Spielzeugmuseum München
Das Museum
Der Maler und Illustrator, Karikaturist, Schriftsteller und Filmregisseur Ivan Steiger (1939 – 2025) begann in den Achtzigerjahren, Kinderspielzeug zu sammeln. 1983 eröffnete er im Turm des Alten Rathauses in München ein Spielzeugmuseum. Ivan Steigers zweites Spielzeugmuseum in seiner Heimatstadt Prag wurde nach seinem Tod aufgelöst, aber in München wird die größte private Spielzeugsammlung in Europa bereits seit 2020 von seiner Tochter Helena Steiger geführt.



Exponate im Spielzeugmuseum München

Der 1815 von der Firma Sonneberger hergestellte Nürnberger Putzladen im kompletten Originalzustand mit 110 Teilen gehört zu den Glanzlichtern des Spielzeugmuseums München.
Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich das Ende des Bergbaus im Erzgebirge abzeichnete, begann dort die Spielzeug-Produktion.

Nicht näher beschriebenes Spielzeug (Fotos: Februar 2026)
Rock & Graner in Biberach an der Riß gilt als ältester Hersteller von Blechspielzeug. Gegründet wurde das Unternehmen 1813 von Christoph Gottfried Rock und seinem Schwager Johann Wilhelm Graner. Die ausgestellte zweiteilige Puppenstube mit Blechmöbeln stellte Rock & Graner vor 1875 her.
Die um 1880 von Decamps in Paris hergestellte Ballerina tanzt Pirouetten zu Musik, wenn der Federmotor im Sockel mit einem Schlüssel aufgezogen worden ist.

Puppen mit Porzellanköpfen sind zusammen mit einer Nürnberger Puppenrauchküche ausgestellt, die reich ausgestattet ist, u. a. mit Zinngeschirr aus dem Jahr 1780.




Ende des 19. Jahrhunderts fertigte man Spielzeug aus alten Konservendosen. Das im Spielzeugmuseum München ausgestellte Fahrzeug stammt vermutlich von Charles Rossignol.
Groschenspielzeug (Pennytoys) war in Deutschland von 1895 bis zum Ersten Weltkrieg gefragt. Die Blechsachen wurden mit Bonbons zusammen verkauft (Candy Container) und waren so billig, dass Kinder sie von ihrem Taschengeld kaufen konnten. Der erfolgreichste Hersteller von Groschenspielzeug war wohl Johann Philipp Meier mit seinem von 1879 bis 1935 in Nürnberg betriebenen Unternehmen.



Das Eingangsportal das Tierparks Hagenbeck in Hamburg wurde um 1914 von der Firma Hausser als Spielzeug nachgebaut. Beim Exponat im Spielzeugmuseum München handelt es sich wahrscheinlich um das weltweit einzige erhaltene Exemplar. Kinder konnten damit und mit Tierfiguren beispielsweise der Firmen Hausser-Elastolin und Lineol einen Zoo zusammenstellen.



Theodor Friedrich Wilhelm Märklin (1817 – 1866) gründete 1859 in Göppingen eine Werkstatt für Blechwaren, in der er zunächst Puppenküchen und Puppenhäuser herstellte. Carolina (1826 – 1893), seine zweite Ehefrau, bot die Ware auf Verkaufstouren in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz an – und führte das Unternehmen nach dem Unfalltod ihres Mannes weiter. 1888 übernahmen es die Söhne Karl und Eugen Märklin. Auf der Leipziger Messe 1892 präsentierte das Unternehmen Märklin erstmals eine Modelleisenbahn zum Aufziehen mit Schienen, statt der bis dahin üblichen mit der Hand geschobenen schienenlosen »Bodenläufer«. Damit begann der Welterfolg des Unternehmens.

Heinrich Schreyer und Heinrich Müller gründeten 1912 in Nürnberg eine Spielzeugfirma (Schreyer & Co), die sich 1924 in Schuco umbenannte. Das Unternehmen stellte bewegliche (Tier-)Figuren her, die im Takt auf Pauken schlugen. Den größten Erfolg erzielte Schuco mit den ab 1936 angebotenen Spielzeugautos, die durch ihre aufwändige Mechanik auffielen ‒ und heute als Sammlerstücke begehrt sind.
Dampfmaschinen standen zu Beginn des 20. Jahrhunderts ganz oben auf den Wunschzetteln von Jungen. Dampfschlepper mit vernicktelten Armaturen und einer Umsteuerung für Vor- und Rückwärtsgang, wie das im Spielzeugmuseum München ausgestellte Exemplar wurden 1928 bis Mitte der Vierzigerjahre von der Firma Märklin in Göppingen hergestellt.
Schuco-Figuren und -Autos / Märklin-Dampfschlepper (Fotos: Februar 2026)
Der erfolgreiche Modedesigner und Kostümbildner Bob Mackie (*1939) bekleidete 1992 eine Barbie-Puppe besonders aufwändig. Heute gilt die »Empress Bride« von Bob Mackie als seltenes Sammlerstück.

Spielzeugmuseum München (offizielle Website)












