Botanischer Garten München-Nymphenburg
Die Anfänge des Botanischen Gartens
Friedrich Ludwig von Sckell* (1750 ‒ 1823) gestaltete 1812 einen Botanischen Garten in München (Alter Botanischer Garten). Karl Eberhard von Goebel, der Direktor des Botanischen Gartens von 1891 bis 1932, initiierte die Verlegung und Neuanlage nördlich des Schlossparks Nymphenburg, die von 1909 bis 1914 realisiert wurde. Mit dem Garteningenieur Peter Holfelder gemeinsam war Ludwig Ullmann außerdem für das Konzept der Gartenanlage verantwortlich.
Der Naturforscher Carl Friedrich Philipp Ritter von Martius** (1794 – 1868) leitete von 1835 bis 1854 den Botanischen Garten München. Dort steht ein 1905 von Erwin Kurz*** (1857 ‒ 1931) gestaltetes Denkmal für ihn.
*) Mehr zu Friedrich Ludwig von Sckell im Album über Architekten
**) Mehr zu Carl Friedrich Philipp Ritter von Martius im Album über Denkmäler
***) Mehr zu Erwin Kurz im Album über Kunst im öffentlichen Raum

Anfangs dienten Botanische Gärten wissenschaftlichen Zwecken. Heute sieht der Botanische Garten in München – der zu den bedeutendsten der Welt zählt – seine wichtigste Aufgabe darin, einen Ort nicht nur der Bildung, sondern auch der Erholung zu pflegen. Der Haupteingang befindet sich in der Menzinger Straße 65.

Das Hauptgebäude des Botanischen Gartens
Der Architekt Ludwig Ullmann (1872 – 1943) baute 1910 bis 1913 die Gewächshäuser und errichtete zusammen mit seinem Kollegen Ludwig von Stempel (1850 – 1917) auch das 120 Meter breite Hauptgebäude, und zwar als Sitz des Botanischen Instituts der → Ludwig-Maximilians-Universität. (Der Erweiterungsbau im Osten entstand 1971 – 1973.)


Der Bildhauer Julius Seidler* (1867 – 1936) schuf die beiden Sphinxe.
*) Mehr zu Julius Seidler im Album über Kunst im öffentlichen Raum


Der Schmuckhof
Der Schmuckhof wird zweimal im Jahr komplett neu bepflanzt. Im Herbst setzen die Gärtner 90.000 Frühblüher, darunter 60.000 Tulpen- und Narzissenzwiebeln.



Gewächshäuser
Der Hofgärtner Leonhard Dillis und der Gartenkustos Walter Kupper richteten die Gewächshäuser ein. Beim Bau von 1910 bis 1912 installierte man statt der im → Alten Botanischen Garten verwendeten Schwerkraftheizung (bei der das Wasser durch das unterschiedliche Gewicht von heißem und sich abkühlendem Wasser zirkuliert) eine Pumpen-Warmwasserheizung, die zunächst mit Koks betrieben wurde. Inzwischen ist sie ans Erdgasnetz der Stadt angeschlossen.



Beim Rundgang durch die drei großen Hallen (Großes Kakteenhaus, Palmenhaus, Afrika- und Madagaskarhaus) und die elf davon abzweigenden Gewächshäuser des Botanischen Gartens beeindruckt nicht zuletzt das Victoriahaus. Man ist zwar im Nu schweißnass, aber eine Umrundung des 18 m langen und 9 m breiten Wasserbeckens lohnt sich schon allein wegen der gigantischen kreisrunden Blätter der beiden Seerosen-Arten Victoria amazonica und Victora cruziana, auf die man ein Kleinkind setzen könnte.







Kunstwerke im Botanischen Garten München
Joseph Wackerle
Der Bildhauer und Medailleur Joseph Wackerle* (1880 – 1959), von dem auch der → Neptunbrunnen im → Alten Botanischen Garten stammt, arbeitete von 1905 an ein halbes Jahrhundert lang mit der Porzellan Manufaktur Nymphenburg zusammen. Für die Weltausstellung 1910 in Brüssel gestaltete er Majolika-Gartenfiguren und -Ziervögel, die heute im Botanischen Garten in Nymphenburg zu sehen sind. Der »Papagei mit Maske« entstand allerdings erst 1915. Auch die Putten im Botanischen Garten sind von Joseph Wackerle.
*) Mehr zu Joseph Wackerle im Album über Kunst im öffentlichen Raum







Gartenfiguren von Joseph Wackerle im Schmuckhof (Fotos: 2023/24/25)
Aus der griechischen Mythologie kennen wir Hebe, Tochter von Zeus und Hera, als Göttin der Jugend. (Im alten Rom wurde daraus Iuventas.) Ganymedes – der Schönste der Sterblichen – wurde von Zeus auf den Olymp entführt, und dort löste er Hebe als Mundschenk der Götter ab. Joseph Wackerle modellierte die Figuren 1924 für die Nymphenburger Porzellanmanufaktur. Sonderanfertigungen davon sind im Botanischen Garten München zu finden, Hebe seit 1937 oder früher, Ganymed seit 2020 als Geschenk des Krankenhauses Dritter Orden.
1922 schuf Joseph Wackerle die Serie »Vier Erdteile«.



Peter Gehring u. a.
Der Musiker, Künstler und Architekt Peter Gehring* (1944 – 2001) gestaltete 1992 die Bronzeplastik »Denker«. Ein vergrößerter Nachguss befindet sich im Botanischen Garten München.
*) Mehr zu Peter Gehring im Album über Kunst im öffentlichen Raum

Spielbrunnen
Der Spielbrunnen wurde 2017 gebaut. Auf einer Tafel ist zu lesen, dass er mit Unterstützung von Agathe und Alfred Diegruber entstanden sei. Aber wer ihn gestaltete, steht da nicht.


Orangerie
Bei der Anlage des Botanischen Gartens entstand auch die neubarocke Orangerie. Inzwischen bildet sie den Mittelteil des 2014/15 um zwei Seitenflügel erweiterten Cafés.
Café, ehemalige Orangerie (Fotos: Mai 2026 / Mai 2023)
Pumpenhaus
Das Pumpenhaus aus dem Jahr 1910 wurde 2009 originalgetreu renoviert. Mit der von Anfang an elektrisch betriebenen Anlage wird bei Bedarf Wasser aus dem vom Würmkanal gespeisten Teich am Alpinum gesaugt und verteilt.


Alpinum
Eine Gebirgspflanzensammlung gab es bereits im Alten Botanischen Garten. Bei der Neuanlage in Nymphenburg wurde dem Alpinum ein hoher Stellenwert eingeräumt.


Großer Teich
Der Große Teich wird mit Wasser aus der Würm gespeist. Das wird durchs → Pumpenhaus auch in andere Bereiche geleitet. Um Regenwasser nutzen zu können, wurden 2008 bzw. 2017 zwei große Zisternen gebaut. Außerdem verwendet der Botanische Garten Stadtwasser.




Frühling im Botanischen Garten
2023




2024













2025
2026






















Album Frühling in München
Kirschblüte im Botanischen Garten







Album über die Kirschblüte in München
Herbst im Botanischen Garten



Hibiskus / Fuchsschwanz und Dahlien / Rose (Fotos: September 2025)















Dahlien im Schmuckhof (Fotos: September 2026)
Botanischer Garten München (offizielle Website)























