München: St. Bonifaz

Die Benediktinerabtei St. Bonifaz wurde 1835 von König Ludwig I. gegründet. Bereits 1827 hatte er dem Architekten Georg Friedrich Ziebland (1800 – 1873) angekündigt, dass er dem »Apostel der Deutschen« eine Kirche in Form einer Basilka bauen lassen wolle. Er war seit 12. Oktober 1810 mit Therese von Sachsen-Hildburghausen verheiratet, und die Grundsteinlegung erfolgte zur Silbernen Hochzeit des Paares.

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Die Klosterkirche

Georg Friedrich Ziebland* entwarf die Klosteranlage und ließ sich bei der Kirche von altchristlichen Basiliken in Rom und Ravenna inspirieren. Das Portal gestaltete Leo von Klenze* (1784 – 1864) nach dem Vorbild der Kathedrale St. Dionysius Areopagita in Athen. Gebaut wurde von 1835 bis 1850.

*) Mehr zu Leo von Klenze und Georg Friedrich Ziebland im Album über Architekten

Die Grablege des Königspaars

Im rechten Seitenschiff der Basilika St. Bonifaz befinden sich die Sarkophage für König Ludwig I. (1786 – 1868) und Therese, Königin von Bayern und Prinzessin von Sachsen-Hildburghausen (1792 – 1854). Die sterblichen Überreste der am 26. Oktober 1854 gestorbenen Königin wurden 1857 von der Theatinerkirche nach St. Bonifaz überführt, und zwar in die Gruft unterhalb des zu diesem Zeitpunkt aufgestellten, noch leeren Sarkophags des Königs. 2002 bettete man Königin Therese noch einmal um: in die Rückwand hinter dem Sarkophag.

Sarkophag von König Ludwig I.
Sarkophag von König Ludwig I. (Foto: April 2023)

»Homeless Jesus«

Vor der Klosterpforte von St. Bonifaz ist seit 2022 einer von weltweit mehr als hundert Abgüssen der 2013 Timothy P. Schmalz (*1969) modellierten Bronzeplastik »Homeless Jesus« zu finden. Der kanadische Bildhauer weist mit dem Kunstwerk auf die Not der Obdachlosen hin.

Timothy P. Schmalz: Homeless Jesus
Timothy P. Schmalz: Homeless Jesus

Timothy P. Schmalz: Homeless Jesus (Fotos: November 2025)

Benediktinerbrunnen

Im Hof des Benediktinerklosters plätschert seit 1971 ein Brunnen mit dem Leitspruch »Ora et labora« (bete und arbeite), der den Benediktinern zugeschrieben wird. Carl Theodor Horn entwarf den Brunnen aus Beton, Friedrich Koller die Säule und Josef Henselmann* die in der Akademie der Bildenden Künste gegossene Bronzefigur, die den hl. Bonifaz darstellt.

*) Mehr zu Josef Henselmann im Album über Brunnen

Benediktinerbrunnen St. Bonifaz München
Benediktinerbrunnen (Foto: November 2025)

Die heutige Kirche

Die 1850 eingeweihte Klosteranlage wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Hans Döllgast baute sie 1945 bis 1950 nur teilweise und vereinfacht wieder auf. Dabei entstand anstelle der 75 Meter langen Basilika ein nahezu quadratischer Kirchenraum (36 x 32 Meter). Die Lücke zwischen Kirche und Kloster wurde in den Siebzigerjahren mit dem Neubau des Zentrums St. Bonifaz gefüllt.

1988 schrieb man einen Wettbewerb für die künstlerische Neugestaltung des zerstörten Kirchenschiffs aus. Sie erfolgte 1993 bis 1996. Dabei malte Peter Burkart über den Arkaden einen Fries farbiger Tafeln, während Friedrich Koller über dem Altar einen zeltförmigen Lichtkörper gestaltete.

2018 bis 2022 fand eine gründliche Sanierung statt.

Im Sommer 2025 bastelten Familien der Pfarrgemeinde bunte Papiervögel für eine Installation in der Kirche.

Vor einem goldfarbenen Portal befindet sich eine innere Tür aus Tannenholz, in die Friedrich Koller 1996 einige Figuren geschnitten hat. Im unteren Teil ist eine Gruppe von bedrängten Menschen dargestellt, die sich solidarisch an den Händen halten. Darüber erkennen wir Adam und Eva unter einer goldenen Sonnenkugel als Symbol für Christus.

In der Philippinischen Kapelle, die auf eine Initiative der Deutsch-Philippinischen Gesellschaft in Bayern aus den Neunzigerjahren zurückgeht, steht eine Statue, die als Kopie der »Lady of Pakil« bzw. »Our Lady of Sorrows of Turumba« zu verstehen ist. Beim Original handelt es sich um ein kleines Ölgemälde, das philippinische Fischer 1788 nach einem schweren Sturm entdeckt hatten. Es wird in St. Peter von Alcantara in Pakil in der Provinz Laguna auf den Philippinen verehrt.

Die Münchner Marienfigur steht vor einem 1992 vom philippinischen Künstler Bart Kiamko gestalteten Hochrelief mit dem Titel »This is my Body; this is my Blood«.

Detail eines Türflügels (Foto: November 2025)

Vor der Kirche

Gegenüber von St. Bonifaz befindet sich ein großes Brunnenbecken mit einer Vase als Brunnenfigur. Die umlaufende Inschrift stammt aus dem Prolog der von Benedikt von Nursia verfassten Regula Benedicti: »Steh auf vom Schlaf. Öffne die Augen dem Licht. Verhärte Dein Herz nicht und höre!«

Mit freundlicher Erlaubnis der Abtei St. Bonifaz (offizielle Website)