München: Städtische Galerie im Lenbachhaus
»Turner. Three Horizons«
Die von Karin Althaus und Nicholas Maniu kuratierte Ausstellung »Turner. Three Horizons« mit 40 Gemälden und 40 Aquarellen wurde vom 28. Oktober 2023 bis 10. März 2024 im Kunstbau des Lenbachhauses gezeigt.
William Turner (1775 – 1851) wurde im Alter von 26 Jahren zum bis dahin jüngsten Vollmitglied der Royal Academy gewählt. In der Epoche der Romantik malte er vor allem Seestücke und Landschaften. Dabei konzentrierte er sich auf Licht und Atmosphäre. Weil er sich von der anschaulichen Darstellung löste, gilt er als Wegbereiter der Impressionisten und der Abstraktion.





Sonnenuntergang, 1830-35 / Seufzerbrücke, Dogenpalast und Hauptzollamt in Venedig, 1833








»Das 19. Jahrhundert. Das Malerische«
Vom 19. November 2019 bis 5. Februar 2025 war die von Karin Althaus kuratierte Ausstellung »Das 19. Jahrhundert. Das Malerische« in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus zu sehen. »Diese Präsentation widmet sich der Frage, was gut gemalt bedeutet, und untersucht verschiedene Aspekte des Malerischen. Dazu gehören beispielsweise das Tempo beim Malen, das Glück des Anfängers, Fragen nach Autorschaft, Farbtheorien und die Suche nach einer reinen Malerei.« (Städtische Galerie im Lenbachhaus).



Joseph Beuys
1979 erwarb die Städtische Galerie im Lenbachhaus erstmals Werke eines Künstlers, dessen Lebens- oder Arbeitsschwerpunkt nicht in München war: Joseph Beuys (1921 – 1986). Im ehemaligen Atelierflügel Franz von Lenbachs sind Kunstobjekte wie »Ofen«, »Badewanne« und »Hasengrab« zu sehen, dazu Beuys‘ Rauminstallationen »vor dem Aufbruch aus Lager I« (1970/80) und »zeige deine Wunde« (1974/75).
»Die Arbeit zeige deine Wunde behandelt das Thema des Todes in eindringlicher Weise. Die Aufforderung des Titels führt den Betrachtenden ihren verwundbaren Punkt, die Endlichkeit ihrer Existenz, vor Augen. Im Mittelpunkt des Environments stehen paarweise angeordnete Leichenbahren, alte Inventarstücke aus der Pathologie. Über den Kopfenden sind trübe Lampen angebracht. Unter den Bahren befinden sich zwei geöffnete, mit Fett gefüllte Blechkästen, darauf je ein Thermometer und Reagenzglas mit einem skelettierten Amselschädel, davor ein mit Gaze abgedecktes Einmachglas. An der Wand lehnen zwei Schepser, Geräte aus dem Voralpenland, die ursprünglich dazu dienten, die Rinde von Bäumen zu entfernen […]. Die eigentümliche Verdoppelung aller Details trägt der Dualität von Leben und Sterben, von Individuum und Gesellschaft, von Gegenwart und Vergangenheit, von Aktualität und Geschichte Rechnung.« (Städtische Galerie im Lenbachhaus)
»vor dem Aufbruch aus Lager I thematisiert den künstlerischen Schaffensprozess mit der Darstellung des Menschen als Handelnder, als Schaffender, als Künstler. Wiederum steht hier die Schultafel im Zentrum der Rauminstallation, […] mit einem vielgestaltigen Lehrbild. Darin geht es Beuys um das Aufzeigen des Prozesses von der Materie zur Gestalt oder Form. In diesem Diagramm zeigt er uns seine Vorstellung des erweiterten Kunstbegriffs. Eine Linie entwickelt sich aus einem Knäuel über eine Schleife zum Prisma, dazu nennt er die drei Grundelemente seiner plastischen Theorie: unbestimmt, Bewegung und Form/bestimmt. Darunter stehen die Begriffe Wille, Seele /Gefühl und Denken. Auf dem Tisch antworten die Materialien: Die Fettmasse auf einem Modellierteller, die ungeordnete Materie, von der ein Tetraeder aus Fett als bestimmte plastische Form abgesetzt ist. Dazwischen ein Messer, das mit seiner Spitze wie eine Kompassnadel den Weg vom Ungeformten zum Geformten weist.« (Städtische Galerie im Lenbachhaus)


Sonderausstellungen in der Städtischen Galerie des Lenbachhauses
»Das 19. Jahrhundert. Das Malerische«: 19. November 2019 – 5. Februar 2025
»Kunst und Leben. 1918 bis 1955«: 15. Oktober 2022 – 16. April 2023
»Was von 100 Tagen übrig blieb … Die documenta und das Lenbachhaus«: 19. Juli 2022 – 21. Mai 2023
»Fragment of an Infinite Discourse«: 28. Juni 2023 – 31. Juli 2025
»Turner. Three Horizons«: 28. Oktober 2023 – 10. März 2024
»Günter Fruhtrunk. Die Pariser Jahre (1954 – 1967)«: 21. November 2023 – 7. April 2024
Cao Fei »Meta-mentary«: 13. April – 8. September 2024
»Der Blaue Reiter. Eine neue Sprache«: 25. April 2024 – 25. Januar 2026
»Orhan Pamuk. Der Trost der Dinge«: 17. Mai 2024 – 13. Oktober 2024
»Aber hier leben? Nein danke. Surrealismus + Antifaschismus«: 15. Oktober 2024 – 30. März 2025
»limitation of life«: 12. November 2024 ‒ 27. April 2025
»Was zu verschwinden droht, wird Bild. Mensch – Natur – Kunst«: seit 4. März 2025
Auguste Herbin: 3. Juni – 19. Oktober 2025
Dan Flavin »Untitled (For Ksenija)«: 15. August 2025 – 6. Januar 2026
»Shifting the Silence. Die Stille verschieben. Gegenwartskunst im Lenbachhaus«: seit 14. Oktober 2025
Iman Issa »Lass uns spielen«: 24. November 2025 – 12. April 2026
Mehr dazu im Album über Sonderausstellungen (privat)
Literatur:
. Helmut Friedel, Matthias Mühling (Hg.): Das Lenbachhaus Buch: Geschichte, Architektur, Sammlungen (München 20142)
Lenbachhaus (offizielle Website)








