Martin Mayer in München
Kurze Biografie
Martin Mayer (1931 – 2022) studierte 1946 bis 1954 bei Theodor Georgii* (1883 – 1963) in München, zunächst als Privatschüler, dann an der Akademie der Bildenden Künste. Mit seinem Lehrer restaurierte Martin Mayer auch den 1893 bis 1895 nach Entwürfen von Theodor Georgiis Schwiegervater Adolf von Hildebrand* (1847 – 1921) gestalteten und im Zweiten Weltkrieg beschädigten → Wittelsbacher Brunnen. Als jüngster Bildhauer nahm Martin Mayer bereits 1953 an der »Großen Kunstausstellung« im Haus der Kunst teil. Nachdem er zwei Jahre lang als Modelleur in den Puppen-Werkstätten von Käthe Kruse (1883 – 1968) in Donauwörth gearbeitet hatte, richtete er 1957 sein erstes Atelier in München ein (Schubertstraße).
Theodor Georgii starb im August 1963 und hinterließ Martin Mayer sein Atelier im → Hildebrandhaus in Bogenhausen. Im Jahr darauf richtete sich der Künstler in einer Wohnung in der Borstei ein, und 1968 zog er auch mit dem Atelier dorthin.
*) Mehr zu Theodor Georgii und Adolf von Hildebrand im ersten Teil des Albums über Kunst im öffentlichen Raum
Album über die Borstei
»Sitzender Keiler«
1959 lernten sich Martin Mayer und Bernhard Borst (1883 – 1963) kennen. Weil sich der Gründer der Borstei eine Nachbildung der von Pietro Tacca (1577 – 1640) um 1633 gestalteten Figur »Porcellino« auf dem Mercato Nuovo in Florenz wünschte, schickte er den Bildhauer zweimal nach Italien, und Martin Mayer schuf 1960 den »Sitzenden Keiler« für die Borstei in Moosach. Bei der gleichen Plastik vor dem Deutschen Jagd- und Fischereimuseum im Kreuzviertel der Altstadt handelt es sich um einen zweiten Guss aus dem Jahr 1976.


Büste von Bernhard Borst / Orpheus
1962 gestaltete Martin Mayer nicht nur eine Büste von Bernhard Borst, sondern auch eine überlebensgroße Bronzestatue, die Orpheus mit einer Lyra darstellt. Sie steht in der südöstlichen Ecke der Borstei, wenige Schritte vom »Sitzenden Keiler« entfernt. Die Büste ist im Rosengarten der Borstei zu finden.
»Kugelnder Bär«
Vor der Städtischen Kindertagesstätte in der Thelottstraße 18 im Stadtbezirk Feldmoching-Hasenbergl ist die 1968 von Martin Mayer gestaltete Bronzefigur »Kugelnder Bär« zu finden.


»Haarwaschende«
In Sendling, am südlichen Ende der Höltystraße, steht die 1969 von Martin Mayer gestaltete Bronzefigur »Haarwaschende«.

»Olympia Triumphans«
Die von Martin Mayer geschaffene, ohne Betonsockel knapp vier Meter hohe Bronzeplastik »Olympia Triumphans« wurde 1972 im Olympiapark aufgestellt.



»Schwimmerin«
1976/77 modellierte Martin Mayer die Bronzefigur einer »Schwimmerin«, die seither vor dem Hallenbad der Ridlerschule in der Geroltstraße auf der Schwanthalerhöhe steht – und immer wieder beschmiert wird.

»Franziskus als Friedensbote«
Martin Mayer gestaltete 1978/79 eine Bronzestatue des hl. Franziskus von Assisi mit Friedenstauben, die vor dem Postscheckamt (heute: → »Isarpost«) in der Sonnenstraße (Ludwigsvorstadt) enthüllt wurde. Inzwischen steht »Franziskus als Friedensbote« vor der → Franziskaner-Klosterkirche St. Anna im Lehel.

»Susanna«
Die gut zwei Meter hohe Bronzefigur »Susanna« (1982) von Martin Mayer war 1983 bei der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst zu sehen. Anschließend stand sie bis 2022 in der Sportanlage an der Lauensteinstraße in Ramersdorf. Dann musste sie einer Großbaustelle weichen. Die Stadtwerke München entschieden sich für das Prinzregentenbad in Bogenhausen als neuen Standort. Die Neu-Aufstellung erfolgte im Dezember 2024, und die feierliche Enthüllung fand am 9. Mai 2025 statt.
Leider suchten wir die »Susanna« noch am früheren Ort und erfuhren zwei Wochen zu spät von der Einweihung im Prinzregentenbad. Um dort geknipste Fotos veröffentlichen zu dürfen, ist ein ziemlicher Aufwand erforderlich, auch bei einer unkommerziellen Website wie dieser, aber die Martin Mayer Gesellschaft e. V. sorgte dafür, dass uns Formulare und Kosten erspart blieben.
»Bukolika«
1984 modellierte Martin Mayer die Bronzefigur »Bukolika«, die unterhalb der äußeren Ludwigsbrücke und der Zeppelinstraße zu finden ist. (Zwischen 2023 und 2026 wurde sie augenscheinlich um 90 Grad gedreht.)



Martin Mayer Gesellschaft e. V. (offizielle Website)
Literatur:
. Martin Mayer: Olympia Triumphans (München 1992)
. Martin Mayer: Eherne Weiblichkeit in München (München 2007)
. Heinz Spielmann: Martin Mayer. Frauen. Bronzen ‒ Zeichnungen ‒ Fotografien (Heidelberg 2002)






