der Staatlichen Bayerischen Schlösserverwaltung sicherten die erhaltenen Teile für den Wiederaufbau. Damit begann der Architekt und Denkmalpfleger Otto Meitinger (1927 – 2017) in den Fünfzigerjahren. Zur 800-Jahr-Feier der Stadt München konnte das Residenz-Museum 1958 wiedereröffnet werden, aber der Wiederaufbau dauerte noch ein halbes Jahrhundert. Heute sind in 130 Schauräumen mehr als 100.000 Kunstwerke zu sehen.
Alben über die Residenz und das Residenz-Museum
Schatzkammer der Residenz
1565 ordnete Herzog Albrecht V. (1528 – 1579) an, dass Kleinode des Hauses Wittelsbach einen unveräußerlichen Schatz bilden sollten. Seine Nachfolger erweiterten die Sammlung im Lauf der Jahrhunderte, und Kurfürst Karl Theodor (1724 – 1799) ergänzte sie um den »Pfälzer Schatz«. Seit dem frühen 17. Jahrhundert kamen auch sakrale Kunstwerke dazu.
1958 wurde die Schatzkammer der Münchner Residenz in zehn Räumen im ehemaligen Küchentrakt des Königsbaus neu eröffnet. Sie gehört neben den Preziosensammlungen in Wien und Dresden zu den bedeutendsten Sammlungen der Welt.




Becken, um 1585–90 / Becken, um 1650 (Fotos: Mai 2023)
Album über die Schatzkammer der Residenz
Schloss Nymphenburg
Der bayrische Kurfürst Ferdinand Maria erwarb 1663 ein Areal östlich des → Schlosses Blutenburg in Obermenzing und ließ dort 1664 bis 1675 für seine Gemahlin Henriette Adelheid von Savoyen ein Landschloss errichten, dem sie den Namen »borgo delle nimfe« (Nymphenburg) gab. Es war ein Geschenk für sie, weil sie einen Thronfolger geboren hatte.
Von Amedeo Castellamonte (1613 – 1683), dem Architekten des piemontesischen Jagdschlosses Venaria Reale, das als Vorbild diente, stammten die ursprünglichen Entwürfe für das kubische Schloss. Die Planung übernahm Agostino Barelli*, der Architekt der Münchner Theatinerkirche, und die Bauleitung oblag dem Hofbaumeister Marx (Markus) Schinnagl, bis er von Lorenzo Perti abgelöst wurde.
Unter Kurfürst Max II. Emanuel wurde 1701 der Grundstein für die Erweiterung des Anwesens zur barocken Schlossanlage durch Enrico Zuccalli* und Giovanni Antonio Viscardi* gelegt. Bis 1704 bauten sie die beiden Galerien neben dem Hauptschloss und die Pavillons. Der Hofbaumeister Joseph Effner* gestaltete 1716 bis 1719 die Fassaden des Haupttrakts nach französischem Vorbild um. Und im 19. Jahrhundert gab zunächst König Maximilian I. Joseph Umgestaltungen in Auftrag, dann arbeitete Leo von Klenze* für König Ludwig I. weiter an Schloss Nymphenburg.
Mit einer Breite von 632 Metern ist das Schloss Nymphenburg breiter als das Schloss Versailles.
*) Mehr zu Agostino Barelli, Joseph Effner, Leo von Klenze, Giovanni Antonio Viscardi und Enrico Zuccalli im Album über Architekten
Parkburgen und Magdalenenklause
Joseph Effner* errichtete im Nymphenburger Schlosspark 1716 bis 1719 die → Pagodenburg, 1718 bis 1724 die → Badenburg und 1725 bis 1728 die → Magdalenenklause. Die → Amalienburg entstand 1734 bis 1739 nach Entwürfen von François Cuvilliés* als Rokoko-Jagdschlösschen der Kurfürstin. Die Stuckarbeiten stammen von Johann Baptist Zimmermann*. François Cuvilliés gestaltete 1767 außerdem die Pagodenburg im Stil des Rokoko um.
Die Parkburgen können von April bis Oktober besichtigt werden, entweder mit einer speziellen Eintrittskarte oder mit einer Gesamtkarte zusammen mit Schloss und Marstall.
*) Mehr zu François Cuvilliés, Joseph Effner und Johann Baptist Zimmerman im Album über Architekten


Album über den Schlosspark Nymphenburg mit den Parkburgen
Schlossmuseum Nymphenburg
Der Schlosspark Nymphenburg ist frei zugängig. Aber es gibt in der Anlage auch einige Museen, für die Eintritt bezahlt werden muss. So kann das Innere des Schlosses besichtigt werden: Schlossmuseum. In der historischen »Leibpferd-Stallung« in den südlichen Kavaliersgebäuden des Schlosses Nymphenburg befinden sich das Marstalmuseum und das Museum »Nymphenburger Porzellan«. (Im Nordflügel lädt zur Zeit noch das Museum »Mensch und Natur« zu einem Besuch ein.)
Album über die Museen in Schloss Nymphenburg
Marstallmuseum
Der Fuhrpark der Wittelsbacher wurde ab 1923 in der ehemaligen Hofreitschule am Marstallplatz ausgestellt. Im Zweiten Weltkrieg lagerte man die Sammlung ins Schloss Nymphenburg aus, und in den ehemaligen unter Kurfürst Karl Albrecht 1740 gebauten Stallungen wurde 1952 das Marstallmuseum eröffnet. Mit Bildern und Reitzubehör sowie mehr als 40 repräsentativen Kutschen und Schlitten zeigt es die Geschichte des Marstalls von der Renaissance bis ins 20. Jahrhundert.
Beim ältesten Fahrzeug des Marstallmuseums handelt es sich um eine zweieinhalb Meter lange Kinder-Kalesche, die vermutlich 1697/98 für Kurprinz Joseph Ferdinand von Bayern angeschafft wurde, der 1699 im Alter von sechs Jahren starb.
Die königlichen Hofwagenfabrikanten Franz Paul Gmelch und Johann Michael Mayer bauten für König Ludwig II. 1870/71 den sog. Neuen Galawagen nach Entwürfen des Künstlers und Hoftheaterdirektors Franz von Seitz (1817 – 1883). Das Gemälde an der Tür stellt die Schlacht bei Fontenai vom 11. Mai 1745 dar.
Album über die Museen in Schloss Nymphenburg
Museum »Nymphenburger Porzellan«
Im Obergeschoss des Marstallmuseums befindet sich das Museum »Nymphenburger Porzellan« mit der Sammlung von Bäuml. Unter der Leitung des aus Toužim (Theusing) in Tschechien stammenden Albert Bäuml (1855 – 1929) blühte die 1747 von Kurfürst Max III. Joseph im Paulanergarten zu Neudeck in der Au gegründete, 1761 nach Nymphenburg verlegte und inzwischen heruntergewirtschaftete Nymphenburger Porzellanmanufaktur ab 1888 wieder auf.
In einer Vitrine sind 18 Teile aus einem 1792 bis 1795 von der Porzellan Manufaktur Nymphenburg nach Modellen von Dominikus Auliczek für Kurfürst Karl Theodor hergestellten Speiseservices mit klassizistischem Perl-Dekor ausgestellt. Ungewöhnlich ist nicht zuletzt die zwölfeckige Form.
Joseph Wackerle* (1880 – 1959) war Medailleur und Bildhauer. Von 1905 an arbeitete er ein halbes Jahrhundert lang mit der Porzellan Manufaktur Nymphenburg zusammen, und 1937 gestaltete er mit Oswald Bieber den → Neptunbrunnen im → Alten Botanischen Garten.
*) Mehr zu Joseph Wackerle in den Alben über Brunnen bzw. Kunst im öffentlichen Raum




Album über die Museen in Schloss Nymphenburg
Schlossanlage Schleißheim
Die Schlossanlage Schleißheim geht auf ein Herrenhaus zurück, dass sich der bescheidene bayrische Herzog Wilhelm V. der Fromme (1548 – 1626) nach seiner Abdankung im Oktober 1597 bauen ließ. Sein Sohn, der spätere Kurfürst Maximilian I. (1573 – 1651), riss es ab und ersetzte es 1617 bis 1623 durch ein Schloss. Maximilian II. Emanuel (1662 – 1726) ließ dann nicht nur 1684 bis 1688 von Enrico Zuccalli* das hochbarocke Gartenschloss Lustheim bauen, sondern – ebenfalls von Enrico Zuccalli – eine monumentale Schlossanlage nach dem Vorbild von Versailles planen. Allerdings mussten die 1701 begonnenen Bauarbeiten während des Spanischen Erbfolgekriegs ausgesetzt werden, und nach der Rückkehr des Kurfürsten Max Emanuel aus dem Exil (1715) konnte nur der 300 Meter breite Ostflügel – das Neue Schloss – von Joseph Effner* realisiert werden.
Dennoch gehört das 1726 bis 1918 von den Wittelsbacher Kurfürsten bzw. Königen als Sommerresidenz genutzte Neue Schloss Schleißheim zu den prächtigsten Barockschlössern in Europa.
Alle drei Schlösser können ebenso wie der Schlosspark besichtigt werden. Die Anlage, die auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, befindet sich in Oberschleißheim am Stadtrand von München. Im Alten Schloss und im Schloss Lustheim sind Ausstellungen aufgebaut. Auch im Neuen Schloss werden einzelne Räume als Gemäldegalerie genutzt, aber dort geht es vor allem um die prächtige Innenarchitektur.
*) Mehr zu Joseph Effner und Enrico Zuccalli im Album über Architekten
Altes Schloss
Ab 1595 erwarb Herzog Wilhelm V. der Fromme (reg. 1579 – 1598) mehrere Schwaigen und ließ dort bis 1600 ein Herrenhaus mit Wirtschaftsgebäuden errichten (»Wilhelmsbau«). Aus dieser Zeit blieb der Tor- und Uhrturm erhalten. Sein Sohn Maximilian I. (reg. 1598 – 1651; Kurfürst ab 1623) ließ das Herrenhaus bis auf die Kellermauern abbrechen und 1617 bis 1623 durch ein Renaissance-Schloss ersetzen: Altes Schloss. (Wer dabei als Architekt fungierte, wissen wir nicht.)

Das im Zweiten Weltkrieg großenteils zerstörte Alte Schloss wurde 1970 bis 1989 wieder aufgebaut und dabei zum Museum für die ökumenische Sammlung »Das Gottesjahr und seine Feste«, die Gertrud Weinhold 1899 – 1992) dem Freistaat Bayern vererbte. Ausgestellt sind mehr als 6000 Exponate zur religiösen Fest- und Alltagskultur verschiedener Ethnien und Religionen.
Album über die Museen der Schlossanlage Schleißheim
Schloss Lustheim
Kurfürst Maximilian II. Emanuel vermählte sich 1685 mit Erzherzogin Maria Antonia von Österreich, der einzigen noch lebenden Tochter des Kaisers Leopold I., weil sie als mögliche Erbin des spanischen Königs Karl II. galt. 1684 bis 1688 ließ er eineinhalb Kilometer östlich des (Alten) Schlosses von Enrico Zuccalli ein hochbarockes Gartenpalais bauen: Schloss Lustheim. Kurfürstin Maria Antonia starb allerdings bereits am 24. Dezember 1692 in Wien. In ihrem Testament hatte sie ihren Ehemann enterbt und auch für ihre Erben auf die spanische Krone verzichtet.
1971 richtete das Bayerische Nationalmuseum in München ein Zweigmuseum im Schloss Lustheim in Oberschleißheim ein. In der Dauerausstellung sind mehr als 2000 Exponate aus der von Ernst Schneider (1900 – 1977) zusammengetragenen Porzellan-Sammlung zu sehen: »Meißener Porzellan-Sammlung Stiftung Ernst Schneider«. Was hier an Meißener Porzellan präsentiert wird, lässt sich nur mit der Porzellansammlung im Dresdener Zwinger vergleichen.


Meißener Porzellan, Mitte des 18. Jahrhunderts (Fotos: Mai 2025)
Album über die Museen der Schlossanlage Schleißheim
Neues Schloss Schleißheim
In Erwartung der Kaiserkrone plante Kurfürst Maximilian II. Emanuel ab 1701 eine Residenz nach dem Vorbild des Schlosses von Versailles. Vorgesehen war eine Vierflügelanlage mit dem Alten Schloss als Westflügel. Während des Spanischen Erbfolgekriegs (1701 – 1714) mussten die 1701 begonnenen Arbeiten ausgesetzt werden. Und nach der Rückkehr des Kurfürsten Max Emanuel aus dem Exil (1715) konnte nur der 300 Meter breite Ostflügel – das Neue Schloss – von Joseph Effner* (1687 – 1745) realisiert werden.
Die ursprünglichen Pläne stammten von Enrico Zuccalli*, aber bei der Fassade und der Innenarchitektur setzten sich Joseph Effners Vorstellungen durch. Sie entsprechen dem Stil des Régence. Leo von Klenze* gestaltete 1819 die barocke Fassade klassizistisch um, aber beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg orientierte man sich an Effners Entwürfen.
*) Mehr zu Joseph Effner, Leo von Klenze und Enrico Zuccalli im Album über Architekten

Album über die Museen der Schlossanlage Schleißheim
Die Staatlichen Archive Bayerns
1822 bis 1830 baute Leo von Klenze* das bayrische Kriegsministerium in der Ludwigstraße. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Komplex zerbombt, aber 1964 bis 1967 im klassizistischen Stil wieder aufgebaut. Inzwischen nutzen ihn das Bayerische Hauptstaatsarchiv, das Staatsarchiv München und das Institut für Bayerische Geschichte der LMU (»Staatliche Archive«, Ludwigstraße 14).
*) Mehr zu Leo von Klenze im Album über Architekten


Die Staatlichen Archive Bayerns bieten in unregelmäßigen Abständen Ausstellungen an. Beispielsweise zeigten sie anlässlich des 200. Todestages von König Max I. Joseph vom 14. Oktober bis 19. Dezember 2025 die Ausstellung »Max I. Joseph und die Frauen«.
Franz Ludwig Hirschmann: Königin Karoline, 1821 / Joseph Stieler: Amalie Auguste, 1823
(Fotos: Dezember 2025)
Mehr dazu im Album über die Ludwigstraße
Bayerische Staatsbibliothek
Herzog Albrecht V. erwarb 1558 die Bibliothek des im Jahr zuvor gestorbenen Gelehrten Johann Albrecht Widmanstetter, eine der bedeutendsten Bibliotheken in Europa, und gründete damit die Hofbibliothek im → Alten Hof, den Nukleus der heutigen Bayerischen Staatsbibliothek in München. Dafür errichtete der Architekt Friedrich von Gärtner* 1832 bis 1843 den 152 Meter langen, 78 Meter tiefen Blankziegelbau in der Ludwigstraße im Stil italienischer Palazzi bzw. der florentinischen Frührenaissance.
Die Architekten Hans Döllgast* und Sep Ruf* leiteten den Wiederaufbau nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg.
Die Bayerische Staatsbibliothek, die zentrale Universal- und Landesbibliothek des Freistaats, ist die größte Forschungsbibliothek Deutschlands und verfügt nicht nur über eine umfangreiche Sammlung von Inkunabeln, sondern auch eine der bedeutendsten Handschriftensammlungen der Welt.
*) Mehr zu Friedrich von Gärtner, Hans Döllgast und Sep Ruf im Album über Architekten


In unregelmäßigen Abständen finden Ausstellungen in der Bayerischen Staatsbibliothek statt. Beispielsweise waren vom 27. März bis 6. Juli 2025 unter dem Titel »Farben Japans« mehr als 130 Exponate aus der Japan-Sammlung des Hauses ausgestellt, die 90.000 gedruckte Bände, 100 Handschriften und 1000 Einblattdrucke umfasst. Zu sehen waren japanische Holzschnitte aus drei Jahrhunderten, von den Anfängen des Mehrfarbendrucks Mitte des 18. Jahrhunderts bis zu den sog. Neuen Drucken des 20. Jahrhunderts.





Album über die Bayerische Staatsbibliothek
Monacensia
Ulrich von Destouches (1802 – 1863) erhielt 1843 vom Magistrat der Stadt München den Auftrag, alle Bücher im Bereich der kommunalen Behörden zu katalogisieren und zentral zu sammeln. 1866 war der erste Katalog mit 2375 Nummern fertig. Ab 1873 durften städtische Bedienstete auf eine erste »Volksbibliothek« der Stadt zugreifen, die erst Jahre später auch für die Allgemeinheit geöffnet wurde. Für die Bibliothek sah Georg von Hauberrisser im letzten Bauabschnitt des neugotischen → Rathauses einen knapp zehn Meter hohen Jugendstil-Lesesaal vor, der 1905 fertiggestellt und im Jahr darauf seiner Bestimmung übergeben wurde (heute: → Juristische Bibliothek).
Hans Ludwig Held (1885 – 1954) übernahm 1921 die Leitung der Volks- und der Magistratsbibliothek und gründete im Jahr darauf die Monacensia. 1924 fügte er eine Handschriftensammlung hinzu. Die Nationalsozialisten entließen Hans Ludwig Held, aber von Mai 1945 bis 1953 leitete er die Städtischen Bibliotheken erneut, von deren Buchbestand 40 Prozent im Zweiten Weltkrieg zerstört worden waren.
Nachdem die Stadt München 1974 das Hildebrandhaus in Bogenhausen erworben hatte, zog dort 1977 die Monacensia ein. Die Villa hatte sich der Bildhauer Adolf von Hildebrand* 1896 bis 1898 nach eigenen Entwürfen vom Architekten Gabriel von Seidl* (1848 – 1913) am Isarhochufer bauen lassen.
Die Monacensia (Maria-Theresia-Straße 23) sammelt als Literaturarchiv Autorennachlässe und verfügt über eine Forschungsbibliothek zur Geschichte und Kultur Münchens. Mit Dauer- und Sonderausstellungen präsentiert die Monacensia im Hildebrandhaus gezielt Teile ihrer Bestände der Öffentlichkeit.
*) Mehr zu Adolf von Hildebrand im Album über Brunnen und zu Gabriel von Seidl im Album über Architekten


Mehr dazu im Album über Bogenhausen
Deutsches Theatermuseum
Die Clara-Ziegler-Stiftung entstand im Jahr nach dem Tod der Hofschauspielerin Clara Ziegler (1844 – 1909) in ihrer schlossähnlichen Villa ( (im Zweiten Weltkrieg zerstört) am Englischen Garten in München. 1979 wurde die Stiftung zum staatlichen Museum aufgewertet.
Zu finden ist das Deutsche Theatermuseum in der 1780/81 von Karl Albert von Lespilliez erbauten frühklassizistischen Churfürstlichen Galerie – dem Vorläufer der Alten Pinakothek – in den nördlichen → Hofgartenarkaden (Galeriestraße 4a). Das Deutsche Theatermuseum verfügt neben einem Archiv und einer Bibliothek über die größte Sammlung von Theaterfotografien der Welt, zeigt aber keine Dauerausstellung, sondern kuratiert wechselnde Sonderausstellungen.
Nördliche Hofgartenarkaden (Fotos: vor 1985 / 2023)
Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch im Deutschen Theatermuseum
Alpines Museum
Das nach Plänen von Friedrich Löwel gebaute, 1888 auf der Feuerwerksinsel in der Isar eingerichtete Café »Isarlust«, ein Schlösschen im Neurokokostil, bot die Stadt München Anfang des 20. Jahrhunderts dem Alpenverein für die Gründung eines Museums an. Nach Umbauten durch Robert Rehlen wurde das Alpine Museum im Dezember 1911 eröffnet.
Der Alpenverein ließ das durch Bomben zerstörte Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg zwar von dem Architekten Wolfgang Rothenbücher vereinfacht und in einem neoklassizistischen Stil wiederherstellen, nutzte es jedoch nur für Büros der Verwaltung – bis die Stadt München deshalb mit der Rückforderung drohte. Daraufhin wurde das Alpine Museum 1996 neu eröffnet. Und von 2021 bis 2024 fand ein umfassender Umbau statt.
Mehr zum Alpinen Museum im Album übers Lehel
Deutsches Jagd- und Fischereimuseum
Der Baumeister Veit Schmidt barockisierte 1618 bis 1621 ‒ vermutlich nach Plänen von Hans Krumpper* (um 1570 – 1634) ‒ die Klosterkirche der Augustiner-Eremiten in München, eine gotische Backsteinbasilika aus dem 13. Jahrhundert. Als das Kloster 1803 säkularisiert und die Brauerei privatisiert wurde (Augustiner Bräu), nutzte man die Kirche als Mauthalle. Der Architekt Theodor Fischer* (1862 – 1938) baute 1911 den »Weißen Saal« in die Kirche und 1914/15 eine Treppe zwischen den beiden Geschossen. Das Kloster wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts abgerissen, um Platz für den Neubau des → Polizeipräsidiums München zu schaffen.
Der nationalsozialistische Kommunalpolitiker Christian Weber (1883 – 1945) hob 1934 den Verein »Deutsches Jagdmuseum. Forschungs- und Lehrstätte für Jagdkunde« aus der Taufe und initiierte die Gründung eines Reichsjagdmuseums, das dann 1938 im Schloss Nymphenburg unter der Schirmherrschaft des Reichsjägermeisters Hermann Göring eröffnet wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, am Hubertustag 1966 (3. November), wurde das Deutsche Jagdmuseum in der für diesen Zweck von Erwin Schleich* 1962 bis 1964 rekonstruierten Augustinerkirche wiedereröffnet. Und als die Sammlungen 1982 um Süßwasserfische und Fischereigerätschaften erweitert wurden, änderte sich der Name in »Deutsches Jagd- und Fischereimuseum« (Neuhauser Straße 2).
1980 modellierte der Bildhauer Claus Nageler** (1943 – 2017) den Waller (Wels) aus Bronze vor dem Deutschen Jagd- und Fischereimuseum.
Die Bronze-Skulptur »Sitzender Keiler« schuf der Bildhauer Martin Mayer** 1960 im Auftrag von Bernhard Borst für die Borstei in München nach dem Vorbild der von Pietro Tacca um 1633 gestalteten Figur »Porcellino« auf dem Mercato Nuovo in Florenz. Bei der Plastik vor dem Deutschen Jagd- und Fischereimuseum handelt es sich um einen zweiten Guss aus dem Jahr 1976.
*) Mehr zu Theodor Fischer, Hans Krumpper und Erwin Schleich im Album über Architekten
**) Mehr zu Martin Mayer und Claus Nageler im Album über Kunst im öffentlichen Raum
Claus Nageler: Waller (Foto: Juni 2025) / Martin Mayer: Sitzender Keiler (Foto: März 2023)
Museum »Mensch und Natur«
Das 1990 im Schloss Nymphenburg eröffnete Naturkundemuseum »Mensch und Natur«, eine Einrichtung der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns, veranschaulicht die Entstehung des Sonnensystems, die Entwicklung der Erde und des Lebens ebenso wie die menschliche Anatomie. Thematisiert werden auch Fragen der Ernährung und des Umweltschutzes.
Der Freistaat Bayern beschloss 2014, das Museum »Mensch und Natur« unter dem Namen »Biotopia. Naturkundemuseum Bayern« in einem vom Architekten Volker Staab entworfenen Neubau von 2500 auf mehr als 7000 m² Ausstellungsfläche zu erweitern. Die Eröffnung ist für 2028 geplant.
Album über die Museen im Schloss Nymphenburg
Deutsches Museum
Im Frühjahr 1903 initiierte Oskar von Miller (1855 – 1934, geadelt: 1875) die Gründung eines technisch-naturwissenschaftlichen Museums in München. Die Stadt stellte dafür ein Gelände auf einer 1899 befestigten Kiesbank in der Isar – der Kohleninsel – zur Verfügung. Nach Entwürfen des Architekten Gabriel von Seidl* wurde 1909 mit den Bauarbeiten begonnen, aber bei der Eröffnung des Museums am 7. Mai 1925 waren sie noch nicht abgeschlossen.
Der Ingenieur Arthur Schönberg (1874 – 1943), ein Cousin des Komponisten Arnold Schönberg, spielte im Schatten des offiziellen Gründers Oskar von Miller drei Jahrzehnte lang eine wichtige Rolle beim Auf- und Ausbau des Deutschen Museums. 1934 schloss man ihn aus, weil er Jude war. Im Februar 1943, zwei Monate nach dem Tod seiner Frau Eva, starb Arthur Schönberg im Ghetto Theresienstadt.
Das Deutsche Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik in München ist das größte naturwissenschaftlich-technische Museum der Welt. Die Exponate und Vorführungen sollen dem interessierten Laien technische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge verständlich machen.
*) Mehr zu Gabriel von Seidl im Album über Architekten
Stammhaus auf der Museumsinsel
Das Deutsche Museum wurde auf ungefähr 1500 Strauss-Pfählen errichtet, alle tief im Kiesbett der Isar verankert. Für jeden Pfahl bohrte man ein Loch und brachte ein Futterrohr nieder, das während des Füllens mit Beton hochgezogen wurde. Weil das System damals noch relativ neu war, grub man einige Pfähle wieder aus und untersuchte sie. Die wulstartige Erweiterung am unteren Ende war beim Einbringen des Betons in lockere Bodenschichten entstanden.

Von Oktober 2015 bis voraussichtlich zum 125. Jubiläum der Museumsgründung im Mai 2028 wird das Deutsche Museum auf der Museumsinsel im Rahmen einer sog. Zukunftsinitiative generalsaniert und von Grund auf modernisiert. Die Kosten werden auf 750 Millionen Euro geschätzt. Die neu konzipierten Ausstellungen im ersten Bauabschnitt wurden 2022 eröffnet. Bis die Eingangshalle am Museumshof wieder verfügbar sein wird, erfolgt der Zugang von der Corneliusbrücke aus.
Deutsches Museum, Wetterturm (Fotos: September 2024 / Juni 2023)
In der 2023 eingerichteten »Schatzkammer optischer Instrumente« von der Antike bis zum 20. Jahrhundert sind mehr als 200 Geräte ausgestellt, darunter zwei 300 Jahre alte Mikroskope von Antoni van Leeuwenhoek (1632 – 1723) und ein Nachbau des 1931 von Ernst Ruska und Max Knoll erfundenen Elektronenmikroskops.

Der deutsch-amerikanische Uhrmacher Ottmar Mergenthaler (1854 – 1899) erfand 1886 die »Linotype«. Mit der Setz- und Gießmaschine wurden statt einzelner Lettern komplette Zeilen gegossen. Das machte die Arbeit deutlich schneller. Fast ein Jahrhundert lang wurde die »Linotype« verwendet. Sie steht gewissermaßen zwischen Handsatz und Desk Publishing.
Bei der historischen Apotheke handelt es sich um ein Rekonstrukt aus Mobiliar und Inventar, das 1907 bis 1918 aus verschiedenen Apotheken gesammelt, wissenschaftlich aufbereitet und 1925 aufgebaut wurde. Ein Großteil der Gegenstände in der Rokoko-Offizin stammt aus der Hofapotheke St. Emmeram in Regensburg aus dem Jahr 1736.


Album übers Deutsche Museum
Deutsches Museum Verkehrszentrum am Bavariapark
Die drei inzwischen denkmalgeschützten Ausstellungshallen am Bavariapark auf der Theresienhöhe wurden 1907/08 nach Entwürfen von Wilhelm Bertsch (1865 – 1916) gebaut. In der als Neue Musik-Festhalle errichteten heutigen Halle I fand am 12. September 1910 die Uraufführung der 8. Sinfonie von Gustav Mahler statt.
Von 1964 bis 1998 benutzte die Münchner Messe- und Ausstellungsgesellschaft die Hallen, dann zog die Messe München nach Riem. 2003 eröffnete das Deutsche Museum in Halle 3 ein Verkehrszentrum, drei Jahre später kamen die beiden anderen Hallen dazu. Die Eingangshalle entstand 2011.
Von 1955 bis 1962 lieferte BMW knapp 160.000 Exemplare des Zweisitzers Isetta mit Fronteinstieg aus.
Der 1953 von dem Flugzeugingenieur Fritz Fend konstruierte und dann in Regensburg produzierte Kabinenroller (»Schneewittchensarg«) Messerschmitt KR 175 wurde von 1954 bis 1964 mehr als 50.000-mal verkauft.


Album übers Deutsche Museum
Deutsches Museum Flugwerft Schleißheim
Der 1912 für die königlich-bayerische Fliegertruppe angelegte Flugplatz Schleißheim ist der älteste noch in Betrieb befindliche Flugplatz Deutschlands. Von 1939 bis 1946 befand sich auf dem Gelände ein Kriegsgefangenlager – zunächst der Deutschen, dann der US-Army. Als Militärflughafen wurde die Anlage 1947 bis 1973 von den Amerikanern und 1958 bis 1981 von der Bundeswehr genutzt. Ein Anschlag zerstörte 1975 einen Teil des Daches, und 1981 drückte eine Schneelast weitere Teile des Daches ein. Danach sollten die 1912 bis 1918 errichteten Gebäude abgerissen werden. Stattdessen eröffnete das Deutsche Museum am 18. September 1992 in den restaurierten Gebäuden und in Neubauten eine Außenstelle.
Außer Flugzeugen, Hubschraubern und Triebwerken sind in der Flugwerft Schleißheim Bord- und Ausrüstungsgegenstände ausgestellt. Auch ein Flugsimulator steht zur Verfügung.
Album übers Deutsche Museum
MVG-Museum
1876 fuhr die erste Pferde-Trambahn in München auf Schienen zwischen dem Promenadeplatz und Nymphenburg. Dafür hatte der belgische Unternehmer Édouard Otlet (1842 – 1907) eine Konzession bekommen. August Ungerer (1860 – 1921) nahm 1886 auf einer 776 Meter langen Strecke zum Würmbad am Würmkanal (heute: Ungerer Bad am Biedersteiner Kanal) die erste elektrische Bahn in München – die dritte in Deutschland – in Betrieb. Sie fuhr neun Jahre lang. 1907 übernahm die Stadt München den öffentlichen Personennahverkehr, zunächst mit Trambahnen (»Städtische Straßenbahnen«), nach dem Ersten Weltkrieg auch mit Bussen (ÖPNV).
In einer 1993 frei gewordenen Halle der 1918 als Kriegsmetallwerk errichteten Trambahn-Hauptwerkstätte in Ramersdorf wurde im Oktober 2007 das MVG-Museum eröffnet (MVG: Münchner Verkehrsgesellschaft). Ausgestellt sind 25 historische Straßenbahnen (darunter eine Pferdetram von 1893), Busse, Arbeitsfahrzeuge und anderes aus verschiedenen Epochen. Adresse: Ständlerstraße 20.


Mehr zum MVG-Museum im Album über Ramersdorf-Perlach
Alte Ziegelei
Eine der Ziegeleien in Oberföhring wurde 1899 von Friedrich Pfeifer gegründet. 1905 verkaufte er die Liegenschaft, und 1914 erwarb Josef Haid die Immobilie. Der neue Ziegeleibesitzer baute 1928 ein Maschinenhaus, und bis Mitte der Sechzigerjahre blieb die Anlage in Betrieb.
Der Verein NordOstKultur München e. V. pflegt einen Trockenstadel (Zur Alten Ziegelei 15) und das Maschinenhaus der Ziegelei Josef Haid, die als Industriedenkmäler inmitten der 2014 fertiggestellten Wohnanlage »Alte Ziegelei« erhalten blieben. (Der Stadel wurde allerdings versetzt und verkürzt wieder aufgebaut, und die Außenwände des Maschinenhauses sind neu.) Die anderen Trockenstadel riss man ab, und vom Ort des Ringofen-Kamins zeugt nur noch eine kreisförmige Parkbank.


Mehr dazu im Album über Ziegelbrenner und Lehmbarone
NS-Dokumentationszentrum München
1828 baute Jean Baptiste Métivier einen klassizistischen Adelspalast für Karl Freiherr von Lotzbeck (1786 – 1873), in dem die NSDAP 1930 ihre Parteizentrale einrichtete (»Braunes Haus«). 1947 riss man die Ruine des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäudes ab, und das Areal blieb zunächst unbebaut.
Der Münchner Stadtrat regte 1989 an, es für den Bau eines »Hauses der Zeitgeschichte« zu nutzen, aber daraus wurde nichts. 2001 beschlossen die Landeshauptstadt München und der Freistaat Bayern, ein NS-Dokumentationszentrum einzurichten, und 2005 stellte der Staat dafür das Grundstück zur Verfügung, auf dem das »Braune Haus« gestanden hatte. 2009 schlossen Bund, Land und Stadt einen Vertrag über das Projekt und die Kostenverteilung. Zwei Jahre später begannen die Bauarbeiten nach dem Plan des Berliner Architekturbüros Georg Scheel Wetzel, der bei einem 2008 ausgelobten Architekturwettbewerb gewählt worden war. Der Grundstein wurde 2012 gelegt, und die Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums erfolgte 2015. Der offizielle Name lautet: »NS-Dokumentationszentrum München ‒ Lern- und Erinnerungsort zur Geschichte des Nationalsozialismus« (Adresse: Max-Mannheimer-Platz 1).
Das Gebäude des NS-Dokumentationszentrums östlich der Reste eines der beiden 1947 gesprengten »Ehrentempel« und südöstlich des inzwischen von der Hochschule für Musik und Theater München genutzten ehemaligen »Führerbaus« besteht aus einem oberirdischen Kubus aus Sichtbeton mit sechs Etagen und zwei doppelt so großen Untergeschossen.
Der Rundgang durch die chronologisch mit Texttafeln, Dokumenten, Fotografien und Videos aufgebaute Dauerausstellung »München und der Nationalsozialismus« fängt im 4. Stock an und endet in der 1. Etage. Das NS-Dokumentationszentrum klärt über das Auftreten der Nazis in Deutschland und in der Stadt auf und leistet Forschungsarbeit zu deren Terrorherrschaft.
NS-Dokumentationszentrum München (Fotos: September 2024)
Mehr zum NS-Dokumentationszentrum im Album übers Kunstareal
KZ-Gedenkstätte Dachau
Im März 1933, zwei Monate nach Hitlers Ernennung zum Reichskanzler, richtete Heinrich Himmler, der damals kurze Zeit als Polizeipräsident von München amtierte, ein für 5000 Häftlinge konzipiertes Konzentrationslager (»Schutzhaftlager«) auf dem Gelände der stillgelegten Königlichen Pulver- und Munitionsfabrik Dachau ein, um politische Gegner wegzusperren und die Bevölkerung einzuschüchtern. 1937/38 erweiterten die Nationalsozialisten das KZ Dachau, das sich nun auch mit Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen und Zeugen Jehovas füllte. Im Zweiten Weltkrieg sperrte man außerdem Menschen aus den besetzten Gebieten dort ein, und neben der Repression erfüllte das KZ Dachau nun auch den Zweck, auf Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie zugreifen zu können. Um das Hauptlager in Dachau bildete sich ein Netz von 140 Außenlagern.
Von den mindestens 161.896 Häftlingen in Dachau – wahrscheinlich eher 200.000 – starben schätzungsweise 41.500.
Nachdem man 1960 ein provisorisches Museum im Gebäude des ehemaligen Krematoriums eingerichtet hatte, entstand 1965 die großflächige KZ-Gedenkstätte Dachau. 2003 übernahm die vom Freistaat Bayern neu errichtete Stiftung Bayerische Gedenkstätten die Trägerschaft.
Album über die KZ-Gedenkstätte Dachau
Pater-Rupert-Mayer-Museum
Nachdem die Sodalen der 1610 gegründeten Marianischen Männerkongregation »Mariä Verkündigung« einen Neubau ihres Kongregationssaals beschlossen hatten, realisierte der Polier Johann Georg Ettenhofer das Vorhaben 1709/10 nach Plänen von Giovanni Antonio Viscardi*. Im Zweiten Weltkrieg wurde der »Bürgersaal« bis auf die barocke Hauptfassade und die ursprünglich als Druckerei genutzte »Unterkirche« zerstört. In den Fünfzigerjahren erfolgte die Rekonstruktion nach historischen Kupferstichen (Neuhauser Straße 14).
Die Marianische Männerkongregation richtete 2008 bzw. 2013 in zwei Phasen ein Museum im Bürgersaal ein. Es ist Pater Rupert Mayer und der Geschichte der kirchlichen Vereinigung gewidmet. Beispielsweise ist die Bestätigungsurkunde der Kongregation aus dem Jahr 1610 ausgestellt.




Die Madonna mit der Weintraube wurde 1615 von Hans Degler für die Franziskanerkirche Ingolstadt geschaffen.
Die Marianische Männerkongregation erwarb die Figur 2013.
Der Jesuit Rupert Mayer (1876 – 1945) wurde 1921 von Kardinal Michael von Faulhaber zum Präses der Marianischen Männerkongregation in München ernannt. Unter dem NS-Regime verteidigte er die Religionsfreiheit. Weil er 1937 ein Redeverbot missachtete, wurde er wegen »Kanzelmissbrauchs« verurteilt, aber nach Protesten der Kirche und der Bevölkerung frei gelassen. In den ersten vier Monaten des folgenden Jahres war Rupert Mayer erneut inhaftiert. Im November 1939 verhafteten die Nationalsozialisten den Regimegegner zum dritten Mal, sperrten ihn zunächst im KZ Sachsenhausen ein und internierten ihn dann im Kloster Ettal. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam er wieder frei. Ein halbes Jahr später starb er. 1987 wurde Rupert Mayer seliggesprochen.

Mehr zum Bürgersaal im Album übers Kreuzviertel
Amerikahaus München
Im Rahmen der »Reeducation« nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1945/46 in der Medizinischen Lesehalle der → LMU am Beethovenplatz der American Reading Room eröffnet. 1948 zog die Einrichtung in den ehemaligen »Führerbau« (heute: → Musikhochschule). Dort wurde die Bibliothek durch Kunstausstellungen und Veranstaltungen ergänzt.
Auf dem Areal des im Krieg zerstörten Lotzbeck-Palais am → Karolinenplatz entstand 1957 nach Plänen der Architekten Karl Fischer und Franz Simm das heutige »Amerikahaus«. Als die United States Information Agency wegfiel, schloss 1997 auch das Amerikahaus in München, aber im Jahr darauf übernahm das neu gegründete »Bayerisch-Amerikanische Zentrum im Amerikahaus« die Trägerschaft.
2011 beschloss die bayrische Staatsregierung, das Amerikahaus nach einer Sanierung der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften zu übergeben. Die Sanierung fand 2016 bis 2020 statt, doch aufgrund starken Widerspruchs änderte die Regierung ihre Pläne und ließ zu, dass 2020 wieder ein Amerikahaus als Kulturinstitution eröffnet werden konnte.
Das Amerikahaus München informiert mit einer umfangreichen Bibliothek, Ausstellungen und zahlreichen Veranstaltungen über den amerikanischen Kontinent.
Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch im Amerikahaus München
Sammlung Schack
In dem bis 2009 als »Schack-Galerie« bekannten Kunstmuseum sind Werke bekannter Maler des 19. Jahrhunderts zu sehen. Die Sammlung wurde ursprünglich von dem Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker Adolf Friedrich Graf von Schack (1815 – 1894) angelegt, der 1856 einer Einladung des Königs Maximilian II. gefolgt und nach München übergesiedelt war. Die Ausstellung entstand in der Brienner Straße (Alte Schackvilla).
Kaiser Wilhelm II., dem der Gründer die Sammlung Schack vermacht hatte, ließ 1907 bis 1909 in der Prinzregentenstraße zusammen mit der Preußischen Gesandtschaft eine Galerie nach Vorentwürfen des Bildhauers Adolf von Hildebrand* (1847 – 1921) und Plänen des Architekten Max Littmann* (1862 – 1931) errichten. In das Gebäude im historisierenden Stil zog die Sammlung Schack 1909, und nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie dort als erstes der Münchner Kunstmuseen 1950 wiedereröffnet werden.
*) Mehr zu Adolf von Hildebrand im Album über Kunst im öffentlichen Raum und zu Max Littmann im Album über Architekten

Moritz von Schwind (1804 – 1871): Eine Symphonie, 1852 (Fotos: Februar 2023)
Mehr zur Sammlung Schack im Album übers Lehel
Pinakotheken
Alte Pinakothek
Die Anfänge der Alten Pinakothek gehen auf Historienbilder zurück, die Herzog Wilhelm IV. ab 1528 in Auftrag gab, darunter die »Alexanderschlacht« von Albrecht Altdorfer. Kurfürst Maximilian I. ließ sich 1627 von Nürnberg »Die vier Apostel« von Albrecht Dürer übergeben.
Kurfürst Maximilian Joseph – der spätere König von Bayern – ernannte 1799 den Maler und Architekten Johann Christian von Mannlich (1741 – 1822) zum pfalz-bayerischen Zentraldirektor aller Kunstsammlungen, und die von Mannlich 1793 vor den französischen Revolutionstruppen in Pfalz-Zweibrücken gerettete Gemäldesammlung bildete einige Jahrzehnte später den Grundstock der Alten Pinakothek in München.
König Ludwig I. von Bayern beauftragte 1826 Leo von Klenze* mit dem Bau eines Museums für die Gemäldesammlung. Die Pinakothek wurde am 16. Oktober 1836 eröffnet. Die Alte Pinakothek ‒ so der Name seit 1853 ‒ konzentriert sich auf Maler vom Mittelalter bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts und gilt als eine der bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt.
Das Gebäude wurde zwar im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, aber die Bestände hatte man rechtzeitig ausgelagert. Hans Döllgast* leitete 1946 bis 1957 den Wiederaufbau. Eine Renovierung fand 1994 bis 1998 statt.
*) Mehr zu Leo von Klenze und Hans Döllgast im Album über Architekten
Album über die Alte und Neue Pinakothek
Neue Pinakothek
Nach Entwürfen Friedrich von Gärtners* errichtete August von Voit* die Neue Pinakothek, die am 25. Oktober 1853 als Ergänzung zur (Alten) Pinakothek eröffnet wurde und die erste Galerie »moderner« Kunst weltweit war.
Die Ruine des 1944 von Bomben zerstörten Gebäudes wurde 1948/49 abgerissen. Alexander Freiherr von Branca* gestaltete den postmodernen, am 28. März 1981 eröffneten Neubau. Die Neue Pinakothek widmet sich der europäischen Kunst vom späten 18. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts.
Für eine voraussichtlich zehn Jahre dauernde Generalsanierung ist die Neue Pinakothek im Kunstareal seit Anfang 2019 geschlossen. Bevor die Baustelle abgesperrt wurde, konnte man zwei Skulpturen vor der Neuen Pinakothek sehen: »Große Liegende« (1957) von Henry Moore (1898 ‒ 1986) und »Miracolo« (1959/60) von Marino Marini (1901 – 1980).
*) Mehr zu Alexander Freiherr von Branca, Friedrich von Gärtner und August von Voit im Album über Architekten


Unter dem Titel »Von Goya bis Manet« zeigt die Alte Pinakothek rund 90 Gemälde und Skulpturen vom ausgehenden 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert aus der (geschlossenen) Neuen Pinakothek.


Album über die Alte und Neue Pinakothek
Pinakothek der Moderne
Nach einer erfolgreichen Spendenaktion stellte der Freistaat Bayern für den Bau der Pinakothek der Moderne in München ein bis dahin für die Errichtung von Universitätsinstituten vorgesehenes Grundstück der ehemaligen Türkenkaserne zur Verfügung. Das von dem Architekten Stephan Braunfels (*1950) entworfene Gebäude aus Sichtbeton wurde am 16. September 2002 eröffnet.
In der Pinakothek der Moderne sind vier unabhängige Museen untergebracht: im Obergeschoss die Sammlung Moderne Kunst, im Erdgeschoss das Architekturmuseum der TU München, im Untergeschoss die Staatliche Graphische Sammlung sowie Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich.







Unter dem Titel X-D-E-P-O-T ist seit 10. September 2021 eine Dauerausstellung im Designmuseum im Untergeschoss der Pinakothek der Moderne in München zu sehen. Vor dem Eingang hängt ein knapp 24 Meter langer Pfeil des amerikanischen Künstlers Richard Tuttle (*1941) aus den Jahren 1966/67.

Vom 23. Juni 2023 bis 22. September 2024 zeigte die Pinakothek der Moderne unter dem Titel »Type is Image« die erste Einzelausstellung der US-amerikanischen Grafikdesignerin Paula Scher (*1948) in Deutschland.


Album über die Pinakothek der Moderne (privat)
Museum Brandhorst
Udo (*1939) und Anette Brandhorst (geb. Petersen, 1936 – 1999) überführten ihre Sammlung zeitgenössischer Kunst 1993 in eine Stiftung. Mehr als 700 Kunstwerke umfasste die Sammlung, als der Freistaat Bayern dafür auf dem Gelände der ehemaligen Türkenkaserne in München ein Museum bauen ließ, das 2009 eröffnet wurde und seither von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen betrieben wird (Entwurf: Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton). Schwerpunkt ist die US-amerikanische Kunst der Sechziger- bis Neunzigerjahre. Zu den architektonischen Besonderheiten des Museums Brandhorst im Kunstareal gehören die 36.000 bunten Keramikstäbe vor den Beton-Außenwänden.




Album übers Museum Brandhorst (privat)
Lenbachhaus
1887 bis 1891 ließ sich der »Malerfürst« Franz von Lenbach (1836 – 1904) eine Villa und ein Atelier am → Königsplatz in München bauen. Die Pläne für das von der toskanischen Renaissance inspirierte historisierende Lenbachhaus stammten von Gabriel von Seidl*. Die beiden getrennten Gebäude wurden 1912 verbunden.
1924, 20 Jahre nach dem Tod ihres Mannes, verkaufte die Witwe Charlotte (»Lolo«) von Lenbach (1861 – 1941) die Immobilie der Stadt München. Der Architekt Hans Grässel* erweiterte die Villa 1927 bis 1929, und sie wurde der Öffentlichkeit als Kunstmuseum der Stadt zugängig gemacht. 1969 bis 1972 erfolgte eine erneute Erweiterung durch Heinrich Volbehr und Rudolf Thönessen. Das Lenbachhaus wurde von 2009 bis 2013 generalsaniert und nochmals durch einen Kubus (»Goldschachtel«) erweitert.
Vor dem Lenbachhaus bzw. unweit davon in der Luisenstraße stehen zwei zur Sammlung der Städtischen Galerie gehörende Kunstwerke aus Bronze von Fritz Koenig** (1924 – 2017): »Große Kugelkopfsäule« (1969/71) und »Großes Votiv K« (1963/64).
*) Mehr zu Hans Grässel und Gabriel von Seidl im Album über Architekten
**) Mehr zu Fritz Koenig im Album über Kunst im öffentlichen Raum
Der Gartenarchitekt Max Kolb (1829 – 1915) gestaltete die Außenanlage des Lenbachhauses im Stil des Historismus, inspiriert von der italienischen Renaissance.




Im Atrium der Städtischen Galerie im Lenbachhaus am Königsplatz in München (Adresse: Luisenstraße 33) hängt die 2012 von Ólafur Elíasson* geschaffene Installation »Wirbelwerk« aus Stahl, Glas und Licht. Sie ist mehr als acht Meter hoch und endet dicht über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher. Grundidee ist die Dynamik der Kreisbewegung, und mit der Farbigkeit spielt der Künstler auf die der Gemälde des »Blauen Reiter« an.
Im Hintergrund ist ein Teil der Lenbach-Villa mit den Wohnräumen im Obergeschoss zu sehen.
*) Mehr zu Ólafur Elíasson im Album über Kunst im öffentlichen Raum



Einige Räume der Lenbachvilla sind im Originalzustand erhalten und können besichtigt werden.
»Der Blaue Reiter« entstand 1911 als Abspaltung (Sezession) von der zwei Jahre zuvor gegründeten »Neuen Künstlervereinigung München«. Die Bezeichnung wählten Wassily Kandinsky und Franz Marc für ihre Ausstellungs- und Publikationstätigkeit, den Almanach sowie die beiden Ausstellungen 1911 und 1912 in München. Die im Umfeld des »Blauen Reiter« tätigen expressionistischen Künstler bildeten keine Künstlergruppe im engeren Sinne wie die »Brücke« in Dresden, sondern ein lockeres Beziehungsnetz der Avantgarde.
Bevor Wassily Kandinsky (1866 – 1944) wegen des Ersten Weltkriegs nach Russland zurückkehrte, bevollmächtigte er seine Lebensgefährtin Gabriele Münter (1877 – 1962), die gemeinsame Wohnung in Schwabing aufzulösen. 1926 entschied ein Gericht einen Rechtsstreit um die Eigentumsverhältnisse an Kandinskys Murnauer Bildern weitgehend zugunsten von Gabriele Münter. Ihr gelang es dann auch, viele Werke des »Blauen Reiter« vor den Nationalsozialisten zu verstecken. 1957 schenkte sie dem Lenbachhaus in München Hunderte von Kunstwerken des »Blauen Reiter«, darunter 25 eigene Gemälde. 1965 wurde die Sammlung durch den Bestand der Bernhard und Elly Koehler Stiftung ergänzt. Seither verfügt die Städtische Galerie im Lenbachhaus über die größte Sammlung zur Kunst des »Blauen Reiter« weltweit.


Der »Kunstbau«, eine von dem Architekten Uwe Kiessler gestaltete Dependence der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in einem beim Bau des → U-Bahnhofs Königsplatz übrig gebliebenen unterirdischen Raum, entstand 1992 bis 1994.
Cao Fei (*1978), die Tochter eines chinesischen Bildhauer-Ehepaars, gilt als eine der bedeutenden Vertreterinnen der post-digitalen Kunst. Sie achtet darauf, wie wir auf die gesellschaftlichen Umbrüche und die Veränderung unserer Lebensräume in einer technisierten und digitalisierten, globalisierten und hypervernetzten Welt reagieren. In der von Eva Huttenlauch kuratierten Ausstellung »Meta-mentary« im Kunstbau des Lenbachhauses vom 13. April bis 8. September 2024 waren die zum Teil dystopischen Werke Bestandteile des gestalteten Raums.
Vom 15. August 2025 bis 6. Januar 2026 zeigte das Lenbachhaus im Kunstbau zum zehnten Mal seit 1994 die Installation »Untitled (For Ksenija)« von Dan Flavin. Dan Flavin (bürgerlich: Daniel Nicholas Flavin, 1933 – 1996) studierte ab 1956 in New York Kunst und Kunstgeschichte. Als Künstler des Minimalismus konzentrierte er sich von Anfang an (1961) auf Installationen mit Leuchtstoffröhren.


Alben übers Lenbachhaus und Sonderausstellungen im Lenbachhaus
Villa Stuck
Franz von Stuck (1863 – 1928) ließ sich 1897/98 nach eigenen Entwürfen vom Bauunternehmen Heilmann & Littmann eine neoklassizistische Villa in der Prinzregentenstraße in Bogenhausen errichten, die 1914/15 um das »Neue Atelier« erweitert wurde. Die Innenräume gestaltete der »Malerfürst« im Kontrast zu den Jugendstil-Fassaden. Dabei kombinierte Franz von Stuck Stilelemente aus Antike, Byzanz, Orient und Hochrenaissance mit Entwicklungen des späten 19. Jahrhunderts zu einem eigenständigen Gesamtkunstwerk mit theatralischer Wirkung.
Nach seiner Heirat mit Mary Lindpaintner wollte Franz von Stuck 1897 seine im Vorjahr geborene, mit der Bäckerstochter Anna Maria Brandmair gezeugte Tochter Mary adoptieren, musste jedoch bis 1904 auf die Genehmigung warten. Nach dem Tod ihres Vaters bewohnte Mary die Villa Stuck bis 1939 mit ihrem Ehemann Albert Heilmann ‒ einem Sohn des Bauunternehmers Jakob Heilmann. 1965 erwarben Hans Joachim und Amélie Ziersch die Villa Stuck einschließlich der Einrichtung von Albert Heilmanns Sohn Otto. Mit dem Ziel, ein Museum einzurichten, gründete Hans Joachim Ziersch 1967 den Stuck-Jugendstil-Verein e. V. , dem das Ehepaar Ziersch noch im selben Jahr die Villa Stuck übereignete. 1968 wurde das Museum eröffnet (Adresse: Prinzregentenstraße 60). Ein größerer Umbau erfolgte 1998 bis 2005. Und 2024/25 war die Villa Stuck wegen einer weiteren Sanierung geschlossen.
Das Alte Atelier mit einem von Franz von Stuck selbst gemalten Fries war eher ein Bankettsaal. In diesen repräsentativen Raum lud der »Malerfürst« regelmäßig Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft, Politik und Aristokratie ein. (Die Brüsseler Tapisserien wurden inzwischen durch Reproduktionen ersetzt.)
Album über die Villa Stuck
Haus der Kunst
Nachdem der Glaspalast im → Alten Botanischen Garten von München 1931 niedergebrannt war, sollte ein neues von Adolf Abel gestaltetes Ausstellungshaus gebaut werden. Aber Hitler, der am 30. Januar 1933 die Reichsregierung übernahm, verwarf die Pläne und beauftragte Paul Ludwig Troost mit dem Neubau. Der Architekt entwarf daraufhin einen 175 Meter langen neoklassizistischen Monumentalbau mit Freitreppe, Portikus und Kolonnade auf der Schauseite. 1933 bis 1937 wurde das »Haus der Deutschen Kunst« errichtet. Am Tag nach der Eröffnung der ersten »Großen Deutschen Kunstausstellung« im »Tempel der deutschen Kunst« eröffneten die Nationalsozialisten im Galeriegebäude am → Hofgarten die Ausstellung »Entartete Kunst«.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das »Haus der Kunst« durch Ausstellungen im »Dritten Reich« verfemter Künstler gewissermaßen dekontaminiert. Das Haus der Kunst besitzt keine eigene Sammlung, sondern ist ein reines Ausstellungshaus.
Vom 23. Februar bis 15. Dezember 2024 war im Haus der Kunst in München die minimalistische Installation »Afterglow« der Münchner Kunststudentin Luisa Baldhuber (*1994) zu sehen.
Vom 16. März bis 23. Juli 1923 zeigte das Haus der Kunst in der ursprünglichen »Ehrenhalle« die Ausstellung »Hamid Zénati. All-Over«. Hamid Zénati (1944 – 2022) pendelte ein Leben lang zwischen Algier und München. Zur Welt gekommen war er in Constantine; in München starb er.


Album übers Haus der Kunst (privat)
Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Die 1985 eröffnete Kunsthalle München ist die bedeutendste Einrichtung der 1983 gegründeten Hypo-Kulturstiftung. Seit 2001 befindet sie sich in den Fünf Höfen (Theatinerstraße 8) im Kreuzviertel der Altstadt. Die Kunsthalle besitzt keine eigene Kunstsammlung, sondern organisiert Wechselausstellungen. Sie gehört zu den renommiertesten Ausstellungshäusern in Deutschland.
Vom 23. Februar bis 6. Oktober 2024 stellte die Kunsthalle bei der von Thierry-Maxime Loriot kuratierten ersten Retrospektive von Viktor & Rolf rund hundert Kreationen der beiden niederländischen Designer aus.
Vom 25. Oktober 2024 bis 23. März 2025 präsentierte die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in Zusammenarbeit mit dem Münchner Stadtmuseum die von Bodo Sperlein gestaltete Ausstellung »Jugendstil. Made in Munich«.
Hermann Gradl der Ältere (1869 ‒ 1934) entwarf um 1899/1900 ein Fisch-Service und den Wandbrunnen mit Fischen, der von Villeroy & Boch in Mettlach und der Orivit-Metallfabrik in Köln hergestellt wurde. Auch die 1900 von der Orivit-Metallfabrik in Köln angefertigte Schauplatte mit Frauenkopf und Blütendekor stammt von ihm.
Hermann Gradl: Wandbrunnen, Fisch-Service, Schauplatte (Fotos: November 2024)
Album über die Kunsthalle München (privat)
König Galerie im Bergson Kunstkraftwerk
Johann König (*1981), der durch einen Unfall erblindete Sohn der Illustratorin und Schauspielerin Edda Köchl-König und des Kunstprofessors Kasper König, Bruder des Galeristen Leo König und Neffe des Kunstbuchverlegers Walther König, gründete 2002 – noch vor seinem Abitur – die Galerie Johann König in Berlin, die schon bald zu den bedeutendsten Galerien zeitgenössischer Kunst in Deutschland zählte und ab 2017 Dependancen in London, Tokio, Seoul und Wien eröffnete.
Seit 2024 gibt es die König Galerie auch in München, im Bergson Kunstkraftwerk in Aubing. Dort sind die früheren Kohlesilos des Industriegebäudes zu vier fensterlosen Ausstellungsräumen geworden, und im Neubau präsentierte sich die König Galerie auf vier Etagen mit 1600 Quadratmetern Fläche. Im Juni 2025 berichtete die Süddeutsche Zeitung allerdings, dass sich die König Galerie aus dem Neubau zurückziehen und auf die ehemaligen Kohlsilos im Bergson Kunstkraftwerk beschränken werde.


Album über die König Galerie im Bergson Kunstkraftwerk (privat)
Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung
Die Versicherungskammer Kulturstiftung ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in München zur Förderung von Kunst und Kultur, vor allem durch ein eigenes Ausstellungs- und Konzertprogramm. Das Kunstfoyer mit seinem Ausstellungsprofil Grafik und Zeichnung, Film und Fotografie steht für interkulturellen Dialog.
Vom 13. Dezember 2023 bis 1. April 2024 fand im Kunstfoyer der Kulturstiftung der Versicherungskammer Bayern in der Maximilianstraße die Ausstellung »Abe Frajndlich Chameleon« statt.
Ausstellungsplakat / Eingang zur Ausstellung »Abe Frajndlich Chameleon« (Fotos: März 2024)
Weil die Versicherungskammer Bayern abgerissen und bis voraussichtlich 2029 durch einen Neubau nach Plänen des niederländischen Architekturbüros Mecanoo ersetzt werden soll, schloss das Kunstfoyer in der Maximilianstraße 53 im Sommer 2024, wurde jedoch am 8. Mai 2025 am Thierschplatz 6 mit der Ausstellung »Bruce Gilden: A Closer Look« wiedereröffnet.


Album über das Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung (privat)
Galerie der Künstler*innen
Die »Königlich Privilegierte Künstlergenossenschaft« in München wurde 1858 gegründet. Prinzregent Luitpold sorgte dafür, dass die Genossenschaft zur Jahrhundertwende Ausstellungsräume im damaligen Gebäude des Bayerischen Nationalmuseums bekam – in dem sich inzwischen das Museum Fünf Kontinente eingerichtet hat.
Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern die Galerie an der Maximilianstraße 42.
1981 gab sich die Einrichtung den Namen »Galerie der Künstler« (inzwischen »Galerie der Künstler*innen«). Ziel ist es, zwischen der Öffentlichkeit und bayrischen, überregionalen und internationalen Kunstschaffenden zu vermitteln.



Album über die Galerie der Künstler*innen (privat)
Akademie der Bildenden Künste München
Friedrich von Gärtner* legte König Ludwig I. 1826 einen Entwurf für einen Neubau der 1808 gegründeten Königlich-Bayerischen Akademie der Bildenden Künste in München vor, aber Leo von Klenze* sorgte dafür, dass die Idee seines Konkurrenten nicht realisiert wurde. Erst 1875 erhielt Gottfried von Neureuther (1811 – 1887) einen Bauauftrag, und 1876 bis 1886 errichtete er die drei Flügel der Akademie im Stil der Neorenaissance. Auf der Freitreppe vor dem Portikus stehen zwei 1886 von dem Bildhauer Max von Widnmann** (1812 – 1895) gestaltete Reiterfiguren aus Bronze: die Dioskuren Castor und Pollux.
*) Mehr zu Friedrich von Gärtner und Leo von Klenze im Album über Architekten
**) Mehr zu Max von Widnmann im Album über Kunst im öffentlichen Raum


Die Akademie der Bildenden Künste München lädt beispielsweise zu Examens- und Jahresausstellungen ein. Die Studierenden präsentieren dann ihre Werke in verschiedenen Ateliers.
Bei der Jahresausstellung 2024 waren Arbeiten von Sterz, Marian Raha Mariam, Marc-Daniel Porr, Oskar Rahe, Samantha Waiden, Panni Somody, Ilvie Schlotfeldt, Sevilay Hannas, Kim Donghwan, Justus Körtgen: Manhood, Wanho Joung, Saicheng Chen, Lucas Maximilian Frohn u. a. ausgestellt.


Album über die Akademie der Bildenden Künste München
AkademieGalerie
In der 1989 im U-Bahnhof Universität eingerichteten AkademieGalerie realisieren Studierende der nahen Akademie der Bildenden Künste München Ausstellungsprojekte, zum Beispiel »Scala Naturæ« von Eunjin Yoo (April/Mai 2024).

Kunstarkaden München
In den städtischen Kunstarkaden in der Sparkassenstraße 3 präsentieren junge in München lebende Künstlerinnen und Künstler ihre Werke der Öffentlichkeit.
Die Ausstellung »No Mind No Matter« von Tatjana Vall, Johannes Kiel und Justin Urbach (26. Juni bis 27. Juli 2024) drehte sich um die Spannung zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit im Allgemeinen und das maschinelle »Sehen« im Besonderen: Künstliche Sensoren erfassen das gesamte elektromagnetische Spektrum auch jenseits des sichtbaren Lichts und sind nicht nur auf der Erde im Einsatz, sondern umkreisen zudem unseren Planeten. Dazu kommen Systeme zur Datenerfassung und -auswertung, die großenteils hinter den Kulissen arbeiten.


Mehr zu den Kunstarkaden München im Album übers Graggenauer Viertel
Lothringer13
Lothringer13, eine Einrichtung des Münchner Kulturreferats, wurde 1980 in einer früheren Motorenschleiferei in der Lothringer Straße 13 im Franzosenviertel gegründet – zunächst als »Künstlerwerkstatt«. In der Halle werden wechselnde Ausstellungen zur Gegenwartskunst sowohl von etablierten als auch von angehenden Künstlerinnen und Künstlern kuratiert. »Lothringer13_Florida« versteht sich als Plattform für Experimente und Diskussionen.




Mehr zu Lothringer13 im Album über Haidhausen
Galerie Handwerk München
Die Galerie Handwerk München, eine Einrichtung der Handwerkskammer für München und Oberbayern, versteht sich als Schaufenster des bayrischen Handwerks und veranstaltet deshalb wechselnde Ausstellungen. Die Adresse lautet Max-Joseph-Straße 4, aber der Eingang der Galerie befindet sich in der Ottostraße.
Der Kunstschmied Manfred Bergmeister (1927 – 2019) gehörte zu den Gründern der »Galerie Handwerk«. Davor, an der Ecke Ottostraße / Max-Joseph-Straße, befindet sich seine Bronze-Plastik »Vernetzungen« aus dem Jahr 1993.

Unter dem Titel »Wilde Gefährten. Künstlerisches Spielzeug – spielerische Kunst« präsentierte die Galerie Handwerk vom 28. November bis 28. Dezember 2024 Arbeiten von rund 50 Ausstellerinnen und Ausstellern aus Deutschland, Tschechien, Belgien, Schweden, Großbritannien und Frankreich.
Album über die Galerie Handwerk München (privat)
Münchner Künstlerhaus
Prinzregent Luitpold legte 1893 den Grundstein für das von Gabriel von Seidl* im Stil der Neorenaissance entworfene Vereinshaus Münchner Künstler, das unter Leitung von Franz von Lenbach und Ferdinand von Miller gebaut und 1900 eröffnet wurde.
Bei einem Luftangriff am 14. Juli 1944 ging das Künstlerhaus in Flammen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es schrittweise wiedereröffnet, bis die Restaurierung 1998 abgeschlossen werden konnte. Die Münchner Künstlerhaus-Stiftung entstand Ende 2001.
Im Münchner Künstlerhaus finden nicht nur kulturelle Veranstaltungen, sondern auch Kunstausstellungen statt.
*) Mehr zu Gabriel von Seidl im Album über Architekten


Mehr zum Münchner Künstlerhaus im Album übers Kreuzviertel
Album über Ausstellungen im Münchner Künstlerhaus (privat)
Galerie Bezirk Oberbayern
Die Galerie Bezirk Oberbayern im Lehel (Prinzregentenstraße 14) fördert im Bezirk lebende Kunstschaffende durch Ausstellungen. Sie können hier unabhängig von Behinderung, Alter, Bildungshintergrund und sozialer Herkunft aktiv an Kunst, Kultur und Bildung teilhaben.
Beispielsweise zeigte die Galerie Bezirk Oberbayern vom 10. Juli bis 13. September 2024 Werke der Preisträger des alle zwei Jahre vom kbo-Sozialpsychiatrischen Zentrum und dem Bezirk Oberbayern ausgelobten Oberbayerischen Kunstförderpreises »SeelenART«.

Album über die Galerie Bezirk Oberbayern (privat)
Maximiliansforum
1968/69 baute man an der Kreuzung Maximilianstraße / Altstadtring (Karl-Scharnagl- bzw.Thomas-Wimmer-Ring) im Lehel eine Fußgänger-Unterführung. Nach einer Änderung der Verkehrsplanung blieb ein unterirdischer Raum übrig, in dem von 1973 bis 1995 die Städtische Galerie im Lenbachhaus Ausstellungen – zum Beispiel von Joseph Beuys – zeigte. Inzwischen hat man die abgeschalteten Rolltreppen begrünt und den Ausstellungsraum nach Plänen des Architekten Peter Haimerl 2000 zum »Maximiliansforum« umgebaut.
Beispielsweise war dort im November 2023 eine Installation zu sehen, bei der Stefanie Zoches Bausteine aus Wüstensand mit von Nathalie Grenzhaeuser auf der meeresbiologischen Forschungsstation White Sea Biological Station Kartesh in Karelien gefilmten Videos kombiniert wurden.

(Foto: November 2023)
Maximiliansforum (offizielle Website)
Botanikum
Der Künstler Heinrich Bunzel und seine Frau Bettina eröffneten 1985 in den Gewächshäusern der ehemaligen Großgärtnerei seines Großvaters in Moosach eine »Künstlerkolonie« mit Ateliers, Ausstellungsräumen und einem Theater: das Botanikum. Im Herbst 2024 musste die Einrichtung schließen, weil das Areal als Grünfläche für ein neues Wohnquartier vorgesehen ist.


Mehr dazu im Album über Moosach
DomagkAteliers
Seit 2009 wird ein ehemaliges Kasernengebäude an der Margarete-Schütte-Liholtzky-Straße 30 im Stadtbezirk Schwabing-Freimann als größtes städtisches Atelierhaus Münchens (und eines der größten Europas) von etwa 140 Künstlerinnen und Künstlern genutzt: die DomagkAteliers. Mit der Halle 50 steht außerdem ein 160 m² großer Ausstellungsraum zur Verfügung.




Album über die DomagkAteliers (privat)
Artothek und Bildersaal der Stadt München
1986 wurde die Artothek der Stadt München nach entsprechenden Vorbildern in anderen Städten gegründet. Dabei handelt es sich um eine Galerie (»Bildersaal«) und einen Kunstverleih (»Artothek«), die vom Kulturreferat finanziert werden. In der Einrichtung an der Burgstraße 4 können Kunstwerke nicht nur betrachtet, sondern auch – wie Bücher in einer öffentlichen Bibliothek – ausgeliehen werden. Auf diese Weise fördert man Künstler der Region und erleichtert dem Publikum den Zugang zur Kunst. Auch die Literatur wird durch Autorenlesungen bei Ausstellungen mit einbezogen.
Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch im Bildersaal der Stadt München
WOW-Museum
Seit 2024 bietet das WOW Museum im Tal 27 immersive Räume mit Installationen, die Kunst, Technik und Naturwissenschaften verbinden. Thema sind beispielsweise optische Täuschungen und räumliche Illusionen. Die interaktiven Erlebnisse an den Grenzen der menschlichen Wahrnehmung motivieren dazu, unsere Umwelt zu hinterfragen.
Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch im WOW-Museum
Utopia Halle
1894 baute man für das 2. Königlich Bayerische Infanterie-Regiment »Kronprinz« eine Exerzierhalle auf dem Oberwiesenfeld. Ende des 20. Jahrhunderts wurde das inzwischen unter Denkmalschutz stehende Bauwerk im Besitz des Freistaats Bayern als Reithalle im neuromanischen Stil restauriert. Und nach weiteren Renovierungen und Umgestaltungen eröffnete dort 2019 die »Utopia Halle« (Heßstraße 132), ein »Happening Place« für Konzerte und Theateraufführunge, Vorträge, Lesungen und Ausstellungen, bewusst ohne Unterscheidung zwischen Hochkultur, Pop-und Sub-Kultur.
Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch in der Utopia Halle
Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA)
Ende 2016 eröffneten Stephanie und Christian Utz in einem ehemaligen Umspannwerk der Stadtwerke an der Hotterstraße 12 im Hackenviertel das Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA). Das Kunstmuseum zeigt wechselnde Ausstellungen im Hauptgebäude, im benachbarten ehemaligen Luftschutzbunker (»MUCA-Bunker«) und im → »Kunstlabor2«.
Anlässlich der Ausstellung »The Weight of Things« von Damien Hirst (2023/24) stand ein von ihm gestalteter Pegasus vor dem MUCA in der Hotterstraße.
Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch im MUCA
Kunstlabor2
Die Stadt München baute 1964 bis 1967 nach Entwürfen der Architekten Jacobi, Delisle und Deudert das »Gesundheitshaus« an der Dachauer Straße 90 in der Maxvorstadt. 2009 beschloss der Stadtrat, das Gebäude für einen Neubau abzureißen.
Ab 2016 stand das Gebäude leer. Eine Zwischennutzung begann 2019, und zwei Jahre später eröffnete dort das »Kunstlabor2«. Das Team des → Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA) bietet hier auf 15.000 m² Innen- und Außenfläche 60 begehbare Rauminstallationen und wechselnde Sonderausstellungen mit einem vielseitigen Rahmenprogramm.
Der 1984 in Turin geborene Künstler Luca Ledda (*1984) übermalte im Mai 2023 ein existierendes Mural an der 140 m² großen Fassade des Kunst- & Kulturzentrums »Kunstlabor 2«. Dazu sagte er: »Mit dem Kunstwerk möchte ich hervorheben, dass die Natur ein Teil von uns ist, tief verwurzelt in unserem Körper und unserer Seele, und wie wesentlich sie für unser Dasein ist. Die Blumen symbolisieren ihre eigentliche Essenz. Nur ein weitreichendes Bewusstsein wird es uns ermöglichen, in Harmonie mit dem zu leben, was uns umgibt.«
Inzwischen (2025) wird kontrovers darüber diskutiert, ob das Gebäude tatsächlich einem Neubau weichen oder doch saniert werden soll.

Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch im Kunstlabor2
AMUSEUM of Contemporary Art
Das 2022 eröffnete AMUSEUM of Contemporary Art in der Schellingstraße 3 verbindet in seinem Namen die Wörter Amusement und Museum. Getragen wird die Einrichtung vom 2012 gegründeten gemeinnützigen Kunstverein Positive-Propaganda in München. Ziel ist es, die internationale Streetart-Bewegung in Zusammenarbeit mit Kunstaktivisten zu dokumentieren und der Öffentlichkeit vorzustellen.

»SELL LA VIE«, Werke von NoNÅME (Fotos: Januar 2025)
Mehr dazu im Album über die Maxvorstadt
Mohr-Villa
1872 erwarb der großherzoglich-sächsische Geheime Regierungsrat Franz Junge das zweitgrößte Gut in Freimann, zu dem auch eine Tafernwirtschaft gehörte. Er ließ einen Landschaftsgarten anlegen und den Gutshof zum spätklassizistischen Herrenhaus umbauen.
Heute spricht man von der »Mohr-Villa« – nach der Familie Mohr, der das Anwesen von 1885 bis 1922 gehörte.
Mit der Eröffnung eines Rüstungsbetriebs der Bayerischen Geschützwerke Friedrich Krupp KG im Ersten Weltkrieg entwickelte sich Freimann zum Industriestandort. Deshalb verkauften die Landwirte ihre Felder und Wiesen. Auch die Witwe Luise Mohr gab ihr Gut nach und nach auf. 1925 übernahm die Reichsbahn das Areal der Firma Krupp und richtete dort ein Ausbesserungswerk ein. Das Herrenhaus ‒ die Mohr-Villa ‒ diente als repräsentativer Wohnsitz von Reichsbahn-Direktoren.
Als die Deutsche Bundesbahn das Gelände in den Achtzigerjahren aufgab, engagierte sich ein Arbeitskreis der Aktionsgemeinschaft »Rettet den Münchner Norden« für den Erhalt der alten Bäume, und der 1992 gegründete »Mohr-Villa-Verein« erreichte, dass die Landeshauptstadt München das Anwesen 1993 erwarb und dem Verein zur Verfügung stellte. Heute befindet sich in der Mohr-Villa und in den Nebengebäuden ein Kulturzentrum mit breit gefächertem Angebot (Adresse: Situlistraße 73-75). Dazu gehört auch das Stadtteilarchiv, das u. a. die mehr als 65.000 Teile umfassende Sammlung des Freimanner Chronisten Karl Reitmeir (1913 – 2004) betreut, dessen Grab auf dem Friedhof der → Heilig-Kreuz-Kirche in Fröttmaning zu finden ist.


Mehr zur Mohr-Villa im Album über Freimann
Seidlvilla
Franziska Lautenbacher, die Witwe eines Inhabers der Spatenbrauerei, ließ 1904 bis 1906 von ihrem Neffen Emanuel von Seidl* (1856 – 1919) für sich und ihren zweiten Ehemann Paul Johann Lautenbacher eine Villa im Stil der deutschen Renaissance mit Jugendstilelementen am Nikolaiplatz bauen. Die Seidl- bzw. Lautenbacher-Villa wurde 1975 unter Denkmalschutz gestellt, und im Jahr darauf beschloss der Münchner Stadtrat, sie zu kaufen. Nachdem der Stadtrat die Trägerschaft 1986 dem Verein Bürgerzentrum Seidlvilla übertragen hatte, wurde das Anwesen 1989 bis 1991 renoviert und dann als Bürger- und Kulturzentrum eröffnet (Nikolaiplatz 1B).
*) Mehr zu Emanuel von Seidl im Album über Architekten



Mehr zur Seidlvilla im Album über Schwabing
Botanischer Garten München
Friedrich Ludwig von Sckell* (1750 ‒ 1823) gestaltete 1812 einen Botanischen Garten in München (Alter Botanischer Garten). Karl Eberhard von Goebel, der Direktor des Botanischen Gartens von 1891 bis 1932, initiierte die Verlegung und Neuanlage nördlich des Schlossparks Nymphenburg, die von 1909 bis 1914 realisiert wurde. Mit dem Garteningenieur Peter Holfelder gemeinsam war Ludwig Ullmann außerdem für das Konzept der Gartenanlage verantwortlich.
Anfangs dienten Botanische Gärten wissenschaftlichen Zwecken. Heute sieht der Botanische Garten in München – der zu den bedeutendsten der Welt zählt – seine wichtigste Aufgabe darin, einen Ort nicht nur der Bildung, sondern auch der Erholung zu pflegen. Der Haupteingang befindet sich in der Menzinger Straße 65.
Der Architekt Ludwig Ullmann (1872 – 1943) baute die Gewächshäuser und errichtete zusammen mit seinem Kollegen Ludwig von Stempel auch das Hauptgebäude, und zwar als Sitz des Botanischen Instituts der → Ludwig-Maximilians-Universität.
Mehr zu Friedrich Ludwig von Sckell im Album über Architekten



Album über den Botanischen Garten München
Tierpark Hellabrunn
Hellabrunn, das war 1875 nicht mehr als ein Gehöft. Heute meint man den Tierpark in Harlaching, wenn man von Hellabrunn spricht.
Kurfürst Maximilian III. ließ 1770 ein Gehege für wilde Tiere im Nymphenburger Park anlegen. Und in der ersten Hälfte der Sechzigerjahre des 19. Jahrhunderts soll vorübergehend ein Zoo am Rand des Englischen Gartens existiert haben (→ Eulentürmchen). Oberstleutnant Hermann Manz (1853 ‒ 1924) setzte sich im Ruhestand für die Gründung eines Tierparks ein und gehörte 1905 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins »Zoologischer Garten München«. Der Tierpark Hellabrunn konnte zwar 1911 in den Isarauen nordöstlich der Thalkirchner Brücke eröffnet werden, aber nach elf Jahren musste er aus finanziellen Gründen wieder schließen. Das einzige aus dieser Zeit erhaltene Gebäude ist das von Emanuel von Seidl* errichtete, 1914 eröffnete neobyzantinische Elefantenhaus mit der 18 Meter hohen freitragenden Kuppel. (Weil 2010 Teile der Decke einstürzten, wurde das Gebäude bis 2016 saniert.)
Bei der Neueröffnung des Zoologischen Gartens im Mai 1928 griff Heinz Heck, der den Tierpark Hellabrunn bis 1964 leitete, Ideen von Carl Hagenbeck auf und richtete den ersten Geozoo der Welt ein, das heißt, er orientierte sich bei der Anordnung der Tierarten an ihrer geografischen Herkunft. Dieses Konzept wird inzwischen durch das der Biodiversität ergänzt. Seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Tierpark Hellabrunn weiter modernisiert. Beispielsweise entstanden 1981 eine Großvoliere (5000 m² Stahlnetz in bis zu 18 m Höhe) und 2022 eine neues Löwengehege.
Das ab 2018 angelegte »Mühlendorf« im alpenländischen Stil bildet das Herzstück der Geozone Europa im Tierpark Hellabrunn.
Bereiche des Tierparks: Afrika, Amerika, Europa, Polarwelt, Asien, Australien, Welt der Vögel, Welt der Affen, Welt der Fische.
*) Mehr zu Emanuel von Seidl im Album über Architekten
Album über den Tierpark Hellabrunn



































































































