München: Kunstmuseen

Herzog Albrecht V. richtete 1567 eine Kunstkammer im Marstall (heute: → Alte Münze) in München ein und ließ für seine Sammlung antiker Skulpturen 1568 bis 1571 in der Münchner Residenz das Antiquarium bauen. Das erste eigenständige, für diesen Zweck errichtete und für die Öffentlichkeit zugängliche Kunstmuseum der Welt entstand mit der 1830 eröffneten Glyptothek in München. Unter König Ludwig I. folgten die (Alte) Pinakothek (1836) und ein weiteres Ausstellungsgebäude (1848) am Königsplatz (heute: Staatliche Antikensammlungen).

Viele Kunstmuseen sind kostenlos zugängig, andere bieten an bestimmten Tagen freien oder reduzierten Eintritt an, und eine Reihe großer Museen kann sonntags für einen Euro besucht werden.

Weil dieses Album als Überblick gedacht ist, sind hier nur kurze Beiträge zu Kunstmuseen zusammengestellt. Mehr über ein bestimmtes Museum finden Sie im entsprechenden Stadtbezirk-Album, und über einen Großteil der Museen gibt es eigene Alben mit Fotos von Exponaten, ausführlichen Beschreibungen und Links zu den offiziellen Websites der Betreiber (mit Angaben über Öffnungszeiten und Eintrittspreise). Folgen Sie einfach den angegebenen Links.

Alben über Kunstmuseen, die zwar privates Fotografieren, aber nicht die Veröffentlichung der Bilder erlauben, sind privat und nur mit Anmeldung zugänglich.

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Staatliches Museum Ägyptischer Kunst

Teile der »Staatlichen Sammlung Ägyptischer Kunst« waren von 1970 bis 2013 in der Münchner Residenz ausgestellt. Andere Exponate konnten von 2000 bis 2009 auf Schloss Seefeld am Ammersee besichtigt werden. Nach Plänen des Kölner Architekten Peter Böhm (*1954) entstand ein 2011 fertiggestellter Neubau im Kunstareal für die »Hochschule für Fernsehen und Film München« und das »Staatliche Museum Ägyptischer Kunst« (Gabelsbergerstraße 35).

Alle Räume des 2013 eröffneten Museums Ägyptischer Kunst befinden sich im Untergrund. Zum Eingang in einer 17 Meter hohen – wie ein Pylon aussehenden – Betonwand geht man eine breite Treppe hinunter, und im Inneren führt eine Rampe noch weiter in die Tiefe. Dementsprechend steigt man am Ende wieder empor. Die Präsentation der ebenso vielseitigen wie umfangreichen Sammlung ägyptischer Kunst ist vorbildlich.

Kunstmuseen in München: Museum Ägyptischer Kunst
Kunstmuseen in München: Museum Ägyptischer Kunst

Geflügelte bärtige Genien mit verschiedenen Attributen (Fotos: September 2025)

Album über das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst

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Glyptothek

Kronprinz Ludwig I. (1786 – 1868), der 1804 mit einer Sammlung antiker Skulpturen begonnen hatte, ließ 1816 bis 1830 nach Entwürfen von Karl von Fischer* und Plänen von Leo von Klenze* die Glyptothek am → Königsplatz errichten. Die dreizehn Säle sind um einen Innenhof herum angeordnet. Bei den Entwürfen für die Giebelgruppe hatte sich Leo von Klenze auch mit dem Philosophen Friedrich von Schelling beraten und am Ende die Göttin Minerva Erganea als Beschützerin der plastischen Künstler als Motiv gewählt. Johann Martin von Wagner zeichnete die Vorlage, und Nepomuk Haller führte die Giebelfiguren aus.

Während der Beseitigung von Kriegsschäden modernisierte der Architekt Josef Wiedemann* (1910 – 2001) die Räume, reduzierte die Detaillierung und öffnete die Lunette-Fenster zum im Niveau angehobenen Innenhof bis zum Boden. 1972 konnte die Glyptothek wiedereröffnet werden. Eine Generalsanierung der Glyptothek erfolgte 2018 bis 2021.

Bei den Exponaten der Glyptothek im Kunstareal handelt es sich um Skulpturen, Reliefs und Mosaike aus archaischer (700 – 490 v. Chr.) bis spätrömischer Zeit (bis 550 n. Chr.).

*) Mehr zu Karl von Fischer, Leo von Klenze und Josef Wiedemann im Album über Architekten

Kunstmuseen in München: Glyptothek
Glyptothek (Foto: September 2023)

Leo von Klenze hatte den Römersaal (heute: Saal der römischen Bildnisse) als prächtigsten der Glyptothek gestaltet. Bis zur Renovierung konnten die Exponate nur frontal betrachtet werden. Seither sind sie so aufgestellt, dass die Besucherinnen und Besucher um sie herum gehen können.

Die Figur der in edler, aber derangierter Kleidung betrunken am Boden hockenden alten Frau geht auf ein griechisches Original aus dem späten 3. oder frühen 2. Jahrhundert v. Chr. zurück, von dem nur zwei Marmorkopien erhalten blieben, eine aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. in den Kapitolinischen Museen in Rom, die andere aus dem frühen 1. Jahrhundert n. Chr. in der Münchner Glyptothek. Leo von Klenze wollte die 1803 von Kurfürst Karl Theodor nach München geholte, den Verfall darstellende Statue nicht aufstellen; das wagte erst Adolf Furtwängler 1895. Sie zählt heute zu den wertvollsten Exponaten der Glyptothek.

Der Barberinische Faun gilt als bedeutendstes Exponat der Glyptothek. Die in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts vor Christus in Griechenland geschaffene Marmorfigur des trunken auf einem Felsen schlafenden Satyrs wurde im 17. Jahrhundert vor der Engelsburg in Rom entdeckt und von Papst Urban VIII. aus der Familie Barberini in Besitz genommen. 1813 erwarb Ludwig I. die Statue.

Album über die Glyptothek

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Staatliche Antikensammlungen

1838 bis 1848 ließ König Ludwig I. (1786 – 1868) den Architekten Georg Friedrich Ziebland* (1800 – 1873) am klassizistischen Königsplatz ein von korinthischen Tempeln inspiriertes Ausstellungsgebäude errichten – mit einer Bavaria im Zentrum des Giebelfeldes. In dem Bauwerk befand sich 1869 bis 1872 das königliche Antiquarium, und 1897 wurde es der Münchener Secession übertragen. Nach dem Ersten Weltkrieg zog die Neue Staatsgalerie dort ein. Das im Zweiten Weltkrieg vor allem im Inneren schwer beschädigte Gebäude wurde entkernt wieder aufgebaut und 1967 neu eröffnet, nun als »Staatliche Antikensammlungen«.

*) Mehr zu Georg Friedrich Ziebland im Album über Architekten

Antike Kunstwerke und Gebrauchsgegenstände von Griechen, Etruskern und Römern, von der kykladischen Kultur der Ägäis im 3. Jahrtausend vor Christus bis in die Spätantike im 5. Jahrhundert n. Chr. sind in den Staatlichen Antikensammlungen am Königsplatz ausgestellt.

Album über die Antikensammlungen

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Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke München

Heinrich Brunn, Professor für Klassische Archäologie an der Universität München, richtete 1869 das »Museum von Gypsabgüssen klassischer Bildwerke« ein. Nach Brunns Tod am 23. Juli 1894 folgte ihm Adolf Furtwängler am Lehrstuhl und als Museums-Direktor. Im Zweiten Weltkrieg wurden 2383 von 2398 Abgüssen zerstört.

In den Fünfzigerjahren richtete sich das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke im ehemaligen NSDAP-Verwaltungsbau nahe des Königsplatzes ein, und dort ist die Sammlung seit 1991 dauerhaft zugänglich (Katharina-von-Bora-Straße 10).

Zu sehen sind rund 2000 Abgüsse von Skulpturen und Reliefs der griechischen und römischen Antike vom 7. Jahrhundert v. Chr. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. Ergänzt wird die Sammlung durch rund 200 Dauerleihgaben des Metropolitan Museum of Art in New York.

Album über das Museum für Abgüsse Klassischer Bildwerke

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Bayerisches Nationalmuseum

König Maximilian II. initiierte nach einer Englandreise im Jahr 1851 die Gründung eines volkskundlichen Museums in München und beauftragte den Archivdirektor Karl Maria Freiherr von Aretin auf Haidenburg (1796 – 1886) mit der Planung. 1867 wurde das »Bayerische Nationalmuseum« in der Maximilianstraße eröffnet. (Dort befindet sich inzwischen das Museum Fünf Kontinente.)

Weil das ursprüngliche Gebäude für die wachsenden Sammlungen bald nicht mehr ausreichte, wurde 1894 bis 1900 nach Plänen des Architekten Gabriel von Seidl* ein Neubau in der Prinzregentenstraße 3 errichtet. Der Stil ist eine Mischung aus deutscher Renaissance, Neu-Barock und -Rokoko.

*) Mehr zu Gabriel von Seidl im Album über Architekten

Bayerisches Nationalmuseum: Hauptportal (Fotos: Februar / Mai 2023)

Bayerisches Nationalmuseum München Kirchensaal
Bayerisches Nationalmuseum München: Kirchensaal

Kirchensaal im Bayerischen Nationalmuseum mit Altarretabel von Jan Polack (Fotos: Januar 2025)

Album übers Bayerische Nationalmuseum

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Sammlung Bollert

Der Berliner Justizrat Gerhart Bollert (1870 – 1947) und seine Frau Martha bauten ab 1908 in ihrer Villa in Charlottenburg eine Sammlung spätgotischer Holzskulpturen aus dem 15. und 16. Jahrhundert auf. Ein Drittel davon wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber ein großer Teil der Kunstwerke blieb bei Verwandten in Thüringen erhalten, wurde von den Erben schließlich wieder zusammengeführt und schließlich dem Bayerischen Nationalmuseum übereignet. Dabei engagierte sich vor allem Liselotte Bollert, eine Schwiegertochter des Gründerehepaars.

Die mehr als 100 Exponate umfassande Sammlung Bollert ist seit 2005 in einem kurz zuvor sanierten Gebäudetrakt des Bayerischen Nationalmuseums an der Prinzregentenstraße 3 untergebracht. Es heißt, die Sammlung Bollert sei mit einem Besuch des Bayerischen Nationalmuseums möglich, aber wir haben sie bisher immer nur geschlossen vorgefunden.

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Kunstsammlung des Herzoglichen Georgianums

Das Herzogliche Georgianum ist – nach dem römischen Almo Collegio Capranica – das zweitälteste katholische Priesterseminar weltweit. Herzog Georg der Reiche hatte es 1494 in Ingolstadt als »Herzog Georgien Collegium« gestiftet. König Ludwig I. holte es 1826 ebenso wie die Universität nach München, wo die Einrichtung zunächst im 1802/03 säkularisierten Karmelitinnenkloster untergebracht wurde. 1835 bis 1841 errichtete Karl Klumpp der Jüngere (1811 – 1885) nach Plänen seines Lehrers Friedrich von Gärtner gegenüber der Universität den Neubau für das Georgianum (Professor-Huber-Platz 1). Dort studierten beispielsweise Sebastian Kneipp und Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI.

Der Theologie und Priester Andreas Schmid (1840 – 1911), der das Herzogliche Georgianum von 1876 bis 1909 leitete, legte eine Sammlung alter sakraler Kunstwerke an. Dieses Seminarmuseum wurde 1986 neu geordnet und gestaltet. Außerdem wurde zur Erhaltung der Kunstsammlung 1988 der Verein der »Freunde und Förderer des Herzoglichen Georgianums e. V.« gegründet.

Teile der Kunstsammlung des Herzoglichen Georgianums sind seit 1986 im Hochparterre ausgestellt. Eine Besichtigung ist nach telefonischer Absprache möglich.

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Sammlung Schack

In dem bis 2009 als »Schack-Galerie« bekannten Kunstmuseum sind Werke bekannter Maler des 19. Jahrhunderts zu sehen. Die Sammlung wurde ursprünglich von dem Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker Adolf Friedrich Graf von Schack (1815 – 1894) angelegt, der 1856 einer Einladung des Königs Maximilian II. gefolgt und nach München übergesiedelt war. Die Ausstellung entstand in der Brienner Straße (Alte Schackvilla).

Kaiser Wilhelm II., dem der Gründer die Sammlung Schack vermacht hatte, ließ 1907 bis 1909 in der Prinzregentenstraße zusammen mit der Preußischen Gesandtschaft eine Galerie nach Vorentwürfen des Bildhauers Adolf von Hildebrand* (1847 – 1921) und Plänen des Architekten Max Littmann* (1862 – 1931) errichten. In das Gebäude im historisierenden Stil zog die Sammlung Schack 1909, und nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie dort als erstes der Münchner Kunstmuseen 1950 wiedereröffnet werden.

*) Mehr zu Adolf von Hildebrand im Album über Kunst im öffentlichen Raum und zu Max Littmann im Album über Architekten

Sammlung Schack Prinzregentenstraße München
»Kaiser Wilhelm II. der Stadt München zur Mehrung ihres Ruhmes und großen Künstlern zum Gedächtnis« (Foto: Februar 2025)

Album über die Sammlung Schack

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Pinakotheken

Alte Pinakothek

Die Anfänge der Alten Pinakothek gehen auf Historienbilder zurück, die Herzog Wilhelm IV. ab 1528 in Auftrag gab, darunter die »Alexanderschlacht« von Albrecht Altdorfer. Kurfürst Maximilian I. ließ sich 1627 von Nürnberg »Die vier Apostel« von Albrecht Dürer übergeben.

Kurfürst Maximilian Joseph – der spätere König von Bayern – ernannte 1799 den Maler und Architekten Johann Christian von Mannlich (1741 – 1822) zum pfalz-bayerischen Zentraldirektor aller Kunstsammlungen, und die von Mannlich 1793 vor den französischen Revolutionstruppen in Pfalz-Zweibrücken gerettete Gemäldesammlung bildete einige Jahrzehnte später den Grundstock der Alten Pinakothek in München.

König Ludwig I. von Bayern beauftragte 1826 Leo von Klenze* mit dem Bau eines Museums für die Gemäldesammlung. Die Pinakothek wurde am 16. Oktober 1836 eröffnet. Die Alte Pinakothek ‒ so der Name seit 1853 ‒ konzentriert sich auf Maler vom Mittelalter bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts und gilt als eine der bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt.

Das Gebäude wurde zwar im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, aber die Bestände hatte man rechtzeitig ausgelagert. Hans Döllgast* leitete 1946 bis 1957 den Wiederaufbau. Eine Renovierung fand 1994 bis 1998 statt.

*) Mehr zu Leo von Klenze und Hans Döllgast im Album über Architekten

Album über die Alte und Neue Pinakothek

Neue Pinakothek

Nach Entwürfen Friedrich von Gärtners* errichtete August von Voit* die Neue Pinakothek, die am 25. Oktober 1853 als Ergänzung zur (Alten) Pinakothek eröffnet wurde und die erste Galerie »moderner« Kunst weltweit war.

Die Ruine des 1944 von Bomben zerstörten Gebäudes wurde 1948/49 abgerissen. Alexander Freiherr von Branca* gestaltete den postmodernen, am 28. März 1981 eröffneten Neubau. Die Neue Pinakothek widmet sich der europäischen Kunst vom späten 18. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts.

Für eine voraussichtlich zehn Jahre dauernde Generalsanierung ist die Neue Pinakothek im Kunstareal seit Anfang 2019 geschlossen. Bevor die Baustelle abgesperrt wurde, konnte man zwei Skulpturen vor der Neuen Pinakothek sehen: »Große Liegende« (1957) von Henry Moore (1898 ‒ 1986) und »Miracolo« (1959/60) von Marino Marini (1901 – 1980).

*) Mehr zu Alexander Freiherr von Branca, Friedrich von Gärtner und August von Voit im Album über Architekten

Unter dem Titel »Von Goya bis Manet« zeigt die Alte Pinakothek rund 90 Gemälde und Skulpturen vom ausgehenden 18. bis zum beginnenden 20. Jahrhundert aus der (geschlossenen) Neuen Pinakothek.

Album über die Alte und Neue Pinakothek

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Pinakothek der Moderne

Nach einer erfolgreichen Spendenaktion stellte der Freistaat Bayern für den Bau der Pinakothek der Moderne in München ein bis dahin für die Errichtung von Universitätsinstituten vorgesehenes Grundstück der ehemaligen Türkenkaserne zur Verfügung. Das von dem Architekten Stephan Braunfels (*1950) entworfene Gebäude aus Sichtbeton wurde am 16. September 2002 eröffnet.

In der Pinakothek der Moderne sind vier unabhängige Museen untergebracht: im Obergeschoss die Sammlung Moderne Kunst, im Erdgeschoss das Architekturmuseum der TU München, im Untergeschoss die Staatliche Graphische Sammlung sowie Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich.

Pinakothek der Moderne in München
Pinakothek der Moderne in München (Foto: 2008)

Album über die Pinakothek der Moderne (privat)

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Museum Brandhorst

Udo (*1939) und Anette Brandhorst (geb. Petersen, 1936 – 1999) überführten ihre Sammlung zeitgenössischer Kunst 1993 in eine Stiftung. Mehr als 700 Kunstwerke umfasste die Sammlung, als der Freistaat Bayern dafür auf dem Gelände der ehemaligen Türkenkaserne in München ein Museum bauen ließ, das 2009 eröffnet wurde und seither von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen betrieben wird (Entwurf: Matthias Sauerbruch und Louisa Hutton). Schwerpunkt ist die US-amerikanische Kunst der Sechziger- bis Neunzigerjahre. Zu den architektonischen Besonderheiten des Museums Brandhorst im Kunstareal gehören die 36.000 bunten Keramikstäbe vor den Beton-Außenwänden.

Erwin von Kreibig-Museum
Erwin von Kreibig-Museum

Andy Warhol und Cy Twombly im Museum Brandhorst (Fotos: März 2023)

Album übers Museum Brandhorst (privat)

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Türkentor

In den Siebzigerjahren riss man die Kriegsruinen der 1823 bis 1826 gebauten Prinz-Arnulf-Kaserne (»Türkenkaserne«) bis auf das »Türkentor« ab. Die Berliner Architekten Sauerbruch Hutton führten 2008 bis 2010 eine von der Stiftung Pinakothek der Moderne finanzierte Sanierung des Türkentors durch. Seither befindet sich die von der Udo und Anette Brandhorst Stiftung erworbene Skulptur »Large Red Sphere« im Gebäude. Geschaffen wurde die 25 Tonnen schwere Granitkugel 2002 von Walter De Maria (1935 – 2013).

Walter De Maria: Large Red Sphere im Türkentor
Walter De Maria: Large Red Sphere (Foto: 2024)

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Lenbachhaus

1887 bis 1891 ließ sich der »Malerfürst« Franz von Lenbach (1836 – 1904) eine Villa und ein Atelier am → Königsplatz in München bauen. Die Pläne für das von der toskanischen Renaissance inspirierte historisierende Lenbachhaus stammten von Gabriel von Seidl*. Die beiden getrennten Gebäude wurden 1912 verbunden.

Der Gartenarchitekt Max Kolb (1829 – 1915) gestaltete die Außenanlage des Lenbachhauses im Stil des Historismus, inspiriert von der italienischen Renaissance.

*) Mehr zu Gabriel von Seidl im Album über Architekten

1924, 20 Jahre nach dem Tod ihres Mannes, verkaufte die Witwe Charlotte (»Lolo«) von Lenbach (1861 – 1941) die Immobilie der Stadt München. Der Architekt Hans Grässel* erweiterte die Villa 1927 bis 1929, und sie wurde der Öffentlichkeit als Kunstmuseum der Stadt zugängig gemacht. 1969 bis 1972 erfolgte eine erneute Erweiterung. Das Lenbachhaus wurde von 2009 bis 2013 generalsaniert und nochmals durch einen Kubus (»Goldschachtel«) erweitert.

Im Atrium der Städtischen Galerie im Lenbachhaus am Königsplatz in München (Adresse: Luisenstraße 33) hängt die 2012 von Ólafur Elíasson** geschaffene Installation »Wirbelwerk« aus Stahl, Glas und Licht. Sie ist mehr als acht Meter hoch und endet dicht über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher. Grundidee ist die Dynamik der Kreisbewegung, und mit der Farbigkeit spielt der Künstler auf die der Gemälde des »Blauen Reiter« an.

Im Hintergrund ist ein Teil der Lenbach-Villa mit den Wohnräumen im Obergeschoss zu sehen.

*) Mehr zu Hans Grässel im Album über Architekten
**) Mehr zu Ólafur Elíasson im Album über Kunst im öffentlichen Raum

Einige Räume der Lenbachvilla sind im Originalzustand erhalten und können besichtigt werden.

Als Wassily Kandinsky (1866 – 1944) München zu Beginn des Ersten Weltkriegs überstürzt verlassen musste, blieb sein Besitz zurück. Gabriele Münter (1877 – 1962) löste die gemeinsame Wohnung in Schwabing auf und ließ vor allem die Kunstwerke professionell einlagern. Ihr gelang es dann auch, viele Werke des »Blauen Reiter« vor den Nationalsozialisten zu verstecken. 1957 schenkte sie dem Lenbachhaus in München Hunderte von Kunstwerken des »Blauen Reiter«, darunter 25 eigene Gemälde. 1965 wurde die Sammlung durch den Bestand der Bernhard und Elly Koehler Stiftung ergänzt. Seither verfügt die Städtische Galerie im Lenbachhaus über die größte Sammlung zur Kunst des »Blauen Reiter« weltweit.

Der Blaue Reiter im Lenbachhaus München
Lenbachhaus: »Über die Welt hinaus. Der Blaue Reiter« (Foto: März 2026)

Album »Der Blaue Reiter« im Lenbachhaus

Der »Kunstbau«, eine von dem Architekten Uwe Kiessler gestaltete Dependence der Städtischen Galerie im Lenbachhaus in einem beim Bau des → U-Bahnhofs Königsplatz übrig gebliebenen unterirdischen Raum, entstand 1992 bis 1994.

Cao Fei (*1978), die Tochter eines chinesischen Bildhauer-Ehepaars, gilt als eine der bedeutenden Vertreterinnen der post-digitalen Kunst. In der von Eva Huttenlauch kuratierten Ausstellung »Meta-mentary« im Kunstbau des Lenbachhauses vom 13. April bis 8. September 2024 waren die zum Teil dystopischen Werke Bestandteile des gestalteten Raums.

Vom 15. August 2025 bis 6. Januar 2026 zeigte das Lenbachhaus im Kunstbau zum zehnten Mal seit 1994 die Installation »Untitled (For Ksenija)« von Dan Flavin (bürgerlich: Daniel Nicholas Flavin, 1933 – 1996).

Alben über das Lenbachhaus, die Städtische Galerie im Lenbachhaus und »Der Blaue Reiter«
Album über Sonderausstellungen im Lenbachhaus (privat)

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Villa Stuck

Franz von Stuck (1863 – 1928) ließ sich 1897/98 nach eigenen Entwürfen vom Bauunternehmen Heilmann & Littmann eine neoklassizistische Villa in der Prinzregentenstraße in Bogenhausen errichten, die 1914/15 um das »Neue Atelier« erweitert wurde. Die Innenräume gestaltete der »Malerfürst« im Kontrast zu den Jugendstil-Fassaden. Dabei kombinierte Franz von Stuck Stilelemente aus Antike, Byzanz, Orient und Hochrenaissance mit Entwicklungen des späten 19. Jahrhunderts zu einem eigenständigen Gesamtkunstwerk mit theatralischer Wirkung.

Nach seiner Heirat mit Mary Lindpaintner wollte Franz von Stuck 1897 seine im Vorjahr geborene, mit der Bäckerstochter Anna Maria Brandmair gezeugte Tochter Mary adoptieren, musste jedoch bis 1904 auf die Genehmigung warten. Nach dem Tod ihres Vaters bewohnte Mary die Villa Stuck bis 1939 mit ihrem Ehemann Albert Heilmann ‒ einem Sohn des Bauunternehmers Jakob Heilmann. 1965 erwarben Hans Joachim und Amélie Ziersch die Villa Stuck einschließlich der Einrichtung von Albert Heilmanns Sohn Otto. Mit dem Ziel, ein Museum einzurichten, gründete Hans Joachim Ziersch 1967 den Stuck-Jugendstil-Verein e. V. , dem das Ehepaar Ziersch noch im selben Jahr die Villa Stuck übereignete. 1968 wurde das Museum eröffnet (Adresse: Prinzregentenstraße 60). Ein größerer Umbau erfolgte 1998 bis 2005. Und 2024/25 war (und von März bis Mai 2026 ist) die Villa Stuck wegen einer weiteren Sanierung geschlossen.

Das Alte Atelier mit einem von Franz von Stuck selbst gemalten Fries war eher ein Bankettsaal. In diesen repräsentativen Raum lud der »Malerfürst« regelmäßig Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft, Politik und Aristokratie ein. (Die Brüsseler Tapisserien wurden inzwischen durch Reproduktionen ersetzt.)

Album über die Villa Stuck

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Haus der Kunst

Nachdem der Glaspalast im → Alten Botanischen Garten von München 1931 niedergebrannt war, sollte ein neues von Adolf Abel gestaltetes Ausstellungshaus gebaut werden. Aber Hitler, der am 30. Januar 1933 die Reichsregierung übernahm, verwarf die Pläne und beauftragte Paul Ludwig Troost mit dem Neubau. Der Architekt entwarf daraufhin einen 175 Meter langen neoklassizistischen Monumentalbau mit Freitreppe, Portikus und Kolonnade auf der Schauseite. 1933 bis 1937 wurde das »Haus der Deutschen Kunst« errichtet. Am Tag nach der Eröffnung der ersten »Großen Deutschen Kunstausstellung« im »Tempel der deutschen Kunst« eröffneten die Nationalsozialisten im Galeriegebäude am → Hofgarten die Ausstellung »Entartete Kunst«.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das »Haus der Kunst« durch Ausstellungen im »Dritten Reich« verfemter Künstler gewissermaßen dekontaminiert. Das Haus der Kunst besitzt keine eigene Sammlung, sondern ist ein reines Ausstellungshaus.

Vom 23. Februar bis 15. Dezember 2024 war im Haus der Kunst in München die minimalistische Installation »Afterglow« der Münchner Kunststudentin Luisa Baldhuber (*1994) zu sehen.

Vom 16. März bis 23. Juli 1923 zeigte das Haus der Kunst in der ursprünglichen »Ehrenhalle« die Ausstellung »Hamid Zénati. All-Over«. Hamid Zénati (1944 – 2022) pendelte ein Leben lang zwischen Algier und München. Zur Welt gekommen war er in Constantine; in München starb er.

Album übers Haus der Kunst (privat)

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Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung

Die 1985 eröffnete Kunsthalle München ist die bedeutendste Einrichtung der 1983 gegründeten Hypo-Kulturstiftung. Seit 2001 befindet sie sich in den Fünf Höfen (Theatinerstraße 8) im Kreuzviertel der Altstadt. Die Kunsthalle besitzt keine eigene Kunstsammlung, sondern organisiert Wechselausstellungen. Sie gehört zu den renommiertesten Ausstellungshäusern in Deutschland.

Vom 23. Februar bis 6. Oktober 2024 stellte die Kunsthalle bei der von Thierry-Maxime Loriot kuratierten ersten Retrospektive von Viktor & Rolf rund hundert Kreationen der beiden niederländischen Designer aus.

Vom 25. Oktober 2024 bis 23. März 2025 präsentierte die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in Zusammenarbeit mit dem Münchner Stadtmuseum die von Bodo Sperlein gestaltete Ausstellung »Jugendstil. Made in Munich«.

Hermann Gradl der Ältere (1869 ‒ 1934) entwarf um 1899/1900 ein Fisch-Service und den Wandbrunnen mit Fischen, der von Villeroy & Boch in Mettlach und der Orivit-Metallfabrik in Köln hergestellt wurde. Auch die 1900 von der Orivit-Metallfabrik in Köln angefertigte Schauplatte mit Frauenkopf und Blütendekor stammt von ihm.

Kunsthalle München Judendstilausstellung
Kunsthalle München Judendstilausstellung
Kunsthalle München Judendstilausstellung

Hermann Gradl: Wandbrunnen, Fisch-Service, Schauplatte (Fotos: November 2024)

Von 12. September 2025 bis 1. März 2026 zeigte die Kunsthalle München die bislang größte Einzelausstellung von Miguel Chevalier in Europa: »Digital by Nature. Die Kunst von Miguel Chevalier« (Kuratorin: Franziska Stöhr). Zu erleben waren mehr als 100 Werke, darunter einige generative und zugleich interaktive Großformatprojektionen.

Mit seinem experimentellen Werk aus hybriden, generativen und interaktiven Bildern gilt Miguel Chevalier (*1959) als Pionier der digitalen und virtuellen Kunst. Er kreiiert aus unromantischen Nullen und Einsen eine farbenprächtige Formenvielfalt und versetzt sie in unaufhörliche Bewegung. So erzeugen nüchterne Algorithmen intensive sinnliche Erlebnisse. Claude Monet habe ihn inspiriert, erklärt Miguel Chevalier, und er selbst sei ein »digitaler Impressionist«.

Album über die Kunsthalle München (privat)

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König Galerie / Bergson Gallery im Bergson Kunstkraftwerk

Johann König (*1981), der durch einen Unfall erblindete Sohn der Illustratorin und Schauspielerin Edda Köchl-König und des Kunstprofessors Kasper König, Bruder des Galeristen Leo König und Neffe des Kunstbuchverlegers Walther König, gründete 2002 – noch vor seinem Abitur – die Galerie Johann König in Berlin, die schon bald zu den bedeutendsten Galerien zeitgenössischer Kunst in Deutschland zählte und ab 2017 Dependancen in London, Tokio, Seoul und Wien eröffnete.

Seit 2024 gab es die König Galerie auch in München, im Bergson Kunstkraftwerk in Aubing. Dort waren die früheren Kohlesilos des Industriegebäudes zu vier fensterlosen Ausstellungsräumen geworden, und im Neubau präsentierte sich die König Galerie auf vier Etagen mit 1600 Quadratmetern Fläche.

Als sich die König Galerie aus dem Bergson Kunstkraftwerk zurückzog, entstand im September 2025 die »Bergson Gallery«.

Album über die König Galerie im Bergson Kunstkraftwerk (privat)

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Espace Louis Vuitton München

Der Kunstsammler Bernard Arnault (*1949) entwickelte »Moët Hennessy Louis Vuitton« zum bedeutenden Kunstförderer in Frankreich. Seine 2006 gegründete »Stiftung Louis Vuitton« ließ im Bois de Boulogne ein Ausstellungsgebäude von Frank O. Gehry bauen. Der Espace Louis Vuitton München in der Maximilianstraße 2a wurde 2014 eröffnet. Dort finden bei freiem Eintritt Ausstellungen von zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern statt.

Vom 17. Oktober 2025 bis 14. März 2026 präsentiert der Espace Louis Vuitton München beispielsweise Fotografien des Künstlers Wolfgang Tillmans (*1968): »Wolfgang Tillmans – Passages Silencieux«.

Espace Louis Vuitton München
Espace Louis Vuitton München

Espace Louis Vuitton München (Fotos: Januar 2026)

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Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung

Die Versicherungskammer Kulturstiftung ist eine gemeinnützige Stiftung mit Sitz in München zur Förderung von Kunst und Kultur, vor allem durch ein eigenes Ausstellungs- und Konzertprogramm. Das Kunstfoyer mit seinem Ausstellungsprofil Grafik und Zeichnung, Film und Fotografie steht für interkulturellen Dialog.

Vom 13. Dezember 2023 bis 1. April 2024 fand im Kunstfoyer der Kulturstiftung der Versicherungskammer Bayern in der Maximilianstraße die Ausstellung »Abe Frajndlich Chameleon« statt.

Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung
Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung

Ausstellungsplakat / Eingang zur Ausstellung »Abe Frajndlich Chameleon« (Fotos: März 2024)

Weil die Versicherungskammer Bayern abgerissen und bis voraussichtlich 2029 durch einen Neubau nach Plänen des niederländischen Architekturbüros Mecanoo ersetzt werden soll, schloss das Kunstfoyer in der Maximilianstraße 53 im Sommer 2024, wurde jedoch am 8. Mai 2025 am Thierschplatz 6 mit der Ausstellung »Bruce Gilden: A Closer Look« wiedereröffnet.

Album über das Kunstfoyer der Versicherungskammer Kulturstiftung (privat)

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Galerie der Künstler*innen

Die »Königlich Privilegierte Künstlergenossenschaft« in München wurde 1858 gegründet. Prinzregent Luitpold sorgte dafür, dass die Genossenschaft zur Jahrhundertwende Ausstellungsräume im damaligen Gebäude des Bayerischen Nationalmuseums bekam – in dem sich inzwischen das Museum Fünf Kontinente eingerichtet hat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler München und Oberbayern die Galerie an der Maximilianstraße 42.

1981 gab sich die Einrichtung den Namen »Galerie der Künstler« (inzwischen »Galerie der Künstler*innen«). Ziel ist es, zwischen der Öffentlichkeit und bayrischen, überregionalen und internationalen Kunstschaffenden zu vermitteln.

Album über die Galerie der Künstler*innen (privat)

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Akademie der Bildenden Künste München

Friedrich von Gärtner* legte König Ludwig I. 1826 einen Entwurf für einen Neubau der 1808 gegründeten Königlich-Bayerischen Akademie der Bildenden Künste in München vor, aber Leo von Klenze* sorgte dafür, dass die Idee seines Konkurrenten nicht realisiert wurde. Erst 1875 erhielt Gottfried von Neureuther (1811 – 1887) einen Bauauftrag, und 1876 bis 1886 errichtete er die drei Flügel der Akademie im Stil der Neorenaissance. Auf der Freitreppe vor dem Portikus stehen zwei 1886 von dem Bildhauer Max von Widnmann** (1812 – 1895) gestaltete Reiterfiguren aus Bronze: die Dioskuren Castor und Pollux.

*) Mehr zu Friedrich von Gärtner und Leo von Klenze im Album über Architekten
**) Mehr zu Max von Widnmann im Album über Kunst im öffentlichen Raum

Die Akademie der Bildenden Künste München lädt beispielsweise zu Examens- und Jahresausstellungen ein. Die Studierenden präsentieren dann ihre Werke in verschiedenen Ateliers.

Bei der Jahresausstellung 2024 waren Arbeiten von Sterz, Marian Raha Mariam, Marc-Daniel Porr, Oskar Rahe, Samantha Waiden, Panni Somody, Ilvie Schlotfeldt, Sevilay Hannas, Kim Donghwan, Justus Körtgen: Manhood, Wanho Joung, Saicheng Chen, Lucas Maximilian Frohn u. a. ausgestellt.

Album über die Akademie der Bildenden Künste München

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AkademieGalerie

In der 1989 im U-Bahnhof Universität eingerichteten AkademieGalerie realisieren Studierende der nahen Akademie der Bildenden Künste München Ausstellungsprojekte, zum Beispiel »Scala Naturæ« von Eunjin Yoo (April/Mai 2024).

AkademieGalerie
Eunjin Yoo: »Standing Bow« (Foto: Mai 2024)

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Bayerische Akademie der Schönen Künste

Die Bayerische Akademie der Schönen Künste wurde 1948 als Nachfolgeorganisation der Königlichen Akademie der Künste zu München gegründet. Dabei handelt es sich um eine Vereinigung namhafter Persönlichkeiten, deren Ziel es ist, die Kunst zu pflegen. Gegliedert ist die Akademie in fünf Abteilungen: Literatur, Musik, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Film- und Medienkunst. Bis 1968 befand sich die Akademie der Schönen Künste im → Prinz-Carl-Palais. Seit 1972 ist sie im Königsbau der Münchner Residenz am → Max-Joseph-Platz zu finden.

Akademie der Schönen Künste
Akademie der Schönen Künste

Im Treppenhaus der Akademie der Schönen Künste entdeckten wir die 1968/69 von Fritz Koenig* gestaltete Bronzeplastik »Votiv 68«.

*) Mehr zu Fritz Koenig im Album über Kunst im öffentlichen Raum

Fritz Koenig Votiv 68
Fritz Koenig: »Votiv 68« (Foto: Februar 2026)

Unter dem Titel »raschelt wie seidenpapier« zeigte die Akademie der Schönen Künste zeigte vom 11. Dezember 2025 bis 13. Februar 2026 eine Installation von Werken der Künstlerin Carolina Kreusch (*1978), die 2020 mit dem Kulturpreis Bayern, 2021 mit dem Seerosenpreis der Stadt München und 2024 mit dem Kunststipendium der Abteilung Bildende Kunst der Bayerischen Akademie der Schönen Künste ausgezeichnet worden war. Carolina Kreusch bewegt sich zwischen Malerei, Plastik und Installation.

Mehr dazu im Album über die Residenz

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Kunstverein München

Auf Initiative von Joseph Karl Stieler, Peter Hess, Domenico Quaglio und Friedrich Gärtner gründeten 1823 mehr als vierzig Männer – darunter Kronprinz Ludwig – den Kunstverein München. Frauen durften zwar ab 1824 zu Besuch kommen, aber eine Mitgliedschaft war für sie erst ab 1829 möglich, und auf ein Stimmrecht mussten sie bis 1902 warten.

1866 zog der Verein in den von Eduard von Riedel entworfenen Neubau eines Galeriegebäudes am Hofgarten. Dieses Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Kunstverein München ist heute in den Arkaden des Hofgartens zu finden (Galeriestraße 4). Sein Ziel ist die Förderung zeitgenössischer Kunst durch Ausstellungen und ein Begleitprogramm.

Die Galerie des Kunstvereins war bis 20. März 2026 geschlossen. Bald mehr dazu.

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Erwin von Kreibig-Museum

Erwin von Kreibig (1904 – 1961) ein Sohn des Mathematikers Arthur von Kreibig, besuchte die Kunstgewerbeschule München und arbeitete dann mit seinem Bruder Erich (1903 – 1989) für die »Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk« in München. Als die Nationalsozialisten seine Kunst als »entartet« diffamierten, zog er sich mit seiner Schwester Amanda (1903 – 1989) nach Sanremo zurück und kam erst 1952 wieder nach München. 1961 wurde Erwin von Kreibig als Erster mit dem Schwabinger Kunstpreis für Malerei ausgezeichnet.

Erich von Kreibig gründete 1989 die Erwin von Kreibig Stiftung, die zwei Jahre später das Erwin von Kreibig Museum im Südlichen Schlossrondell 1 in Nymphenburg eröffnete. Als Dauerausstellung sind die Werke Erich von Kreibigs zu sehen, aber in Sonderausstellungen präsentiert das Museum auch Werke anderer Künstler. 1989 bis 1991 erweiterte man das Museum um einen Neubau.

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Archiv Geiger

Rupprecht Geiger (1908 ‒ 2009) studierte 1926 bis 1929 Architektur an der Kunstgewerbeschule München und setzte das Studium nach einer Maurer-Ausbildung 1933 an der Staatsbauschule München fort. 1936 bis 1940 sammelte Rupprecht Geiger Erfahrungen in mehreren Architekturbüros in München, und 1949 machte er sich selbstständig. Als Maler war er Autodidakt, aber 1949 gehörte er zu den Gründern der Künstlergruppe ZEN 49 in München, und 1965 wurde er als Professor für Malerei an die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf berufen.

Anlässlich des ersten Todestages von Rupprecht Geiger eröffnete eine Enkelin des Künstlers 2010 das Archiv Geiger. In den Räumen seines ehemaligen Ateliers an der Muttenthalerstraße 26 wird sein Nachlass nicht nur bewahrt, sondern auch präsentiert. Inzwischen beschäftigt sich das Archiv Geirger auch zunehmend mit dem Werk von Willi Geiger (1878 – 1971), Rupprecht Geigers Vater. Neben kostenlosen Besichtigungen der Sammlung werden auch Führungen und Workshops angeboten. Ziel der privaten Einrichtung ist es, Hemmschwellen gegenüber moderner Kunst abzubauen.

Archiv Geiger (offizielle Website)

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Sammlung Goetz

Als Ingvild Goetz (*1941), eine Tochter des Unternehmers Werner Otto (1909 – 2011), 1984 einen Teil des Familienvermögens erhalten hatte, begann sie Kunst zu sammeln, und im Lauf der Zeit wurde daraus die größte Privatsammlung zeitgenössischer Kunst in Deutschland: Zeichnungen und Grafiken, Gemälde, Installationen, Fotografien und Film- bzw. Videoarbeiten. Familienmitglieder trugen mit Leihgaben zur »Sammlung Goetz« bei.

1993 ließ Ingvild Goetz von Josef Peter Meier-Scupin nach Entwürfen der Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron ein Gebäude für ihre Sammlung in Oberföhring errichten. 2004 beauftragte Ingvild Goetz den Architekten Wolfgang Brune, das Museum um den Medienbereich »BASE103« zu erweitern. Zur Sammlung Goetz gehören auch ein Sammlungsarchiv und eine Fachbibliothek.

2013 schenkte sie das Museum und den Teil der Sammlung, der ihr allein gehörte, dem Freitstaat Bayern.

Zur Zeit ist die Sammlung Goetz an der Oberföhringer Straße 103 wegen Sanierungsmaßnahmen geschlossen, aber seit Dezember 2025 organisiert das Museum Ausstellungen in der Neuen Maxburg: »Sammlung Goetz. Schaufenster«.

Sammlung Goetz (offizielle Website)

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Kunstarkaden München

In den städtischen Kunstarkaden in der Sparkassenstraße 3 präsentieren junge in München lebende Künstlerinnen und Künstler ihre Werke der Öffentlichkeit.

Die Ausstellung »No Mind No Matter« von Tatjana Vall, Johannes Kiel und Justin Urbach (26. Juni bis 27. Juli 2024) drehte sich um die Spannung zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit im Allgemeinen und das maschinelle »Sehen« im Besonderen: Künstliche Sensoren erfassen das gesamte elektromagnetische Spektrum auch jenseits des sichtbaren Lichts und sind nicht nur auf der Erde im Einsatz, sondern umkreisen zudem unseren Planeten. Dazu kommen Systeme zur Datenerfassung und -auswertung, die großenteils hinter den Kulissen arbeiten.

Mehr zu den Kunstarkaden München im Album übers Graggenauer Viertel

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Lothringer13

Lothringer13, eine Einrichtung des Münchner Kulturreferats, wurde 1980 in einer früheren Motorenschleiferei in der Lothringer Straße 13 im Franzosenviertel gegründet – zunächst als »Künstlerwerkstatt«. In der Halle werden wechselnde Ausstellungen zur Gegenwartskunst sowohl von etablierten als auch von angehenden Künstlerinnen und Künstlern kuratiert. »Lothringer13_Florida« versteht sich als Plattform für Experimente und Diskussionen.

Mehr zu Lothringer13 im Album über Haidhausen

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Galerie Handwerk München

Die Galerie Handwerk München, eine Einrichtung der Handwerkskammer für München und Oberbayern, versteht sich als Schaufenster des bayrischen Kunsthandwerks und veranstaltet deshalb wechselnde Ausstellungen. Die Adresse lautet Max-Joseph-Straße 4, aber der Eingang der Galerie befindet sich in der Ottostraße.

Der Kunstschmied Manfred Bergmeister (1927 – 2019) gehörte zu den Gründern der »Galerie Handwerk«. Davor, an der Ecke Ottostraße / Max-Joseph-Straße, befindet sich seine Bronze-Plastik »Vernetzungen« aus dem Jahr 1993.

Manfred Bergmeister: Vernetzungen
Manfred Bergmeister: Vernetzungen (Foto: Mai 2025)

Unter dem Titel »Wilde Gefährten. Künstlerisches Spielzeug – spielerische Kunst« präsentierte die Galerie Handwerk vom 28. November bis 28. Dezember 2024 Arbeiten von rund 50 Ausstellerinnen und Ausstellern aus Deutschland, Tschechien, Belgien, Schweden, Großbritannien und Frankreich.

Album über die Galerie Handwerk München (privat)

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Münchner Künstlerhaus

Prinzregent Luitpold legte 1893 den Grundstein für das von Gabriel von Seidl* im Stil der Neorenaissance entworfene Vereinshaus Münchner Künstler, das unter Leitung von Franz von Lenbach und Ferdinand von Miller gebaut und 1900 eröffnet wurde.

Bei einem Luftangriff am 14. Juli 1944 ging das Künstlerhaus in Flammen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es schrittweise wiedereröffnet, bis die Restaurierung 1998 abgeschlossen werden konnte. Die Münchner Künstlerhaus-Stiftung entstand Ende 2001.

Im Münchner Künstlerhaus finden nicht nur kulturelle Veranstaltungen, sondern auch Kunstausstellungen statt.

*) Mehr zu Gabriel von Seidl im Album über Architekten

Mehr zum Münchner Künstlerhaus im Album übers Kreuzviertel
Album über Ausstellungen im Münchner Künstlerhaus (privat)

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Galerie Bezirk Oberbayern

Die Galerie Bezirk Oberbayern im Lehel (Prinzregentenstraße 14) fördert im Bezirk lebende Kunstschaffende durch Ausstellungen. Sie können hier unabhängig von Behinderung, Alter, Bildungshintergrund und sozialer Herkunft aktiv an Kunst, Kultur und Bildung teilhaben.

Beispielsweise zeigte die Galerie Bezirk Oberbayern vom 10. Juli bis 13. September 2024 Werke der Preisträger des alle zwei Jahre vom kbo-Sozialpsychiatrischen Zentrum und dem Bezirk Oberbayern ausgelobten Oberbayerischen Kunstförderpreises »SeelenART«.

Ausstellungsraum (Foto: 20. August 2024)

Album über die Galerie Bezirk Oberbayern (privat)

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Kunstpavillon im Alten Botanischen Garten

1936/37 gestalteten der Architekt Oswald Bieber und der Bildhauer Joseph Wackerle* den Alten Botanischen Garten nach einer Skizze von Paul Ludwig Troost mit einem Neptunbrunnen, einem Ausstellungspavillon (Kunstpavillon) und einem Kaffeehaus im historisierenden Stil um.

Im Kunstpavillon war vom 21. April bis 28. Mai 2023 die Installation »still« von Afra Dopfer und Sanni Findner zu sehen: gläserne offene Gitterstrukturen und Glasscheiben als Kontrast zur neoklassizistischen Architektur des Kunstpavillons.

*) Mehr über Joseph Wackerle im Album über Kunst im öffentllichen Raum

Alter Botanischer Garten: Kunstpavillon
Ausstellung im Kunstpavillon (Foto: Mai 2023)

Kunstpavillon (offizielle Website)

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Maximiliansforum

1968/69 baute man an der Kreuzung Maximilianstraße / Altstadtring (Karl-Scharnagl- bzw.Thomas-Wimmer-Ring) im Lehel eine Fußgänger-Unterführung. Nach einer Änderung der Verkehrsplanung blieb ein unterirdischer Raum übrig, in dem von 1973 bis 1995 die Städtische Galerie im Lenbachhaus Ausstellungen – zum Beispiel von Joseph Beuys – zeigte. Inzwischen hat man die abgeschalteten Rolltreppen begrünt und den Ausstellungsraum nach Plänen des Architekten Peter Haimerl 2000 zum »Maximiliansforum« umgebaut.

Beispielsweise war dort im November 2023 eine Installation zu sehen, bei der Stefanie Zoches Bausteine aus Wüstensand mit von Nathalie Grenzhaeuser auf der meeresbiologischen Forschungsstation White Sea Biological Station Kartesh in Karelien gefilmten Videos kombiniert wurden.

Maximiliansforum München
Installation von von Stefanie Zoches und Nathalie Grenzhaeuser (Foto: November 2023)

Vom 4. Februar bis 12. April 2026 wurde im Maximiliansforum die Ausstellung »beyond coolness. Gletscherschmelzen und darüber hinaus« präsentiert. Mitwirkende: Alexis Dworsky, Tina Frank, Simon Hochleitner, Nadja Reifer, Rehema Chachage.

Maximiliansforum (offizielle Website)

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Botanikum

Der Künstler Heinrich Bunzel und seine Frau Bettina eröffneten 1985 in den Gewächshäusern der ehemaligen Großgärtnerei seines Großvaters in Moosach eine »Künstlerkolonie« mit Ateliers, Ausstellungsräumen und einem Theater: das Botanikum. Im Herbst 2024 musste die Einrichtung schließen, weil das Areal als Grünfläche für ein neues Wohnquartier vorgesehen ist.

Mehr dazu im Album über Moosach

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DomagkAteliers

Seit 2009 wird ein ehemaliges Kasernengebäude an der Margarete-Schütte-Liholtzky-Straße 30 im Stadtbezirk Schwabing-Freimann als größtes städtisches Atelierhaus Münchens (und eines der größten Europas) von etwa 140 Künstlerinnen und Künstlern genutzt: die DomagkAteliers. Mit der Halle 50 steht außerdem ein 160 m² großer Ausstellungsraum zur Verfügung.

Halle 50 der DomagkAteliers
Halle 50 der DomagkAteliers (Foto: Juni 2024)

Album über die DomagkAteliers (privat)

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Artothek & Bildersaal der Stadt München

1986 wurde die Artothek der Stadt München nach entsprechenden Vorbildern in anderen Städten gegründet. Dabei handelt es sich um eine Galerie (»Bildersaal«) und einen Kunstverleih (»Artothek«), die vom Kulturreferat finanziert werden. In der Einrichtung an der Burgstraße 4 können Kunstwerke nicht nur betrachtet, sondern auch – wie Bücher in einer öffentlichen Bibliothek – ausgeliehen werden. Auf diese Weise fördert man Künstler der Region und erleichtert dem Publikum den Zugang zur Kunst.

Artothek & Bildersaal München (offizielle Website)

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ERES-Stiftung

Die 2004 in München gegründete ERES-Stiftung fördert Kunst und (Natur-)Wissenschaft mit dem Ziel einer interdisziplinären Diskussion von Themen, die uns alle betreffen. Kunstausstellungen werden mit Vorträgen und Symposien kombiniert, um in einer komplexen Welt Orientierung zu suchen – unabhängig von politischen, wirtschaftlichen oder religiösen Interessen.

Der Hauptsitz der gemeinnützigen Stiftung und ein 220 m² große Ausstellungsort befindet sich an der Römerstraße 15 in Schwabing. Die Jugendstil-Villa wurde 1900 von Felix Schmidt nach Entwürfen der Architekten Eugen Hönig und Karl Söldner gebaut.

Vom 4. Dezember 2025 bis 26. September 2026 findet in der Jugendstil-Villa die Ausstellung »Seeing the Unseen. Quantenphysik und Kunst als verschränkte Welten« statt. Parallel dazu ist in der ERES-Galerie an der Theresienstraße 48 vom 28. November 2025 bis 10. April 2026 die Ausstellung »It Is Plain That All Is Hidden« von Paul Valentin und Tatjana Vall zu sehen.

ERES-Stiftung (offizielle Website)

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Muffatwerk

Das von dem Architekten Franz Karl Muffat 1837 gebaute Brunnhaus zur Wasserversorgung von Haidhausen war bis 1883 in Betrieb. 1893 wurde es Bestandteil eines Dampf- und Wasserkraftwerks zur Stromerzeugung.

1992 gab die Stadt München das 1973 stillgelegte, unter Denkmalschutz stehende Elektrizitätswerk zur kulturellen Nutzung frei. So entstand 1992/93 die »Muffathalle«, die nach Sanierungen, Umbauten und Erweiterungen 2008 in »Muffatwerk« umbenannt wurde. Als »Muffathalle« wird noch immer die ehemalige Turbinenhalle des Kraftwerks bezeichnet. Aus dem ehemaligen Kesselhaus wurde das »Ampere«. Beide werden als Veranstaltungsräume genutzt. Das Muffatwerk versteht sich als internationaler Kunst- und Kulturtreffpunkt.

Muffatwerk CLICK REFRESH
Muffatwerk: Schornstein (Foto: 2024)

In den Studios des Muffatwerks war vom 25. Februar bis 15. März 2026 die von Jens Hauser in Zusammenarbeit mit Dietmar Lupfer kuratierte Ausstellung »ORLAN. Artistic Intelligences« zu sehen.

Die französische Künstlerin ORLAN (Mireille Suzanne Francette Porte; *1947) begründete in den Neunzigerjahren Carnal Art bzw. Art Charnel. Davon spricht man, wenn eine Künstlerin oder ein Künstler den eigenen Körper bearbeitet bzw. bearbeiten lässt und beispielsweise chirurgische Veränderungen als Performance inszeniert. ORLAN versteht ihre nonkonforme Kunst als feministisch.

Muffatwerk ORLON
Body-Sculpture »Attempt to Step Out of the Frame«, 1965
Body-Sculpture »ORLAN Gives Birth to Her Beloved Self«, 1964
Body-Sculpture »Nude Descending the Staircase Wearting Platform Heels«, 1967
Body-Sculpture »Upside Down, Legs Mindlessly Kicking in the Air«, 1967
Body-Sculpture »ORLAN Dances with her Shadow and Hides from the Light«, 1967
»The Origin of War«, 1989
(Fotos: März 2026)

Album übers Muffatwerk (privat)

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Utopia Halle

1894 baute man für das 2. Königlich Bayerische Infanterie-Regiment »Kronprinz« eine Exerzierhalle auf dem Oberwiesenfeld. Ende des 20. Jahrhunderts wurde das inzwischen unter Denkmalschutz stehende Bauwerk im Besitz des Freistaats Bayern als Reithalle im neuromanischen Stil restauriert. Und nach weiteren Renovierungen und Umgestaltungen eröffnete dort 2019 die »Utopia Halle« (Heßstraße 132), ein »Happening Place« für Konzerte und Theateraufführunge, Vorträge, Lesungen und Ausstellungen, bewusst ohne Unterscheidung zwischen Hochkultur, Pop-und Sub-Kultur. Von Oktober 2025 bis April 2026 ist in der Utopia Halle beispielsweise die Ausstellung »Vincent. Zwischen Wahn und Wunder. Van Gogh Immersiv« zu sehen.

Utopia Halle (offizielle Website)

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Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA)

Ende 2016 eröffneten Stephanie und Christian Utz in einem ehemaligen Umspannwerk der Stadtwerke an der Hotterstraße 12 im Hackenviertel das Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA). Das Kunstmuseum zeigt wechselnde Ausstellungen im Hauptgebäude, im benachbarten ehemaligen Luftschutzbunker (»MUCA-Bunker«) und im → »Kunstlabor2«.

Anlässlich der Ausstellung »The Weight of Things« von Damien Hirst (2023/24) stand ein von ihm gestalteter Pegasus vor dem MUCA in der Hotterstraße.

Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch im MUCA

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Kunstlabor2

Die Stadt München baute 1964 bis 1967 nach Entwürfen der Architekten Jacobi, Delisle und Deudert das »Gesundheitshaus« an der Dachauer Straße 90 in der Maxvorstadt. 2009 beschloss der Stadtrat, das Gebäude für einen Neubau abzureißen.

Ab 2016 stand das Gebäude leer. Eine Zwischennutzung begann 2019, und zwei Jahre später eröffnete dort das »Kunstlabor2«. Das Team des → Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA) bietet hier auf 15.000 m² Innen- und Außenfläche 60 begehbare Rauminstallationen und wechselnde Sonderausstellungen mit einem vielseitigen Rahmenprogramm.

Der 1984 in Turin geborene Künstler Luca Ledda (*1984) übermalte im Mai 2023 ein existierendes Mural an der 140 m² großen Fassade des Kunst- & Kulturzentrums »Kunstlabor 2«. Dazu sagte er: »Mit dem Kunstwerk möchte ich hervorheben, dass die Natur ein Teil von uns ist, tief verwurzelt in unserem Körper und unserer Seele, und wie wesentlich sie für unser Dasein ist. Die Blumen symbolisieren ihre eigentliche Essenz. Nur ein weitreichendes Bewusstsein wird es uns ermöglichen, in Harmonie mit dem zu leben, was uns umgibt.«

Inzwischen (2025) wird kontrovers darüber diskutiert, ob das Gebäude tatsächlich einem Neubau weichen oder doch saniert werden soll.

Kunstlabor 2
Luca Ledda: »Floral Universe« (Foto: August 2023)

Mehr dazu nach einem noch ausstehenden Besuch im Kunstlabor2

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AMUSEUM of Contemporary Art

Das 2022 eröffnete AMUSEUM of Contemporary Art in der Schellingstraße 3 verbindet in seinem Namen die Wörter Amusement und Museum. Getragen wird die Einrichtung vom 2012 gegründeten gemeinnützigen Kunstverein Positive-Propaganda in München. Ziel ist es, die internationale Streetart-Bewegung in Zusammenarbeit mit Kunstaktivisten zu dokumentieren und der Öffentlichkeit vorzustellen.

AMUSEUM of Contemporary Art
AMUSEUM of Contemporary Art, Schellingstraße 3 (Foto: Januar 2025)
AMUSEUM of Contemporary Art
AMUSEUM of Contemporary Art

»SELL LA VIE«, Werke von NoNÅME (Fotos: Januar 2025)

Mehr dazu im Album über die Maxvorstadt