Lenbachhaus München
Das Museum
1887 bis 1891 ließ sich der »Malerfürst« Franz von Lenbach (1836 – 1904) eine Villa und ein Atelier am → Königsplatz in München bauen. Die Pläne für das von der toskanischen Renaissance inspirierte historisierende Lenbachhaus stammten von Gabriel von Seidl*. Die beiden getrennten Gebäude wurden 1912 verbunden. 1902 modellierte der Bildhauer Cipri Adolf Bermann (1862 – 1942) die Lenbach-Büste (Schenkung Lolo von Lenbach 1925). Sie ist im Atrium des Lenbachhauses zu finden.
1924, 20 Jahre nach dem Tod ihres Mannes, verkaufte die Witwe Charlotte (»Lolo«) von Lenbach (1861 – 1941) die Immobilie der Stadt und schenkte München zugleich »über 500 Werke Franz von Lenbachs, Gemälde, Studien und Zeichnungen sowie das gesamte Inventar« (Annegret Hoberg in »Das Lenbachhaus Buch«). Der Architekt Hans Grässel* erweiterte die Villa 1927 bis 1929, und sie wurde der Öffentlichkeit als Kunstmuseum der Stadt zugängig gemacht.
1969 bis 1972 erfolgte eine erneute Erweiterung durch Heinrich Volbehr und Rudolf Thönessen. Außerdem entstand 1992 bis 1994 der »Kunstbau«, eine von dem Architekten Uwe Kiessler gestaltete Dependence der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in einem beim Bau des → U-Bahnhofs Königsplatz übrig gebliebenen knapp 2000 m² großen unterirdischen Raum. Das Lenbachhaus selbst wurde von 2009 bis 2013 generalsaniert und nach dem Abriss des Anbaus von 1972 nochmals durch einen Kubus (»Goldschachtel«) erweitert. Die Pläne dafür stammten von »Foster + Partner«, »insbesondere den Architekten Sir Norman Foster, Spencer de Grey, David Nelson und Stefan Behling sowie den mit dem Projekt betrauten Architekten Ulrich Hamann und Klaus Heldwein« (Helmut Friedel, Matthias Mühling: Das Lehnbachhaus Buch).
Wo sich heute die Buchhandlung der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München befindet, stand bis 1926 ein 1880 errichtetes Wohnhaus. An der Außenwand in der Augustenstraße hängt eine Gedenktafel an die Erbauer, den Bildhauer Anton Hess (1838 – 1909) und seine Frau Gina.
*) Mehr zu Hans Grässel und Gabriel von Seidl im Album über Architekten


Vor dem Lenbachhaus bzw. unweit davon in der Luisenstraße stehen zwei zur Sammlung der Städtischen Galerie gehörende Kunstwerke aus Bronze von Fritz Koenig* (1924 – 2017): »Große Kugelkopfsäule« (1969/71) und »Großes Votiv K« (1963/64).
*) Mehr zu Fritz Koenig im Album über Kunst im öffentlichen Raum
Atrium des Lenbachhauses
Olafur Eliasson: Wirbelwerk
Im Atrium der Städtischen Galerie im Lenbachhaus am Königsplatz in München (Adresse: Luisenstraße 33) hängt die 2011/12 von Ólafur Elíasson* geschaffene Installation »Wirbelwerk« aus Stahl, Glas und Licht. Sie ist mehr als acht Meter hoch und endet dicht über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher. Grundidee ist die Dynamik der Kreisbewegung, und mit der Farbigkeit spielt der Künstler auf die der Gemälde des »Blauen Reiter« an.
Im Hintergrund ist ein Teil der Lenbach-Villa mit den Wohnräumen im Obergeschoss zu sehen.
*) Mehr zu Ólafur Elíasson im Album über Kunst im öffentlichen Raum



Günther Uecker: Nagelrelief
Passend zum »Wirbelwerk« von Olafur Eliasson hängt im Atrium des Lenbachhauses ein 1,2 x 1,2 m großes Nagelrelief (2013) von Günther Uecker (1930 – 2025).

Lenbachvilla
Einige Räume der Lenbachvilla sind im Originalzustand erhalten und können besichtigt werden.










Vestibül der Villa, Wohnräume (Fotos: 2023 – 2025)

»Franz von Lenbach mit Frau und Töchtern«, 1903 (Foto: 2023)
Der Garten
Der Gartenarchitekt Max Kolb (1829 – 1915) gestaltete die Außenanlage des Lenbachhauses im Stil des Historismus, inspiriert von der italienischen Renaissance.





Gabriel von Seidl ergänzte das Bauwerk durch einen Drei-Schalen-Brunnen im Garten. Dabei handelt es sich um einen wahrscheinlich etwa 1700 entstandenen Renaissance-Brunnen, den der Architekt in Vicenza erworben hatte. Vier Hippocampen tragen die untere Schale und damit den ganzen Brunnen. Außer den Meerespferden sehen wir Mischwesen aus Fisch und Mensch, Delphine, Löwenköpfe, einen Triton und Najaden. Obenauf sitzt ein Knabe mit einem Füllhorn. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte obere Schale mit dem Knaben wurde restauriert.
Lenbachhaus: Garten (Fotos: April 2023)
Lenbachhaus: Kapitell / Raimund Kummer: »Rosebud«, 1991 (Fotos: April 2023 / September 2025)
Im Garten des Lenbachhauses findet man auch drei Terrakottareliefs des Bildhauers Adolf von Hildebrand* (1847 – 1921): »Badende Frauen« (1880-85), »Zum Brautgemach« (um 1885) und »Herbst« (1886/87).
*) Mehr zu Adolf von Hildebrand im Album über Brunnen



Der Bildhauer und Erzgießer Ferdinand von Miller d. J. (1842 – 1929) schuf 1890 den »Herkulesknaben mit Keule« für den Garten des Lenbachhauses. Das »Große Windspiel« (1960) stammt von Hans Wimmer* (1907 – 1992).
*) Mehr zu Ferdinand von Miller und Hans Wimmer im Album über Kunst im öffentlichen Raum
Ferdinand von Miller: »Herkulesknaben mit Keule« / Hans Wimmer: »Großes Windspiel« (Fotos: September 2025)
Die Figuren »Gehende« (1943) von Anton Hiller (1893 – 1985) und »Stehender Jüngling« (1951) von Hans Wimmer (1907 – 1992) stehen ebenfalls im Garten des Lenbachhauses.
Zu den Kunstwerken im Garten des Lenbachhauses gehören »Der Frosch«, »Die Schildkröte« und »Der Assistent« (1967) von Max Ernst* (1891 – 1976).
*) Mehr zu Max Ernst im Album über Kunst im öffentlichen Raum


Literatur:
. Helmut Friedel, Matthias Mühling (Hg.): Das Lenbachhaus Buch. Geschichte, Architektur, Sammlungen (München 20142)
. Helmut Friedel, Annegret Hoberg: Der Blaue Reiter im Lenbachhaus München (München, London, New York 2013)
Lenbachhaus (offizielle Website)


















