München: Alexander Tutsek-Stiftung
Der Unternehmer Alexander Tutsek (1927 – 2011) und die Psychologin Eva-Maria Fahrner-Tutsek (*1952) gründeten 2000 die gemeinnützige Alexander Tutsek-Stiftung in München zur Förderung von Kunst und Wissenschaft. Ihr Sitz war zunächst die 1911 von German Bestelmeyer* für den Bildhauer Georg Albertshofer als Atelier und Wohnhaus errichtete Villa in der Karl-Theodor-Straße. 2024 zog die Alexander Tutsek-Stiftung zur Georg-Muche-Straße 4. Dort verfügt sie über die Ausstellungsräume »BlackBox« und »BlackBox FirstFloor«.
Die Alexander Tutsek-Stiftung strebt eine Kunst- und Wissenschaftswelt an, in der sowohl das menschliche Miteinander als auch der gesellschaftliche Fortschritt hohe Werte darstellen. Der Schwerpunkt der internationalen Sammlung und der Ausstellungen liegt bei Fotografie und zeitgenössischen Skulpturen aus Glas. Die Stiftung fördert den Nachwuchs in Kunst und Wissenschaft ebenso wie Museen und Bildungseinrichtungen.
*) Mehr zu German Bestelmeyer im Album über Architekten
Ann Wolff: Mold
Von Oktober 2014 bis August 2015 zeigte die Alexander Tutsek-Stiftung die Ausstellung »Ann Wolff. Persona« mit eigens dafür von der deutsch-schwedischen Künstlerin Ann Wolff (Ann Wärff, *1937) geschaffenen Plastiken wie »Mold« (2013). Dieses Kunstwerk steht inzwischen vor der »BlackBox« der Alexander Tutsek-Stiftung.

»Future Horizons. Glas in der zeitgenössischen Kunst«
Vom 10. Oktober 2025 bis 19. Juli 2026 präsentiert die Alexander Tutsek-Stiftung Skulpturen und Installationen von fünfzig internationalen Künstlerinnen und Künstlern unter dem Titel »Future Horizons. Glas in der zeitgenössischen Kunst«. Kuratiert wurde die Ausstellung von Petra Giloy-Hirtz und Eva-Maria Fahrner-Tutsek.
BlackBox
In der BlackBox stoßen wir auf »Alar« von Shirazeh Houshlary (*1955), ein Körper aus schwarzen und grauen Glasziegeln, dessen Form an die Doppelhelix der DNA denken lässt.
BlackBox, Shirazeh Houshlary: Alar, 2016/17, © Shirazeh Houshiary, VG Bild-Kunst, Bonn 2026 (Fotos: März 2026)
Ursula von Rydingsvard (*1942) schuf die gläserne Wandfigur »Luminosa«, die an einen schützenden Mantel denken lässt. »Hard Entry« besteht aus neun Teilen. Jana Sterbak (*1955) spielt damit auf Oryoki-Schalen und das meditative Essen der Zen-Mönche an.
Masahiro Sasakis (*1969) schuf mit »Tensei 0911« eine Figur, die man mit einem paläontologischen Fundstück assoziieren kann. Im Gegensatz zu dieser geschwungenen Form gestaltete Hassan Khan (*1975) mit »The Knot« eine durch einen Knoten unterbrochene schnurgerade Glasplastik.
Masahiro Sasakis: Tensei 0911, 2009 / Hassan Khan: The Knot, 2012 (Fotos: März 2026)
Simone Fezer (*1976) hat mit »Verwurzelt« ein gläsernes Herz mit Wurzelgeflecht geschaffen. Um den Gegensatz zwischen Glasscheiben und Gesteinsbrocken, Zerbrechlichkeit und Massivität geht es in »Hemmungsloser Widerstand« von Alicja Kwade (*1979).
Simone Fezer: Verwurzelt, 2009 / Alicja Kwade: Hemmungsloser Widerstand, 2019 (Fotos: März 2026)
Jens Gusseks (*1964) könnte mit »Dreams behind me« die Frage stellen, ob wir unsere Träume aufgegeben haben oder mitschleppen. Es könnte aber auch sein, dass sie uns begleiten und in der Zukunft zu realisieren sind.

BlackBox FirstFloor
In der BlackBox FirstFloor treffen wir auf Farbigkeit. Die meisten Exponate werden auf einem von Bruzkus Greenberg entworfenen Tisch präsentiert.
Am Ende des langen schmalen Raums steht das Kunstwerk »Cooling System 3 (for global warming)« von Laure Prouvost (*1978), das man mit einer bunten Dusche assoziieren kann. Sibylle Peretti (*1964) schuf zwei Kinderbüsten aus weißem Glas: »Twins«.
Mark Bradforst (*1961) ist mit »Borsa« vertreten, der gläsernen Nachbildung einer Plastik-Tragetasche. Die eingravierten Striche verweisen darauf, dass Häftlinge in italienischen Gefängnissen Einkaufstaschen herstellen. Von Stanislav Libenský (1921 ‒ 2002) und Jaroslava Brychtová (1924 ‒ 2020) stammt »Arcus I« aus blaugrauem Glas.
Mark Bradford: Borsa, 2023 / Stanislav Libenský und Jaroslava Brychtová: Arcus I, 1990 (Fotos: März 2026)
Alexander Tutsek-Stiftung (offizielle Website)












