München: Schäfflertanz

Die Geschichte des Schäfflertanzes

Einer Legende zufolge lockten Schäffler (Fassmacher) die Münchner während der Pestepidemie im Jahr 1517 durch Tänze auf die Straße, also in die frische Luft. Tatsächlich ist nicht einmal sicher, ob 1517 die Pest in München wütete. Jedenfalls entstand der Zunfttanz der Schäffler im 16. Jahrhundert in München und verbreitete sich später durch wandernde Gesellen in Bayern.

Nachweisen lässt sich der Münchner Schäfflertanz ab 1702, und seit 1760 führen die Schäffler ihren Tanz normalerweise alle sieben Jahre im Fasching auf.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts breitete sich der Schäfflertanz auch außerhalb Münchens aus.

Peter Streck (1797 – 1864) komponierte eine Musik zum Schäfflertanz. Heute spielt man vor allem den von Johann Wilhelm Siebenkäs (1826 – 1888) komponierten »Neuen Münchner Schäfflertanz«. Und mit dem bayrischen Defiliermarsch beginnt und endet die Darbietung.

Schäfflertanz am Neuen Rathaus

Am → Wurmeck des Neuen Rathauses ist eine Schäfflergruppe als Relief zu sehen, und in der unteren Etage des → Glockenspiels am Rathausturm wird ein Schäfflertanz vorgeführt.

Glockenspiel am Neuen Rathaus: Schäfflertanz
Schäfflertanz am Wurmeck
Glockenspiel am Neuen Rathaus: Schäfflertanz

Schäfflertanz beim Glockenspiel und am Wurmeck (Fotos: 2014 / September 2024)

Schäffler-Eck

Am → Schäffler-Eck im Kreuzviertel (Ecke Wein-/Schäfflerstraße) sind zwei Schäfflertänzer zu sehen. Bei der Statue im Süden handelt es sich um ein barockes Original, das sich ursprünglich an der gegenüberliegenden Ecke befand. Die Figur dort, im Norden, wurde 1950 von der Hofkupferschmiede Regaller geschaffen.

Schäfflertanz 2026

Seit 1871 organisiert der Fachverein der Schäffler Münchens in der Regel alle sieben Jahre den Tanz. 2026 fand wieder ein Schäfflertanz in München statt. Mehr als 450 Auftritte absolvieren die Schäffler zwischen Drei-König (6. Januar) und Faschingsdienstag (17. Februar) in verschiedenen Stadtteilen Münchens, so zum Beispiel am 7. Januar auf dem → Laimer Anger.

Früher durften nur berufliche Schäffler mitmachen. Weil es jedoch nicht mehr genügend in diesem Handwerk Beschäftigte gibt, gilt diese Regel längst nicht mehr. Nur noch sechs der Tänzer des Jahres 2026 üben den Beruf des Fassmachers tatsächlich aus.

Die Schäffler – in roter Jacke und schwarzer Kniebundhose, mit Schlegelkappe und Lederschurz – zeigen Formationen wie Kreis, Laube, Kreuz, Schlange und Krone.