München: Sendling Westpark

Bei der Bezirksreform im Jahr 1992 wurde das Waldfriedhofviertel in München aufgelöst und der Waldfriedhof dem Stadtbezirk 20 (Hadern) zugeteilt. Das Gebiet östlich davon bis zur Grenze des Stadtbezirks 6 (Sendling) wurde unter der Bezeichnung Sendling-Westpark zum Stadtbezirk 7. (Obersendling gehört seit der Gemeindebildung 1818 zu Thalkirchen.)

In Mittersendling ist zwar 1315 eine erste Kirche nachweisbar, aber im 18. Jahrhundert war das Gebiet zwischen dem Forstenrieder Park und der Stadt München ‒ die Sendlinger Haide ‒ noch kaum besiedelt, und intensiv bebaut wurde es erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

München Stadtbezirk 8 Sendling-Westpark
München Stadtbezirk 8 Sendling-Westpark
München, Stadtbezirk 7: Sendling-Westpark

Vorschau

Nepalesische Pagode im Westpark München

Nach Straßen- und Ortsnamen geordnetes Album:

OpenStreetMap

Albert-Roßhaupter-Straße

Die Straße zwischen → Harras und → Luise-Kiesselbach-Platz wurde 1962 nach Albert Roßhaupter (1878 – 1949) benannt, der von 1907 bis 1933 Mitglied des Bayerischen Landtags war und am 29. April 1933 als Vorsitzender SPD-Fraktion die Ablehnung des bayrischen Ermächtigungsgesetzes begründete. Die Nationalsozialisten sperrten ihn wiederholt ein. Von 1945 bis 1947 amtierte Albert Roßhaupter als bayrischer Arbeits- und Sozialminister, und 1948/49 gehörte er dem Parlamentarischen Rat an.

Östlich der Bahnüberführung liegt die Albert-Roßhaupter-Straße im Stadtbezirk Sendling, westlich davon gehört sie zu Sendling-Westpark.

iwis / Lilau

Der in München geborene Mechaniker Johann Baptist Winklhofer (1859 – 1949) gründete 1885 mit seinem späteren Schwager Richard Adolf Jaenicke (1858 – 1917) gemeinsam die Wanderer-Werke in Chemnitz, die im Lauf der Zeit außer Werkzeugmaschinen auch Autos, Motorräder und Schreibmaschinen produzierten. Vom Architekten Leonhard Romeis* ließ sich Johann Baptist Winklhofer 1900/01 eine Villa in Bogenhausen bauen (die es nicht mehr gibt). Während Johann Baptist Winklhofer noch bis 1929 als technischer Berater in der Wanderer Werke AG aktiv war, gründete er Ende 1916 in München eine Munitionsfabrik für Zünder. Der daraus hervorgegangene Konzern ist heute weltweit als Hersteller von innovativen Ketten-, Antriebs- und Verbindungslösungen für Industrie, Mobilität und Energietechnik tätig. Der moderne Firmenname iwis ist ein Akronym der historischen Bezeichnung: Johann Winklhofer Söhne.

Vor der Firmenzentrale in der Albert-Roßhaupter-Straße 53 im Stadtbezirk Sendling-Westpark fällt ein 2024 vom Bildhauer Lilau (Markus Bäcker, *1975) geschaffenes Kunstwerk auf. Es gehört zur Werksgruppe »Die Leichtigkeit«, bei der massive Steinelemente scheinbar schwerelos aufeinander balancieren. Vor dem Gebäude eines Unternehmens, das viel mit Antriebsketten zu tun hat, assoziiert man die Skulptur unwillkürlich mit vier Kettengliedern.

*) Mehr zu Leonhard Romeis im Album über Architekten

Am Westpark

Die lebensgroße Gruppe »Westpark Clouds« verdanken wir Mitra Wakil* und Fabian Hesse*. Zur Vorbereitung hatten die beiden ein Wochenende lang 3D-Scans von Bewohnerinnen und Bewohnern des Viertels aufgenommen. Aus den Daten formten sie eine zweiteilige Gruppe und verzichteten dabei bewusst auf eine Hauptfigur oder zentrale Ansicht. Mit im 3D-Druckverfahren hergestellten Gussformen gossen sie 2016 das Kunstwerk aus Aluminium.

*) Mehr zu Mitra Wakil und Fabian Hesse im Album über Kunst im öffentlichen Raum

»Blumenlinie«

Die drei gleichartig gestalteten U-Bahnhöfe Partnachplatz, Westpark und Holzapfelkreuth im damaligen Waldfriedhofviertel (heute: Stadtbezirk Sendling-Westpark) wurden am 15. April 1983 als Teile der »Blumenlinie« eröffnet, rechtzeitig zur Internationalen Gartenbauausstellung 1983 vom 28. April bis zum 9. Oktober.

Album über U-Bahnhöfe in München

Ettalstraße

Die Ettalstraße in Sendling wurde 1904 nach der Gemeinde Ettal bei Garmisch-Partenkirchen benannt, die aufgrund des Klosters Ettal und des Schlosses Linderhof weithin bekannt ist.

Gethsemanekirche

1957/58 wurde die evangelisch-lutherische Gethsemanekirche in Sendling-West nach Plänen von Gustav Gsaenger (1900 – 1989) errichtet. Angelika Gsaenger (1929 – 2011), die Tochter des Architekten, malte 1959 das Altarbild. Und 1996 baute man nach Entwürfen des Architekten Eberhard Wimmer (*1951) einen durch Glaswände abgetrennten Gemeindesaal in das Kirchenschiff ein. Adresse: Ettalstraße 3

Gethsemanekirche in Sendling
Gethsemanekirche in Sendling (Foto: April 2026)

Kirschblüte

An der Ostseite der Ettalstraße in Sendling steht eine Reihe von Kirschbäumen. Am 23. April 2025 war wohl eine der letzten Möglichkeiten in diesem Jahr, die Blütenpracht anzuschauen, denn sobald Wind aufkam, schneite es Blütenblätter.

Blütenblätter von Kirschbäumen in der Ettalstraße in Sendling
Ettalstraße: Blütenblätter am Boden (Foto: 23. April 2025)

Friedrich-Hebbel-Straße

Seit 1927 erinnert die Friedrich-Hebbel-Straße an den Erzähler, Dichter und Dramatiker Friedrich Hebbel (1813 – 1863).

St. Thomas Morus Kirche

Die Gemeinde St. Thomas Morus im zum Stadtbezirk Sendling-Westpark gehörenden Stadtteil Mittersendling entstand 1964, aber die Kirche wurde erst 1965/66 errichtet, und zwar nach Plänen des Architekten Karl Jantsch, der selbst zur Gemeinde gehörte und die 600 kg schwere Kirchenglocke im Campanile stiftete. Bei dem Bauwerk kombinierte er Sichtbeton und Ziegel-Mauerwerk.

Der von Rudi Seitz geformte Tabernakel ist in einen fünf Tonnen schweren Granitfelsen aus den Ötztaler Alpen eingefügt.

Als die Kirche St. Thomas Morus saniert werden musste, erfolgte parallel dazu von 2021 bis 2026 ein Umbau. Dabei wurden der Kindergarten mit dem Pfarrsaal und ein sogenannter Zwischenbau abgerissen. Für den neuen Pfarrsaal hatten »Westner Schührer Zöhrer Architekten und Stadtplaner« in München eine ungewöhnliche Idee: Sie bauten eine Empore aus Beton ein und schufen auf diese Weise Platz für einen Pfarrsaal vor dem großen Kirchenfenster von Christian Wolf, das weiterhin vom Altar aus zu sehen ist, weil der Pfarrsaal zum Kirchenschiff hin verglast ist.

Das neue Pfarrzentrum an der Friedrich-Hebbel-Straße 26 ‒ ein Anbau im Osten ‒ plante die »Gasteiger Architekten Partnerschaft«.

Am 15. März 2026 wurde die sanierte und umgestaltete Kirche St. Thomas Morus wiedereröffnet.

Kirche St. Thomas Morus in Obersendling
Kirche St. Thomas Morus in Obersendling

Gemeindemitglied war auch Christian Wolf, der das Altarkreuz und die Kirchenfenster gestaltete. Mit 252 Feldern auf einer Fläche von 131 m² zählt das von den »Gustav van Treeck Werkstätten für Mosaik und Glasmalerei« in München realisierte Buntglasfenster im Süden zu den größten Fenstern in Deutschland. Dargestellt ist die Wiederkunft Christi.

Kirche St. Thomas Morus in Obersendling
Kirche St. Thomas Morus in Obersendling

Bemerkenswert ist nicht zuletzt die eineinhalb Meter hohe Marienfigur aus Zirbelholz, die mit ihrem Mantel zwei Gruppen von Menschen Schutz bietet. Die Figur des Priesters trägt die Züge Erwin Hausladens (1925 – 2015), des Gründungspfarrers von St. Thomas Morus, und Vorbild für das Gesicht der Madonna war das der Ehefrau Linele des Bildhauers Pius Malsiner. Der schuf das ursprünglich farbige Kunstwerk 1977 in der 1875 von Ferdinand Stuflesser (1855 – 1926) gegründeten Bildhauerwerkstatt in St. Ulrich im Grödnertal.

Während der Sanierung und des Umbaus der Kirche St. Thomas Morus restaurierte Ulrike Merz vom Atelier Rolf-Gerhard Ernst in Sendling unter Mitwirkung von Arnold Holzknecht und Michael Vogel aus St. Ulrich die Schutzmantelmadonna: Seit März 2026 steht die nun monochrome Figurengruppe auf einem vom Architekten Christian Zöhrer entworfenen und vom Steinmetzbetrieb Dichtl in Buchbach-Steeg ausgeführten Sockel in einer Seitenkapelle der Kirche St. Thomas Morus.

Mit freundlicher Erlaubnis der Pfarrei St. Thomas Morus

Alben über Kirchen in München

Fürstenrieder Straße

Die Fürstenrieder Straße, die auf einem Abschnitt der früheren Trasse zwischen den Schlössern Nymphenburg und Fürstenried verläuft, erhielt 1901 ihren Namen.

Fürstenrieder Straße 159

Auf einem Areal zwischen der Fürstenrieder Straße (159) und der 1934 nach dem österreichischen Dichter Hermann von Gilm zu Rosenegg (1812 – 1864) benannten Gilmstraße befinden sich mehrere Bildungseinrichtungen.

Das Ludwigsgymnasium wurde 1824 als zweites Gymnasium in München nach dem Wilhelmsgymnasium gegründet.

Ludwigsgymnasium
Ludwigsgymnasium (Foto: Juli 2025)

Im Pausenhof befindet sich ein Fischbrunnen.

Und in den Korridoren stößt man auf Wandbilder und -teppiche.

Das Erasmus-Grasser-Gymnasium geht auf die 1833 von König Ludwig I. gegründete »Königliche Landwirthschafts- und Gewerbe-Schule des Isarkreises« zurück. Die Einrichtung trägt den Namen des Bildhauers und Schnitzers Erasmus Grasser (um 1450 – 1518).

Erasmus-Grasser-Gymnasium
Erasmus-Grasser-Gymnasium (Foto: Juli 2025)

Bei einem zum Erasmus-Grasser-Gymnasium gehörenden Nebengebäude an der Gilmstraße 2 entdeckt man ein organisch geformtes Gebilde, über das ich nichts weiter herausfinden konnte.

Auf dem Vorplatz des Erasmus-Grasser-Gymnasiums fällt eine 1962 von der Bildhauerin Marie Luise Wilckens (1908 – 2001) gestaltete Figur auf. Sie stellt den griechischen Mathematiker, Physiker und Ingenieur Archimedes von Syrakus (um 287 – 212 v. Chr.) dar.

Fürstenrieder Straße 257

Gegenüber dem Waldfriedhof, in der Fürstenrieder Straße 257, betrieb der Münchner Grabmal-Bildhauer Georg Halbich in einem 1927 von Wilhelm Born gebauten Haus seine Werkstatt. Auf dem Nachbargrundstück (Fürstenrieder Straße 255) verkaufte Georg Halbich zunächst nur Blumen, aber 1930 ließ er dort ein Wohn- und Geschäftsgebäude im Heimatstil errichten.

Fürstenrieder Straße 255
Fürstenrieder Straße 255 (Foto: Mai 2025)

Garmischer Straße

Die Garmischer Straße, die ihren Namen seit 1925 trägt, war eine Nebenstraße, bis zunächst 1962/63 der südliche Teil sechsspurig ausgebaut und die Strecke dann in den Mittleren Ring einbezogen wurde.

»Alpha im Wind«

Seit 1990 steht an der Garmischer Straße 35 in Sendling-Westpark ein neun Meter hohes Kunstwerk des Bildhauers Otto Wesendonck (*1939) mit dem Titel »Alpha im Wind«.

*) Mehr zu Otto Wesendonck im Album über Brunnen

Blütenmeer

An der Ecke Garmischer Straße 256 / Scharnitzstraße steht ein prächtiger Zierapfelbaum. ‒ 2015 wurde der Luise-Kiesselbach-Tunnel eröffnet. Darüber entstand in der Garmischer Straße zwischen Westpark und Luise-Kiesselbach-Platz eine Mittelpromenade mit Parkbänken und einer Allee aus Kirschbäumen und Felsenbirne-Sträuchern.

Graswanger Straße

Die Graswanger Straße wurde 1922 nach einem Ortsteil der oberbayrischen Gemeinde Ettal benannt.

An der Gartenmauer in der Graswanger Straße 8 fällt ein Putzrelief auf. Es zeigt eine auf einem Einhorn reitende mystische Figur mit einem Füllhorn.

Graswanger Straße 8
Graswanger Straße 8 (Foto: August 2026)

Höltystraße

Die Höltystraße im Stadtbezirk Sendling-Westpark erinnert seit 1925 an den Dichter Ludwig Hölty (1748 – 1776).

Nach einer Reihe von Kleinplastiken gestaltet der Bildhauer Martin Mayer 1969 die erste seiner im öffentlichen Raum Münchens aufgestellten großen weiblichen Bronzestatuen: eine dralle Nackte mit langem Haarschopf. Die „Haarwaschende“ findet 1972 ihren Platz als Brunnenfigur am südlichen Ende der Höltystraße in Sendling. 2013 wird der Gebäudekomplex an der Höltystraße 6 – 8 abgerissen, um Platz für ein neues Ensemble zu schaffen („Hölty – Wohnen in Sendling“). Das während der Bauarbeiten in Sicherheit gebrachte Kunstwerk steht nun wieder am alten Ort. Der Brunnen plätschert allerdings nicht mehr.

Martin Mayer. Haarwaschende
Haarwaschende (Foto: Dezember 2024)

Album über Martin Mayer

Grasweg

In den Dreißigerjahren oder früher wurde der Grasweg im heutigen Stadtbezirk Sendling-Westpark nach einem über Wiesen verlaufenden Feldweg benannt.

BMW-Park

Beim BMW-Park (früher: Olympische Basketballhalle, Rudi-Sedlmayer-Halle, Audi-Dome) handelt es sich um eine Rundsporthalle aus Stahlbeton mit Aluminium-Außenfassade, die 1970 bis 1972 vom Architekten Georg Flinkerbusch zur Austragung der Basketball-Wettkämpfe bei den Olympischen Sommerspielen in München gebaut wurde und seit Juli 2023 so heißt.

BMW-Park in München, Sendling-Westpark
BMW-Park, Grasweg 74 (Foto: Februar 2025)

Inzwischen wird der BMW-Park nicht nur als Basketball-Halle und für andere Sportveranstaltungen genutzt, sondern auch für Konzerte und als Event-Location. Am 24. Oktober 2025 fand beispielsweise das »BMW Classics Konzert Oper für alle« statt. Unter der musikalischen Leitung von Andrea Battistoni spielte das Bayerische Staatsorchester. Es sangen die Sopranistin Ailyn Pérez und der Tenor Jonathan Tetelman sowie der Bayerische Staatsopernchor. Mehr als 6000 Personen hatten sich kostenlose Eintrittskarten besorgt und weitere 10.000 verfolgten den Live-Stream auf staatsoper.tv.

Hansastraße

Die Hansastraße im Stadtbezirk Sendling-Westpark wurde 1899 nach den vom 12. bis 17. Jahrhundert existierenden Vereinigungen norddeutscher Kaufleute benannt, an die auch heute noch Hansestädte wie Lübeck, Bremen und Hamburg erinnern.

ADAC-Zentrale

2006 bis 2011 ließ der ADAC eine neue Zentrale in München nach Plänen des 1989 von Louisa Hutton und Matthias Sauerbruch gegründeten Büros für Architektur, Städtebau und Gestaltung in Berlin bauen. Auffallend ist vor allem die Glasfassade des 93 Meter hohen Turms aus Elementen in 22 verschiedenen Farben. Adresse: Hansastraße 23 – 25.

ADAC-Zentrale in Sendling-Westpark
ADAC-Zentrale (Foto: Januar 2026)

»Fröhliches Spiel«

Josef (»Sepp«) Mastaller (1915 – 2004) studierte nach einer Ausbildung zum Steinmetz bei Josef Henselmann* (1898 ‒ 1987) in München Bildhauerei. Bei seinem Werk »Fröhliches Spiel« an der Ecke Hansastraße 149 / Konrad-Peutinger-Straße 1 handelte es sich ursprünglich um einen Brunnen. Die Skulptur besteht aus Nagelfluh.

*) Mehr zu Josef Henselmann im Album über Brunnen

Sepp Mastaller Fröhliches Spiel Steinskulptur in Sendling-Westpark
Sepp Mastaller: »Fröhliches Spiel« (Foto: September 2025)

Luise-Kiesselbach-Platz

1930 wurde der Luise-Kiesselbach-Platz nach der Münchner Stadträtin Luise Kiesselbach* (1863 – 1929) benannt, die sich in der Frauenbewegung engagiert hatte und von 1913 bis 1929 Vorsitzende des Vereins für Fraueninteressen in München gewesen war. Die Nationalsozialisten tauften den Platz um (Abt-Schachleiter-Platz), aber gleich nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die alte Bezeichnung wieder eingeführt.

2022 wurde vor dem → Münchenstift Sankt Josef am Luise-Kiesselbach-Platz ein Denkmal für Luise Kiesselbach enthüllt: eine von Roswitha Freitag nach Fotografien modellierte Bronzebüste.

*) Mehr zu Luise Kiesselbach im Album über Denkmäler

Luise Kiesselbach
Denkmal für Luise Kiesselbach (Foto: April 2026)

Durch den Bau des Luise-Kiesselbach-Tunnels 2009 – 2015 und die daraus folgende Verkehrsberuhigung an der Oberfläche konnte der Platz mit einer Grünanlage neu gestaltet werden.

Münchenstift St. Josef

An der Nordseite des Luise-Kiesselbach-Platzes steht das 1925 bis 1928 nach Plänen von Hans Grässel* (1860 – 1939) errichtete, 1996 von der neu gegründeten Münchenstift GmbH übernommene Seniorenheim St. Josef, ein imposantes neubarockes Bauwerk.

*) Mehr zu Hans Grässel im Album über Architekten

Münchenstift St. Josef
Münchenstift St. Josef
Münchenstift St. Josef

Münchenstift St. Josef: Eingangshalle (Fotos: April 2026)

Gänseliesl-Brunnen und »Knabe mit Füllen«

Der Gänseliesl-Brunnen wurde 1937 von Karl Rödl jun. gestaltet. Die aus Bronze gegossene Brunnenfigur »Knabe mit Füllen« aus dem Jahr 1932 stammt von Lothar Dietz* (1896 – 1976).

*) Mehr zu Lothar Dietz im Album über Brunnen

Zierapfel-Blüten

»Backsteinchen«

Laura und Alexa Steinke, die sich bereits mit dem (inzwischen geschlossenen) Café »Steinchen« in Laim einen Namen gemacht haben, gewannen 2022 einen Wettbewerb für die Umgestaltung eines Backsteingebäudes auf dem Luise-Kiesselbach-Platz, das ursprünglich als Kiosk und Toilettenhäuschen errichtet und zuletzt drei Jahrzehnte von einem Motorradclub als Vereinsheim genutzt worden war. Nach der Sanierung des maroden Gebäudes eröffneten Laura und Alexa Steinke im April 2026 das »Backsteinchen«. Die Bemalung des dazugehörigen Containers stammt von Lion Fleischmann.

Backsteinchen Luise-Kiesselbach-Platz
Backsteinchen Luise-Kiesselbach-Platz

»Sentilinga«

2020 verwandelte Martin Blumöhr die kleine Gasdruckregler-Anlage der Stadtwerke München am Luise-Kiesselbach-Platz in das Kunstprojekt »Sentilinga«. Eine Corona-Virus-Kugel und Blüten mit Mundschutz verweisen auf die Pandemie von 2020 bis 2023. Aber warum eine 70? Weil Sendling früher »München 70« war.

Album über Martin Blumöhr

Kriegersiedlung

1919 wurde die Baugenossenschaft Kriegersiedlung eG gegründet, um Veteranen des Ersten Weltkriegs zu erschwinglichem Wohneigentum zu verhelfen. Unter Leitung der Architekten Peter Schneider, Max Graessel und G. Leindecker entstand so bis 1927 eine Siedlung im heutigen Stadtbezirk Sendling-Westpark, die 1934 teilweise aufgestockt wurde und inzwischen als Ensemble unter Denkmalschutz steht. Ein Grünstreifen hinter den Wohnhäusern diente ursprünglich zur Selbstversorgung der hier Wohnenden mit Obst und Gemüse.

Kriegersiedlung
Kriegersiedlung (Foto: August 2026)

Partnachplatz

Der Partnachplatz im Stadtbezirk Sendling-Westpark wurde 1926 nach der vom Schmelzwasser des Schneefernergletschers gespeisten Partnach benannt. Sein heutiges Aussehen bekam er nach dem Bau der → »Blumenlinie« der U-Bahn rechtzeitig zur Internationalen Gartenbauausstellung 1983.

Seither ist dort auch der »Pyramiden-Brunnen« des Bildhauers Alfred Görig (*1947) zu finden, der bei dem gespaltenen Granitblock an die Partnachklamm dachte.

Alfred Görig Pyramiden-Brunnen am Partnachplatz
Alfred Görig: Brunnen am Partnachplatz (Foto: Juli 2025)

Passauerstraße

Die Passauerstraße in München-Sendling wurde 1903 nach Anton Passauer benannt, einem Jura-Studenten, der beim Aufstand der bayrischen Bauern Ende 1705 eine Gruppe von Tölzer Schützen angeführt hatte. Nach der Sendlinger Mordweihnacht flüchtete Anton Passauer. Er starb 1749 in Viechtach im niederbayrischen Landkreis Regen.

Schmolche

Ein kleines Mädchen bietet einem Greis eine Blume an. »Begegnung der Generationen« heißt die 2017 von Steffen Schuster* (*1964) gestaltete Gruppe von Schmolchen an der Passauerstraße 118. Schmolche des Künstlers aus Baldham gibt es auch zum Beispiel in → Riem.

*) Mehr zu Steffen Schuster im Album über Kunst im öffentlichen Raum

Südpark München

1969/70 gestaltete man den Sendlinger Wald mit Spazierwegen zum heutigen Südpark um. Inzwischen gibt es dort auch Liegewiesen, Spielplätze, Tischtennisplatten und mehr.

Südpark in  München-Sendling
Südpark (Fotos: April 2023)

SüdpART

2016 fand die erste Naturkunst Biennale im Münchner Südpark statt. Bei der von Lore Galitz kuratierten »SüdpART 6« sind vom 5. Juli bis 18. Oktober 2025 sechzehn ausschließlich aus Materialien des Waldes geschaffene Installationen von 21 Künstlerinnen und Künstlern zu sehen. Nach der Ausstellung werden die Naturkunstwerke der Verwitterung überlassen.

Streetart

Zwei Unterquerungen der A95 wurden 2018/19 von der Künstlerin Fraubath (Anna-Louise Bath) in Zusammenarbeit mit dem Künstler-Verein OuterCircle ausgemalt. Dass beide Tunnel ein Wohnviertel mit dem Südpark verbinden, spiegelt sich in den Motiven der Unterführung an der Innerkoflerstraße mit Übergängen von Natur und Stadt wider. Und die Styles spielen mit Wörtern wie »Sendling« und »Südpark«. In der Unterquerung südwestlich davon, an der Markomannenstraße, haben die Künstlerinnen und Künstler nicht nur die Frauenkirche dargestellt, sondern vor allem Motive aus dem Stadtbezirk 19 (Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln). Leider wurden alle Wände inzwischen inzwischen durch fantasielose Schmierereien verunstaltet.

Alben über Urban Art in München

Waldfriedhofstraße

Die Straße vom → Luise-Kiesselbach-Platz zur → Fürstenrieder Straße in Sendling-Westpark trägt seit 1901 den Namen des → Waldfriedhofs, an dessen Nordostecke sie endet.

Kunstwerke

An der Waldfriedhofstraße 55 gibt die 1999 von Norbert Zagel (*1952) gestaltete Stahlfigur »Is it About a Chair« Rätsel auf. Unweit davon, vor der Hausnummer 33, zeigen Aufnahmen von Google Street View vom September 2023 noch das Kunstwerk »Wartende« von Werner Franzen (1928 – 2014) aus dem Jahr 1984, aber stattdessen befindet sich dort zur Zeit (Sommer 2025) eine Baustelle.

Norbert Zagel Is it About a Chair
Norbert Zagel: »Is it About a Chair« (Foto: August 2025)

Waldfriedhofstraße 65 ‒ 87

Entlang der Waldfriedhofstraße (65 ‒ 87) fällt eine Reihenhaussiedlung auf.

Waldfriedhofstraße 65 ‒ 87 in Sendling-Westpark
Waldfriedhofstraße 65 ‒ 87 (Foto: August 2025)

Wessobrunner Platz

Der Wessobrunner Platz wurde 1904 nach einem oberbayrischen Ort benannt, der durch das Kloster Wessobrunn, das (althochdeutsche) Wessobrunner Gebet und die Wessobrunner Schule (Barock-Stuck) berühmt ist.

Grünanlage

Martin Blumöhr: »Fels werden«

Im Sommer 2022 gestaltete Martin Blumöhr mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule an der Werdenfelsstraße das Kunstprojekt »Fels werden«. Zu finden ist es am Kinderspielplatz auf dem Wessobrunner Platz.

Kunstprojekt Fels werden
Kunstprojekt Fels werden

Album über Martin Blumöhr

Westpark München

1976 schrieb die Stadt München einen Architektenwettbewerb für die Anlage eines neuen Parks – des Westparks – auf einem fast unbebauten Brachland im (1992 aufgelösten) Waldfriedhofviertel aus. Der Entwurf des Münchner Landschaftsarchitekten Peter Kluska (1938 – 2020) überzeugte die Jury Anfang 1977.

Parallel dazu bewarb sich München im Mai 1977 für die Internationale Gartenbauausstellung (IGA) 1983 – und erhielt im Juli den Zuschlag. So entstand von 1978 bis 1983 der zweieinhalb Kilometer lange, 69 Hektar große Westpark mit künstlichen Hügeln und zwei Seen. Dabei pflanzte man nicht nur 100.000 Sträucher, sondern auch mehr als 6000 zwanzig bis vierzig Jahre alte Bäume.

Rechtzeitig zur Internationalen Gartenbauausstellung, die vom 28. April bis 9. Oktober 1983 im Westpark stattfand, wurde außerdem die U-Bahn-Linie 6 vom Harras bis zum Westpark und zum Bahnhof Holzapfelkreuth verlängert (→ »Blumenlinie«).

Im Westpark gibt es auch einige Kunstwerke, einen Rosengarten, das Bayerwald- und das Sardenhaus, dazu ein Ostasien-Ensemble mit Thailändischer Sala, eine nepalesischer Pagode, einem China- und einem Japangarten.

Album über den Westpark in München