München: Müllersches Volksbad
Karl Müller
Der Bauingenieur Karl Müller (1821 – 1909) errichtete 1861 bis 1863 einen Miet- und Geschäftshäuserkomplex in München. Diese »Müller-Häuser« schenkte der Befürworter der sozialreformerischen Badebewegung 1894 der Stadt München mit der Auflage, sie zu verkaufen und aus dem Erlös ein Volksbad zu bauen.
Prinzregent Luitpold ernannte den Wohltäter Karl Müller am 29. April 1901 zum Ritter des königlichen Verdienstordens der Bayrischen Krone.

Außenansicht
Das nach einer vierjährigen Bauzeit am 1. Mai 1901 eröffnete Hallenbad in Haidhausen war das erste öffentliche Hallenbad in München und galt damals als das größte der Welt. Der Entwurf für das barockisierende Jugendstilgebäude stammte von dem Architekten Carl Hocheder* (1854 – 1917), der zuvor bereits das → Brausebad in Haidhausen gebaut hatte.
Bis zum Anschluss des Müllerschen Volksbads ans Münchner Wassernetz sorgten Behälter im Uhrturm für den erforderlichen Wasserdruck.
Zwischen 1972 bis 1999 wurde das Müllersche Volksbad unter Beachtung des Denkmalschutzes grundlegend saniert. Aber auch im Jahr des 125. Jubiläums (2026) finden Sanierungsarbeiten statt.
*) Mehr zu Carl Hocheder im Album über Architekten







Kunst am Bau
Bei der Gestaltung der Schmuckelemente wirkten Hermann Hahn*, Ernst Andreas Rauch** und andere Künstler mit. Der Bildhauer Josef Flossmann* (1862 – 1914) gestaltete beispielsweise vier Steinfiguren am Portal des Volksbads.
*) Mehr zu Josef Flossmann und Hermann Hahn im Album über Kunst im öffentlichen Raum
**) Mehr zu Ernst Andreas Rauch im Album über Brunnen






Wannenbad
Eines der 86 ursprünglichen Wannenbäder hat man erhalten, um zeigen zu können, wie es damals aussah. Außer den Wannenbädern gab es auch 22 Brausebäder ‒ und ein Hundebad.

Schwimmhallen
Aufgrund der zur Bauzeit üblichen Geschlechtertrennung beim Baden gibt es im Müllerschen Volksbad zwei Schwimmbecken, ein größeres (31 x 12 Meter) und ein kleineres (18 x 11 Meter). Bis 1989 war die »Damenhalle« weiblichen Badegästen vorbehalten. ‒ In den drei Abluftöffnungen an der Decke der »Herrenhalle« konnte ursprünglich Wasser zerstäubt werden, um bei Hitze den Raum zu kühlen.








Literatur:
Günter Standl, Rupert Bachmann: Müller’sches Volksbad (Rosenheim 2001)




